Weihnachtsmarkt: Lob für die Rasselbande
Michelle, Jelena, Madison, Fienja und Annalena. Hinter diesen jungen Damen verbergen sich „Die Teufel“ — so der vielversprechende Name einer Mädchenband aus der Heinersdorfer Grundschule. Seit Monaten tingeln die 13– bis 15–Jährigen zu Straßen–, Dorf– und Stadtfesten, erfreuen mit flotter Musik auch die Gäste von Familienfeiern und anderen privaten Veranstaltungen. Begleitet werden sie immer von Band–Chef Rolf Büchler, der am Keyboard einheizt. Und von mindestens drei, vier Müttern oder Vätern, die eine Fahrgemeinschaft bilden.
So auch am Sonnabend. Da standen „Die Teufel“ auf der festlich geschmückten Bühne des 24. Weihnachtsmarktes vor dem Alten Rathaus in Fürstenberg.
„Rock, Pop und Schlager. Das ist genau das, was meine Ohren heute hören wollen“, meinte der 47–jährige Andreas Otto und sparte nach jedem Song der „Teufel“ nicht mit Beifall. Der Handelskaufmann aus Eisenhüttenstadt kam mit Ehefrau Dana zum Fest. „Wir mögen diese besinnliche Zeit, hören gern auch Weihnachtslieder. Aber um den fiesen Regen am heutigen Tag zu trotzen, kann es auch schon mal lauter sein“, ergänzte Ottos „bessere Hälfte“.
Dana Otto freute sich aber auch auf die kleinen Sänger der Kita „Fürstenberger Rasselbande“ aus der Herderstraße. Beim Besuch des Puppenspiels im Rathaus, das die Künstlerinnen Jana und Petra mit dem traurige Geschehnisse verheißende Motto „Der Weihnachtsmann ist krank“ stellten, „habe ich die Kita–Knirpse in ihren wunderschönen Kostümen schon bewundert. Nun bin ich auf ihr Bühnenprogramm gespannt.“ Später strahlte sie: „So eine Super–Rasselbande. Die Kinder haben mein Herz berührt.“
Eng Vernetzt
Von Freitag bis zum Sonntag hatte sich Fürstenbergs Marktplatz wieder in eine weihnachtliche Landschaft verwandelt. Zum 24. Mal in Folge organisierte die Bürgervereinigung Fürstenberg um ihren langjährigen Vorsitzenden Erich Opitz diesen Weihnachtsmarkt. „Wir sind mit Unternehmen und Vereinen gut vernetzt und haben über Jahre enge Kontakte aufgebaut. Wir erfahren viel Hilfe. Die Händler kommen gern zu uns“, erklärte Vorstandsmitglied Bertram Kahlisch. Er, Autor des Buches „25 Jahre Vereinsarbeit für die Heimatstadt Fürstenberg (Oder)“, war in den drei Festtagen einer von knapp 50 ehrenamtlichen Helfern. Zwei andere: Andreas Stier und Klaus Krüger. Auch sie gehören der Bürgervereinigung Fürstenberg an, die Schwung in ihren Lebensmittelpunkt, in ihren Ort bringen. Sonnabend verkauften die Herren im gesetzten Alter im festlichen Talar hochdotierter Ratsherren Tombola–Lose. Das Stück für 50 Cent, elf für fünf Euro. Mit etwas Glück gab‘s manche Leckerei — in fester wie auch in flüssiger Form.
Der Eisenhüttenstädter Klaus Fronicke drückte Andreas Stier einen Fünf–Euro–Schein in die Hand. „Elf Lose, bitte! Ist ja für einen guten Zweck.“ Auch ihn machte der Regen am Samstagnachmittag nichts sonderlich viel aus. „Hört sicherlich bald auf...“
Meinte optimistisch auch Robert Schneider vom gleichnamigen Fischereibetrieb aus Brieskow–Finkenheerd, ein Fachbetrieb, in diesem Jahr hundert Jahre alt. Der 37–jährige Fischermeister erzählte, dass der Fest–Freitag mit dem Weihnachtsprogramm der Goethe–Grundschule, dem Andrea Berg–Double Angela und den Lampion–Umzug mit dem Weihnachtsmann „sehr gut lief. Und heute? Der Regen ist bald vorbei. Dann kommen die Leute in Scharen.“ Und würden sich, wie er, auf die Abendveranstaltung „Schöne Stimmen zum Fest“ mit Preisträgern aus 17 Jahren des regionalen Wettbewerbes VOC freuen.
Suche nach Nachwuchs
Die Mitglieder des Männergesangsvereins Germania 1885 Fürstenberg (Oder), die Sonnabend noch beim Weihnachtssingen des FC Eisenhüttenstadt zu hören waren, beendeten Sonntag ihren Weihnachtsmarkt. Matthias Lehmann, stellvertretender Chef des Männergesangsvereins Vereins, gab der MOZ noch auf den Weg mit: „Schreiben Sie bitte: Wir suchen nach wie vor junge Sänger. Details sind auf unserer Internet–Plattform zu erfahren. Proben sind immer am Dienstag im Gesellschaftshaus Schleicher.“


