Wasserverband: Heiße Tage erhöhen das Plus

Symbolbild Trinkwasser
Lukas Schulze/dpaAuch beim Abwasser sei ein positives Ergebnis zu verzeichnen, so Heike Herrmann. In der Finanzplanung war ein Plus von 591 000 Euro vorgesehen. In der Endabrechnung steht dort nun ein Plus von 704 000 Euro. 86 000 Kubikmeter Abwasser seien mehr entsorgt worden.
Heike Herrmann betonte in diesem Zusammenhang, dass trotz der heißen Sommertage und dem damit verbundenen Mehrverbrauch das ganz Jahr über eine stabile Wasserversorgung gewährleistet werden konnte. Nachdem in den Medien berichtet worden war, dass in anderen Regionen Brandenburgs ein Bewässerungsverbot mit Trinkwasser ausgesprochen worden sei, fragten viele Bürger auch beim TAZV nach, ob im Verbandsgebiet auch mit solch einer Maßnahme zu rechnen sei. Heike Hermann konnte Entwarnung geben.
Kapazitäten wurden erhöht
Dabei steigt an besonders heißen Tagen der Trinkwasserbedarf drastisch an, wie Heike Herrmann eindrücklich erläuterte: „Den höchsten Trinkwasserbedarf hatten wir im vergangenen Jahr am 27. Juni mit 16 452 Kubikmetern. der Jahresmittelwert im Jahr 2018 lag bei 7893 Kubikmeter pro Tag. das war als mehr als eine Verdoppelung der Tagesförderung.“ Das es da zu keinen Versorgungseinbrüchen gekommen ist, liegt auch daran, dass trotz Bevölkerungsrückgang in Eisenhüttenstadt die Speicherkapazität der Hochbehältergruppe in den Diehloer Bergen mit 17 600 Kubikmetern Fassungsvermögen nicht reduziert wurde. Vielmehr wurden die Behälter saniert.
„In den ländlichen Bereichen haben wir die Kapazitäten sogar erhöht“, erläuterte die Verbandsvorsteherin. Im Trinkwasserbereich hat der TAZV in diesem Jahr auch seine größte Investition realisiert. „Durch die Erneuerung der Rautenkranzer Brücke über den Oder-Spree-Kanal mussten zwei Rohrwasserleitungen und eine Trinkwasserleitung unter dem Oder-Spree-Kanal neu verlegt werden“, erklärte Heike Herrmann. Insgesamt hat die Investition, die inzwischen abgeschlossen ist, den Verband 1,4 Millionen Euro gekostet.
Auch wenn in den beiden Betriebszweigen Abwasser und Trinkwasser ein deutlich kräftigeres Plus verzeichnet werden konnte, so sieht das im Betriebszweig Industrie anders aus. Es handelt sich hierbei um die Abwasserbehandlunsanlage im Industriegebiet am Oder-Spree-Kanal. Die Verbandsvorsteherin erläuterte, dass es im ersten Halbjahr zu einem erheblichen Schlammabtrieb gekommen sei. Die Folge war, dass die Grenzwerte überschritten wurden. „Aus kaufmännischer Vorsicht wurde daher eine Rückstellung für die Abwasserabgabe gebildet, so dass der Jahresabschluss mit 1,28 Millionen Euro negativ ausfällt“, sagte Heike Herrmann. Der Betriebszweig ist eigenständig, wird seit diesem Jahr auch durch eine eigene GmbH betrieben, einer Tochtergesellschaft des TAZV. Heike Herrmann kündigte an, dass die geplante Erweiterung der Anlage in das nächste Jahr verschoben werden muss. Geplant ist, die Anlagenkapazität um 30 Prozent zu erhöhen, um die Störanfälligkeit zu reduzieren.
Mitglieder und Stimmenanteile
Dem Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Oderaue (TAZV) gehören insgesamt elf Gemeinden an. Neben der Stadt Eisenhüttenstadt sind es größtenteils die Gemeinden aus den Ämtern Schlaubetal, Neuzelle und Brieskow-Finkenheerd. Beschlussorgan ist die Verbandsversammlung, die mehrmals im Jahr tagt. Wie viel Stimmen eine Kommune hat, bemisst sich nach der Einwohnerzahl. Eisenhüttenstadt verfügt über fünf der insgesamt 19 Stimmen. Allerdings müssen die fünf Vertreter aus Eisenhüttenstadt einheitlich abstimmen, ansonsten werden ihre Stimmen nicht gezählt. ⇥lö
