Totes Baby in Müllrose
: Namenloser Säugling beigesetzt, Todesumstände ungeklärt

In Müllrose hat der tote Säugling, der in einem Rucksack entdeckt worden war, auf dem Neuen Friedhof seine letzte Ruhe gefunden. Die Ermittlungen zur Todesursache laufen aber weiter.
Von
Frank Groneberg
Müllrose
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Müllrose. Neuer Friedhof. Grab des namenlosen Säuglings, dessen Leichnam am 18.06.2026 in einem Rucksack in Müllrose gefunden worden war. Die Beisetzung fand am 06.10.2026 statt. Foto: Frank Groneberg

Würdevolle Ruhestätte: Das Grab des toten Säuglings auf dem Neuen Friedhof in Müllrose ist mit Blumen und Plüschteddys geschmückt. Angehörige hben einen letzten Gruß hinterlassen.

Frank Groneberg
  • In Müllrose wurde ein namenloser Säugling auf dem Neuen Friedhof beigesetzt.
  • Die Beisetzung fand am 6. Oktober 2026 im kleinen Kreis mit Kindersarg statt.
  • Eltern gaben keinen Namen, Geburt und Todestag sind unbekannt – Ermittlungen laufen.
  • Der Leichnam lag in einem Rucksack und wurde am 18. Juni 2026 in der Seeallee gefunden.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter in alle Richtungen, beide Eltern gelten als Beschuldigte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Sterne weinen leise“, steht auf der hölzernen Tafel am Kopfende des kleinen Grabes. Darüber sitzt ein Engel, über ihm glitzern zahlreiche Sterne über Wolken. Hübsch anzusehender, bunter Blumenschmuck ziert den Wall frisch aufgehäufelter Erde. Zwei Plüschbären sitzen zwischen den Blumen.

Die Grabtafel, geformt wie der Giebel eines Hauses, trägt noch eine Jahreszahl: 2026. Einen Namen sucht man auf der Tafel allerdings vergeblich. Denn das Kind, das hier bestattet worden ist – es hatte keinen Namen. Seine Eltern haben ihm nie einen gegeben.

Der Geburtstag des Jungen ist unbekannt. Sein Todestag ebenfalls. Eine Geburtsurkunde existiert nicht. Gerade so, als habe auch der Junge nie existiert. Aber es gab ihn, und er hat gelebt. Mitten in Müllrose. In einer Wohnung direkt am Markt. Und sein Schicksal macht die Menschen im Erholungsort auch vier Monate nach dem Auffinden seines toten Körpers unvermindert betroffen.

Namenloses Grab auf dem Friedhof Müllrose

Am 6. Oktober 2026 ist der namenlose Junge auf dem Neuen Friedhof in Müllrose beigesetzt worden. Beigesetzt in einem Kindersarg, in kleinem Kreis. Das Bestattungshaus Geller aus Müllrose und Eisenhüttenstadt hat für einen würdigen Abschied gesorgt und auch die Grabtafel gesponsert. Familienangehörige hatten die Bestattung in Auftrag gegeben.

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Die Eltern waren nicht zur Beisetzung erschienen. Sie waren auch nicht erwünscht – im Gegenteil: Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren vor Ort für den Fall, dass der Erzeuger des Jungen auftauchen und der Situation unangemessen auftreten, möglicherweise aggressiv werden würde.

„Der Engel hält dein Licht für immer fest“, ist auf dem Herz über einem Keramikengel zu lesen. Die Schleife eines Blumengestecks trägt den Schriftzug: „Nimm unsere Liebe mit zu den Sternen.“ Angehörige haben das Gesteck dort platziert. Angehörige, die den Jungen nie kennengelernt haben.

Unter welchen Umständen der kleine Müllroser sein Leben verloren hat – das ist bis heute ungeklärt. Am 18. Juni 2026 hatten Polizisten seinen Leichnam, der in einen Rucksack gestopft war, in einem Mehrfamilienhaus in der Seeallee entdeckt – nach Hinweisen von Augenzeugen. Der Leichnam war zu diesem Zeitpunkt bereits stark zersetzt, der Säugling war also schon mehrere Tage tot.

Müllrose. Neuer Friedhof. Grab des namenlosen Säuglings, dessen Leichnam am 18.06.2026 in einem Rucksack in Müllrose gefunden worden war. Tafel ohne Namen. Die Beisetzung fand am 06.10.2026 statt. Foto: Frank Groneberg

Namenloses Grab: „Sterne weinen leise“, steht auf der hölzernen Tafel am Kopf des Kindergrabes auf dem Neuen Friedhof in Müllrose.

Frank Groneberg

Wann und woran der Junge gestorben ist, konnte auch durch gerichtsmedizinische Untersuchungen bisher nicht geklärt werden. Der Tag der Geburt – der Junge war bei einer Hausgeburt auf die Welt gekommen – ist ebenfalls noch immer nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte den Leichnam am 19. August zur Bestattung freigegeben.

Ermittlungen zur Todesursache dauern an

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Todesursache, zum Todeszeitpunkt und zum Tag der Geburt laufen auch nach der Beisetzung des Jungen weiter, bestätigt eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage. Weiter ermittelt wird ebenfalls gegen die Eltern des Säuglings.

Beide werden, solange die Umstände des Todes nicht geklärt sind, als Beschuldigte geführt. „Es wird in alle Richtungen ermittelt“, erklärt die Sprecherin. Ein konkreter Tatvorwurf könne aber derzeit nicht gemacht werden.