Wohnungsmarkt Eisenhüttenstadt
: Mietpreise unter Durchschnitt

Eisenhüttenstädter Werte liegen unter dem Landesdurchschnitt. Steigerungen bei Neuvermietungen sind größer.
Von
Stefan Lötsch
Eisenhüttenstadt
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Eisenhüttenstädter Werte liegen unter dem Landesdurchschnitt. Steigerungen bei Neuvermietungen sind größer. (Symbolbild)

dpa

Immer, wenn es um die Frage geht, warum Eisenhüttenstadt Einwohner verliert, geht es auch um die Mietenfrage und es kommt die Anmerkung: In der Stahlstadt müsse zu viel für eine Wohnung gezahlt werden.

Allerdings widerspricht dem die jährliche Mietenerhebung des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), der Daten seiner Mitgliedsunternehmen auswertet, wozu auch die städtische Gebäudewirtschaft (Gewi) und die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) gehören.

Teurer als in Frankfurt

Demnach lag die durchschnittliche Bestandsnettokaltmiete in der Stahlstadt Ende 2018 – das sind die neusten Daten – bei 4,87 Euro, vier Cent teurer als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: im Landesschnitt werden 5,14 Euro für den Quadratmeter aufgerufen, in der Nachbarstadt Frankfurt 4,81 Euro. In Berlin beträgt die durchschnittliche Bestandsmiete 6,14 Euro, im Berliner Umland 5,86 Euro. Deutlicher wird der Unterschied, wenn man die prozentuale Steigerungen vergleicht. So sind in Eisenhüttenstadt die Bestandsmieten im Schnitt um 0,8 Prozent gestiegen, in Frankfurt um 2,8 Prozent und in Fürstenwalde sogar um drei Prozent. Wobei in Eisenhüttenstadt das Bild für 2019 schon anders aussehen dürfte: Denn die EWG hat im vergangenen Jahr die Mieten angehoben.

Trotzdem entwickelt sich in Eisenhüttenstadt wie in allen Regionen des weiteren Metropolraum die Dynamik am Mietenmarkt nicht so sehr wie in berlinnahen Regionen. Der BBU erklärt es so: „Die divergierenden Bestandsmieten in den verschiedenen Regionen und Teilmärkten des Landes Brandenburg werden stark durch die jeweilige Entfernung zu Berlin, die heterogene wirtschaftliche Entwicklung in diesen Städten und die damit verbundene unterschiedliche Nachfragesituation beeinflusst.“ Angebotsüberhang und geringe Nachfrage sorgten derweil für weitaus niedrigere Mieten in berlinfernen Regionen. Eine sehr viel höhere Dynamik lässt sich derweil bei den Neuvertragsmieten feststellen. Eisenhüttenstadt verzeichnet da einen Durchschnittswert von 5,31 Euro pro Quadratmeter, 17 Cent mehr als im Jahr zuvor. Die Spanne liegt bei den Neuvermietungen zwischen 3,30 Euro und 7,20 Euro.

Frankfurt liegt zwar beim Durchschnittswert mit 5,27 Euro unter dem Eisenhüttenstädter Niveau. Die Steigerung ist mit 21 Cent allerdings höher. Sehr viel anders sieht 60 Kilometer entfernt die Mietenwelt aus: In Fürstenwalde sind die durchschnittlichen Neuvertragsmieten um 38 Cent auf 6,17 Euro gestiegen, im Spitzenwert werden bis zu neun Euro für den Quadratmeter verlangt. Das ist eine Folge unter anderem der sehr guten Zugverbindung nach Berlin.

Derweil ist in Eisenhüttenstadt zu berücksichtigen, dass momentan und auch schon in den vergangenen Monaten nicht wenige Wohnungen von Grund auf saniert und danach wieder neu vermietet worden sind, zum Beispiel im Quartier Friedensweg oder in der Straße der Republuik und in der Fritz-Heckert-Straße.

Dass die Mieten in manchen Regionen nur gering steigen, sieht der BBU durchaus kritisch. „Angesichts stark steigender Baupreise bei gleichzeitig knappen Baukapazitäten geben die vielerorts niedrigen Mieten und ihre schwache Entwicklung Anlass zur Sorge“, erklärt BBU-Vorstand Maren Kern.  Dabei gehe es unter anderem um die Ertragskraft der Unternehmen.

10 650 Wohnungen wurden erfasst

Für ihren Marktmonitor, den der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen jedes Jahr vorlegt, werden die Daten der Mitgliedsunternehmen ausgewertet. Für den Marktmonitor 2019, der die Entwicklung bis zum 31. Dezember 2018 auswertet, wurdendie Bestandsmieten von 10 560 Wohnungen in Eisenhüttenstadt erfasst. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 4,87 Euro (2017 waren es 4,80 Euro, 2018 4,80 Euro) Der niedrigste Wert lag bei 3,39 Euro (2017 bei 3,42 Euro), der maximale Wert bei 7,22 Euro wie auch schon im Jahr 2017. Alle Werte liegen unter dem Landesschnitt.⇥lö