Vandalismus in Neuzelle: Täter gesucht und Belohnung ausgelobt

Graffiti kann Kunst sein. Es gibt aber auch Sprayer, die einfach nur Fassaden, Brücken und Verkehsrzeichen beschmieren (Symbolbild). Sogar im beschaulichen Neuzelle ist Vandalismus mittlerweile ein Problem.
Jan Woitas/dpaVandalismus. Manch einer kann das Wort nicht mehr hören, aber das Problem lässt sich eben nicht wegreden oder verschweigen – auch nicht im beschaulichen Neuzelle. Denn dort ist Vandalismus zu sehen. In den vergangenen Jahren hat es verstärkt Sachbeschädigungen gegeben. Oft sind es beschmierte Verteilerkästen, Mauern oder aber auch Fassaden. Und sehr häufig finden sich Sticker an Laternen oder anderen Verkehrszeichen.
„Leider stellen wir immer wieder fest, dass Verkehrszeichen, Spielplätze, Schilder und öffentliche Einrichtungen wie Trafohäuschen durch Aufkleber oder Schmierereien verunstaltet werden“, teilte das Amt bereits im Sommer mit. Solche Beschädigungen würden nicht nur das Erscheinungsbild der Gemeinden des Amtes beeinträchtigen, sondern bei der Beseitigung auch unnötige Kosten verursachen, „die wir alle tragen müssen“.
Doch bei der Feststellung und einem Appell, aufmerksam zu sein und etwaige Beschädigungen sofort zu melden, ist es nicht geblieben. Amt und Ortsbeirat haben weitere Initiativen eingeleitet.
Vandalismus in Neuzelle: Erste Täter auf frischer Tat ertappt
Und es gibt erste Erkenntnisse und Erfolge: Nach Angaben des Amtsdirektors handele es sich sehr wahrscheinlich um Jugendliche aus der Region. Einige seien bereits auf frischer Tat ertappt worden. „Wir haben vier Leute zu Fuß im Einsatz gehabt. Die haben hier patrouilliert“, berichtet Ortsvorsteherin Christiane Barcikowski.
Zwischen 19 und 23 Uhr seien die unterwegs gewesen. „Das war einfach mal der Versuch, und der war erfolgreich. Und wir wissen ja, wo die sich aufhalten.“ Der abendliche Kontrollgang soll keine Eintagsfliege bleiben: Man werde das immer wieder machen. Nichts zu machen, sei keine Option, betont die Ortsvorsteherin.
Auf die Frage, ob es Schwerpunkte im Ort gibt, die immer wieder verunstaltet werden, nickt Amtsdirektor Andreas Fischer. Betroffen sind demnach meist der Spielplatz, die nicht weit entfernte Festwiese, und der gesamte Bereich am Klosterteich. Auch im Umfeld des Bahnhofs hatte es in der Vergangenheit wiederholt Schmierereien gegeben.
Selbst die Stiftung Stift Neuzelle, die sich um die barocke Klosteranlage mit Garten, Stiftsplatz, zwei Kirchen und Museen kümmert, bleibt nicht verschont.
Vandalismus im Klostergarten Neuzelle
Der Sticker-Wahnsinn ist längst im barocken Klostergarten angekommen. Bänke würden beispielsweise beklebt, ärgert sich Norbert Kannowsky, der Geschäftsführer der Stiftung. Er berichtet auch gleich noch davon, dass von der evangelischen Kirche im Sommer Kupfer-Fallrohre gestohlen wurden. Und auch die Christussäule am Brauhausplatz vor dem Klosterportal sei besprüht worden. Die befindet sich zwar nicht im Eigentum der Stiftung, aber so etwas ärgert Norbert Kannowsky mächtig.
Vandalismus in Neuzelle hat zugenommen, diesen Eindruck teilt auch er. Der Respekt gegenüber dem Baudenkmal und überhaupt den Anlagen im Ort sei nicht mehr da. Und auch nicht vor dem Engagement der Menschen.
So hatte es im Herbst einen Arbeitseinsatz gegeben, bei dem vor allem auch Schmierereien entfernt worden waren. Am nächsten Tag war ein Verteilerkasten erneut beschmiert.
Zwei Fußballklubs spielen immer wieder eine Rolle
Auch Aufkleber seien in vielen Fällen nicht einfach zu entfernen, weiß Christiane Barcikowski. „Wir haben auch Kontakt mit den Fußballvereinen aufgenommen.“ Denn oftmals haben Schmierereien oder aber Sticker in Neuzelle einen Bezug zu den Fußballklubs Energie Cottbus und Dynamo Dresden.
Das Thema soll in vielen Kanälen ausgespielt werden. „Damit das Bewusstsein da ist, dass das nicht in Ordnung ist.“
„Wir haben auch nochmal eine Prämie zur Ergreifung der Täter ausgelobt“, erklärt Amtsdirektor Andreas Fischer. 500 Euro sind es. „Wir glauben nämlich auch, dass die Jugendlichen untereinander wissen, wer das ist“, fügt Christiane Barcikowski hinzu.
Die Prämie soll für Hinweise vergeben werden, die tatsächlich zur rechtskräftigen Feststellung der Täter und/oder zur rechtskräftigen Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen durch die Gemeinde Neuzelle oder die geschädigte Person beziehungsweise Institution führen.
Die Verwaltung weist aber gleich darauf hin, dass die Entscheidungen über die Zuerkennung und gegebenenfalls Aufteilung der Belohnung allein dem Amt Neuzelle obliegen. Ein Rechtsanspruch auf die Auszahlung bestehe nicht. Wichtig auch: Die Belohnung wird nicht an den Täter, dessen Angehörige oder an Personen, die zur Tatbegehung aufgerufen oder daran beteiligt waren, ausgezahlt.
Hinweise sind zu richten an: Amt Neuzelle, Ordnungsamt, Tel. 033652 835-27 oder per E-Mail an ordnungsamt@neuzelle.de








