Selber Kekse zu backen ist prinzipiell recht einfach, wenn man eine Handvoll Tricks beherrscht. Neben der Backzeit und Temperatur ist bei der Vorbereitung das Abwiegen der Zutaten für die geplanten Schokoladen-Kekse von Bedeutung – selbst bei einem eher einfachen Keks-Rezept.
Denn beim weihnachtlichen Spritzgebäck-Rezept (siehe Infokasten) kommt es auf das richtige Mengenverhältnis von Mehl, Eiern und Butter an, damit der Teig schön geschmeidig wird: eine Voraussetzung fürs Gelingen der fertig gebackenen Weihnachts-Plätzchen.

Maßangaben für Mehl, Zucker und Butter ohne Waage richtig abwiegen

Keine Waage? Keine Panik. Obwohl beim Backen die Maßangaben für die Zutaten beachtet werden müssen, ist eine Küchenwaage kein Muss. Tassen, Löffel und etwas Augenmaß helfen, die richtige Menge abzumessen. Zum Portionieren der Butter einfach den 250 Gramm-Block halbieren oder vierteln, um das Gewicht auf 125 bzw. knapp über 60 Gramm zu reduzieren. Noch einfacher geht das Aufteilen bei handelsüblicher Schokoladenkuvertüre. Von den 200 Gramm lassen sich dank drei Bruchstellen jeweils vier 50 Gramm schwere Stückchen abtrennen.
Nun zu den Hauptzutaten Mehl und Zucker: Eine übliche Kaffeetasse fasst randvoll gefüllt 150 Milliliter Flüssigkeit. Im selben Volumen finden 100 Gramm Mehl, aufgrund der geringeren physikalischen Dichte aber 130 Gramm Zucker Platz. Je grobkörniger die Lebensmittel, desto weniger passt also ins Porzellan. Darum entspricht das Fassungsvermögen einer Tasse nur etwa 70 Gramm der benötigten gemahlenen Mandeln. Beim „Kaffeepott“, dem größeren Kaffeebecher, ist jeweils mit der doppelten Menge zu rechnen. Für kleinere Mengen eignet sich ein Esslöffel. Jeweils zehn Gramm weiche Butter oder Mehl und 15 Gramm Zucker passen in den aus Kochbüchern geläufigen „gestrichen vollen Löffel“.
Für die Weihnachtsbäckerei braucht es akkurat abgewogene Zutaten, aber auch ohne eine Waage lassen sich die Keks-Zutaten genau genug abmessen.
Für die Weihnachtsbäckerei braucht es akkurat abgewogene Zutaten, aber auch ohne eine Waage lassen sich die Keks-Zutaten genau genug abmessen.
© Foto: Robert Niedermeier

Spritzbeutel aus Backpapier basteln fürs Spritzgebäck

Die Zutaten fürs geplante Spritzgebäck mit den schokoladigen Tatzen können nun abgewogen werden. Aber womit den süßen Teig aufs Backblech spritzen, wenn der Spritzbeutel fehlt? Zum Glück ist das Backpapier vorhanden, denn daraus lässt sich mit etwas Bastel-Talent ein praktischer Spritzbeutel falten. Viele Internet-Videos zeigen Schritt für Schritt, wie das Selbermachen ohne giftigen Klebstoff und störende Heftzwecken funktioniert.
Alternativ hilft ein Gefrierbeutel aus der Patsche, einfach ein kleines, zirka halben Zentimeter großes Loch in die Spitze einer Tüten-Ecke schneiden und - falls vorhanden - die Tülle aus Metall durchstecken. Die gezahnten Tüllen ergeben ein dekoratives Muster. Deko-Elemente lassen sich aber auch nachträglich mit einer Kuchengabel einarbeiten.
Alle Zutaten für die Bärentatzen aus Spritzgebäck auf einen Blick: Mehl, Zucker, Eier, gemahlene Mandeln, die Schokoladenkuvertüre und echte Vanille.
Alle Zutaten für die Bärentatzen aus Spritzgebäck auf einen Blick: Mehl, Zucker, Eier, gemahlene Mandeln, die Schokoladenkuvertüre und echte Vanille.
© Foto: Robert Niedermeier

Alle Zutaten auf Zimmertemperatur - der Harmonie zuliebe

Nicht erst beim Backen, schon bei der Teig-Zubereitung gilt es, die Temperatur zu beachten. Alle Zutaten müssen ungefähr dieselbe Temperatur aufweisen, um miteinander zu harmonisieren. Deshalb die Zutaten frühzeitig aus dem Kühlschrank holen, damit die Butter bei Zimmertemperatur schon weich wird. Dasselbe gilt für die Eier, damit die Kühle die Butter nicht schockiert. Das ist kein Hokuspokus. Die Zutaten müssen geschmeidig miteinander in Verbindung treten, damit die Kekse gelingen. Hygiene beachten: Die Eier wegen des Salmonellen-Risikos nicht mit der nur leicht erwärmten Schokolade in Berührung kommen lassen. Nur der Backvorgang desinfiziert aufgrund der hohen Hitze.
Um Vanille in Zucker einzuarbeiten, muss die Vanilleschote längs aufgeschnitten werden. Das Mark wird aus der Schote gelöst und mit dem Zucker vermengt.
Um Vanille in Zucker einzuarbeiten, muss die Vanilleschote längs aufgeschnitten werden. Das Mark wird aus der Schote gelöst und mit dem Zucker vermengt.
© Foto: Robert Niedermeier

