Tierheim Eisenhüttenstadt
: Hund Willi ist fast blind – per Gesetz gilt er als gefährlich

Der einjährige Hund Willi wurde von seinen Vorbesitzern vernachlässigt. Seit fünf Wochen lebt er im Tierheim am See in Eisenhüttenstadt. Der freundliche Rüde hat ein Handicap. Wer nimmt ihn auf?
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Der einjährige Stafford-Welpe Willi ist fast blind. Während sein rechtes Auge bereits wegoperiert ist, hat er gerade einen Eingriff am linken Auge hinter sich. Es besteht Hoffnung, dass der freundliche Rüde doch nicht ganz erblindet. Tierheim-Mitarbeiterin Lisa-Marie Sommer führt ihn.

Hagen Bernard

Der einjährige Stafford Willi lebt seit fünf Wochen im Tierheim am See in Eisenhüttenstadt. Das Veterinäramt hatte aufgrund schlechter Haltungsbedingungen der Vorbesitzer eingegriffen.

Was jedoch ursächlich dafür verantwortlich ist, dass der Rüde nahezu blind ist, weiß Tierheimleiterin Jana Feister nicht. Möglich ist eine Verletzung, naheliegender ist laut Jana Feister ein vererbter Defekt. Es erblinden schrittweise Hunde auch bei einem dauerhaften Druck am Hals auf den Sehnerv wie durch falsches Führen des Halsbandes. Diese Variante ist jedoch beim jungen Willi sehr unwahrscheinlich.

Hund Willi aus dem Tierheim Eisenhüttenstadt fehlt ein Auge

Noch hoffen die Tierheimmitarbeiter, dass Willi doch noch optisch ein wenig von seiner Umwelt wahrnehmen kann. Während sein rechtes Auge bereits herausoperiert wurde, hat er gerade einen tierärztlichen Eingriff am linken Auge hinter sich.

„Vielleicht kann er noch ein wenig hell und dunkel unterscheiden, wir wissen es leider noch nicht. Möglicherweise sieht er noch zu zehn Prozent“, hofft Jana Feister, die sich für den jungen Willi beim Tierarzt noch einmal in Unkosten gestürzt hatte.

Wegen der gerade erfolgten Operation trägt der Stafford noch eine Halskrause, damit er mit seinen Pfoten nicht an die noch nicht ganz verheilte Wunde kommt.

Tierheim-Willi ist trotz seines Handicaps nicht hilflos

Auf alle Fälle ist Willi wegen seiner Augen-Defekte nicht völlig hilflos, schließlich hat er noch einen ausgeprägten Geruchssinn und kann auch gut hören. Zum Gassigehen jedoch muss er geführt werden. Auf ihm bekannten Terrain bewegt er sich aber recht geschickt.

Jana Feister hat bei ihm auch keine Bedenken im Umgang mit Kindern. Zu Menschen hat die Tierheimleiterin Willi bislang nur sehr lieb erlebt. „Er ist sehr fröhlich und aufgeschlossen, er hat ein sehr positives Gemüt“, urteilt sie.

Vielleicht ist Willi von seinen Vorbesitzern oft allein gelassen worden. So freue er sich laut der Tierheimleiterin jedes Mal, wenn Menschen mit ihm in Kontakt treten. Allerdings müsse er den Umgang mit Hunden und Katzen noch üben, wahrscheinlich auch insgesamt den Kontakt mit anderen Tieren.

Hund Willi aus Eisenhüttenstadt gilt als Listenhund

Da Willi als American Staffordshire Terrier in Brandenburg zu den sogenannten Listenhunden gehört, darf er nicht an Interessenten aus der unmittelbaren Umgebung vermittelt werden. Diese Rasse ist im Land Brandenburg in die Kategorie 1 als „Kampfhunde mit unwiderlegbarer Gefährlichkeit“ eingestuft. Das Verbot gilt auch für Kreuzungen mit dieser Hunderasse. In vielen anderen Bundesländern wie beispielsweise in Thüringen ist der Stafford jedoch zur Haltung zugelassen.

Insgesamt ist es unter den Tierfreunden umstritten, ob ein Hund allein wegen seiner Rasse bereits gefährlich ist oder erst Erziehungs- und Haltungsfehler zu den befürchteten Beißvorfällen führen.

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