Weihnachten 2023 in Frankfurt (Oder)
: Im Museum Lebkuchen backen – mit ungewöhnlicher Zutat

Weihnachten ist Plätzchenzeit: Das Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) lädt zum Lebkuchen backen ein. Museumspädagogin Halina Muchow verrät, welche ungewöhnlichen Zutaten in den Teig gehören.
Von
Christina Pekel
Frankfurt (Oder)
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Bäckt demnächst mit Kindern, passend zu Weihnachten, Lebkuchen nach Omas Rezept: Halina Muchow vom Museum Viadrina in Frankfurt (Oder)

Selim Pekel

Weihnachten steht auch in Frankfurt (Oder) wieder vor der Tür – und damit die schönste Zeit des Jahres für kleine Naschkatzen. Denn was wäre die Adventszeit ohne goldbraune Taler, die im Ofen vor sich herbacken und deren süßer Duft die Luft erfüllt?

Ein ganz besonderes Weihnachtsbäckerei-Erlebnis bietet demnächst das Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) an: In Uromas alter Küche lernen kleine Nachwuchsbäcker, wie vor 100 Jahren Lebkuchen-Plätzchen gemacht wurden. Museumspädagogin Halina Muchow gibt einen Ausblick auf das Event und verrät, welche spezielle Zutat bei Uromas Rezept zum Einsatz kommt.

Historische Weihnachtsbäckerei für Kinder in Frankfurt (Oder)

Bereits seit 2012 kann in der alten Küche im Museum Viadrina der Kochlöffel geschwungen werden.

Historisches Flair: Uromas alte Küche im Museum Viadrina in Frankfurt (Oder)

Selim Pekel

Herzstück des Raumes ist die historische Kochmaschine aus dem Jahr 1860, die aus einem mit Kohle und Holz beheizbaren Ofen und Küchenherd besteht. Die benötigten Küchenutensilien werden in originalen Küchenschränken aufbewahrt – einer davon wäre einst sogar fast ans Filmstudio Babelsberg statt ans Frankfurter Museum gegangen.

Bisher konnten Besucher nach einer Führung Kartoffelsuppe kochen und – natürlich – anschließend selbst verkosten. Halina Muchow, seit August 2023 Museumspädagogin am Stadtmuseum, will die alte Küche nun auch für öffentliche Veranstaltungen wiederbeleben. „Gerade eine Weihnachtsbäckerei bietet sich dafür an„, sagt Muchow. „Die Kinder können mit den Händen arbeiten, gleichzeitig spricht das Backen auch andere Sinne an. Dazu lernen sie historische Küchengeräte kennen.“

Beim Lebkuchen Backen werden Model verwendet

Gesagt, getan: Am 8. Dezember 2023 lädt die Pädagogin zum Lebkuchen backen und –vernaschen in Uromas alte Küche.

YouTube-Video: Spritzgebäck wie bei Oma backen

Zum Einsatz kommen dabei Kunststoff-Nachbildungen von Modeln, die um 1900 statt der heute bekannten Ausstechformen genutzt wurden. Zwar befinden sich auch hölzerne Originalmodel aus dem Jahr 1822 in der alten Küche, diese können jedoch aufgrund ihres Alters nicht mehr verwendet werden. Dafür stehen aber andere historische Geräte zum Anfassen bereit – etwa Quirle oder Formen für herzhaften Pudding.

Auch das Rezept für die Lebkuchen, die demnächst in der alten Museumsküche gebacken werden sollen, folge historischen Backtraditionen, so Muchow.

Der Teig sei allerdings recht aufwendig, weshalb sie diesen schon für das Event vorbereitet habe. So müsse das Zutatengemisch 45 Minuten lang glattgerührt werden. „Vorgesehen ist außerdem, dass der Teig zwei Wochen lang im Kühlschrank ruhen muss, bevor er weiterverarbeitet wird“, erklärt die Museumspädagogin.

Hirschhornsalz und Sirup als besondere Zutaten

Auch die Zutaten selbst unterscheiden sich teilweise von moderneren Rezepten. So wird etwa statt Zucker Sirup in den Mix gegeben und mit der Butter zusammen im Topf geschmolzen. Der Teig, in dem zusätzlich noch Gewürze wie Muskat, Nelken und Zimt eingerührt werden, erhält durch den Sirup eine dunkle Farbe.

Lebkuchen backen – aber nicht mit typischen Ausstechformen: Stattdessen kommen die abgebildeten Model zum Einsatz.

Selim Pekel

Eine absolute Geheimzutat ist laut Muchow allerdings Hirschhornsalz. „Das ist ein Backtriebmittel, das den Teig zwar auflockert, aber nicht aufgehen lässt“, so die Museumspädagogin. Vor hundert Jahren sei es noch aus Hirschhufen gewonnen worden – heute wird das Pulver chemisch hergestellt und ist deshalb auch für vegane Rezepte geeignet. „Das Hirschhornsalz riecht tatsächlich etwas nach Ammoniak, der Geruch verfliegt allerdings bei der Verarbeitung“, sagt Muchow.

Auch Kartoffelsuppe wird bald im Museum in Frankfurt (Oder) gekocht

Eingeladen, sich an der Weihnachtsbäckerei am 8. Dezember zu beteiligen, sind alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Mitgebracht werden sollte lediglich eine Schürze, zudem wird pro Kopf ein Unkostenbeitrag von 5 Euro erhoben.

Zudem wird um vorherige Anmeldung gebeten – entweder unter der Nummer 0335-4015629 (erreichbar dienstags bis sonntags, 11-17 Uhr) oder per E-Mail unter anmeldung@museum-viadrina.de. Los geht es dann am Freitag um 15 Uhr, veranschlagt für das Backerlebnis sind insgesamt zwei Stunden.

Wer lieber Herzhaftes statt Süßes isst, erhält hingegen im neuen Jahr die Möglichkeit, einen Blick in Uromas Küche zu wagen. Dann soll auch wieder Kartoffelsuppe auf der Kochmaschine gezaubert werden. Ein genauer Termin steht dafür noch nicht fest – „Wir wollen das aber gern noch in der kalten Jahreszeit anbieten“, verrät Muchow.