Für die Bärentatzen - Kuvertüre im Wasserbad korrekt schmelzen

Damit der Schokoladenüberguss schön glänzt, ist es wichtig, die Schokoladenkuvertüre mit Gemach bei zirka 40 - 45 Grad Celsius im Wasserbad zu schmelzen. Die Schokolade darf zum Verarbeiten auf 30 Grad abkühlen. Bei zu hoher Temperatur wird die Kuvertüre grieselig und stumpf. Das ist nicht hübsch und nimmt der Vollmilchschokolade auch das Aroma. Fürs Wasserbad braucht man einen Topf mit Wasser und eine trockene Schüssel. Die Kuvertüre wird in die Glas- oder Edelstahlschüssel gelegt, dann die Schüssel auf den Topf gestellt. Die Wärme des Wassers erhitzt die Schokolade sanft. Vorsicht: Es darf kein Wasser in die flüssige Schokolade gelangen. Das ruiniert die Kuvertüre.
Die Kekse tunken wir in die Schokoladenkuvertüre bei der Weihnachtsbäckerei, um die Bärentatzen darzustellen.
Die Kekse tunken wir in die Schokoladenkuvertüre bei der Weihnachtsbäckerei, um die Bärentatzen darzustellen.
© Foto: Robert Niedermeier

Backzeit beachten: Die Uhrzeit im Blick behalten

Noch ein fünfter, sehr wichtiger Tipp: Den Wecker stellen. Die Kekse brauchen 12 Minuten Backzeit. Zur Vorsicht die Uhr auf 10 Minuten stellen. Verbrannte Kekse schmecken nicht. Darum unbedingt die Uhrzeit im Blick behalten. Einen Hinweis liefert die Nase, ob das Spritzgebäck durchgebacken ist: Es duftet verführerisch. Viel Spaß in der Weihnachtsbäckerei!
Das fertig gebackene Spritzgebäck bekommt süße Bärentatzen aus Schokoladenkuvertüre verpasst.
Das fertig gebackene Spritzgebäck bekommt süße Bärentatzen aus Schokoladenkuvertüre verpasst.
© Foto: Robert Niedermeier

Einfaches Keksrezept für Spritzgebäck mit Bärentatze aus Schokolade

Ganz authentisch wurde folgendes Keksrezept nachgebaut, ohne die Zutaten mit einer Waage abzuwiegen. Der fertige Teig wird mit einem selbstgebastelten Spritzbeutel ohne Deko-Tülle aufs Backpapier gespritzt. Los geht‘s:
Zutaten für 40 Bärentatzen aus Spritzgebäck mit Schokoladenkuvertüre:
● 250 g Butter (1 Päckchen Butter)
● 250 g Zucker (1 Kaffeebecher)
● ¼ Vanilleschote
● 4 kleinere Eier (Größe M)
● 120 g geschälte, fertig gemahlene Mandeln (1 Kaffeebecher o. 2 kl. Tassen)
● 400 g Mehl (2 Kaffeebecher durchgesiebtes Mehl)
● 100 g Schokoladenkuvertüre (2 Stücke à 50 Gramm im Wasserbad zum Schmelzen bringen)
Back-Anleitung:
● Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark der Schote mit zwei Esslöffel Zucker gut mischen. Mit dem Löffel den Zucker zusammen mit dem Vanillemark wie mit einem Mörser zerstoßen und mit dem Zucker vermengen.
● Zimmerwarme Butter mit dem DIY-Vanillezucker und dem Rest vom Zucker in einer Schüssel erst mit dem Kochlöffel mischen, dann mit dem Knetrührer oder Schneebesen cremig aufschlagen. Dafür am besten ein hohes Gefäß nehmen, damit keine Zucker-Butter-Masse durch die Küche schleudert.
● Die Eier nacheinander im Takt von 30 Sekunden mit dem Schneebesen unterrühren.
● Die gemahlenen Mandeln zusammen mit dem Mehl sorgsam mithilfe des Kochlöffels in die Butter-Zucker-Masse gründlich einarbeiten. Den Kochlöffel ordentlich von unten nach oben und umgekehrt, ebenso kreisend, zum Einsatz bringen.
● Jetzt füllen wir den Teig in den selbst gebastelten Spritzbeutel und spritzen den Teig als ein Zentimeter breite und vier Zentimeter lange Stifte mit jeweils verdickten Enden aufs mit einem Blatt Backpapier ausgelegte Backblech. Nicht verzweifeln, gebacken sehen die Stifte besser aus – versprochen. Und: Übung macht den Meister.
● Die Teiglinge 30 Minuten an einem kühlen Ort ruhen lassen.
● Bei 170 Grad Celsius (beim Gasherd ungefähr Stufe 2½) zirka 12 Minuten backen lassen.
● Die fertig gebackenen Kekse abkühlen lassen. Danach die Enden der Plätzchen mit der im Wasserbad geschmolzenen Schokolade überziehen. Erneut abkühlen lassen und fertig.