Wohnungswirtschaft
: 556 Neuvermietungen in einem Jahr

Rund ein Drittel auf Hartz-IV-Niveau / Eisenhüttenstadt im Durchschnitt anderer Städte
Von
Stefan Lötsch
Eisenhüttenstadt
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Viele Neuvermietungen: Im Geschäftssitz der städtischen Gebäudewirtschaft wurden im vergangenen Jahr nicht zuletzt durch den Stadtumbau viele Verträge neu geschlossen.

Stefan Lötsch

Oliver Funke, Geschäftsführer der städtischen Gebäudewirtschaft, hat sich jüngst in der Stadtverordnetenversammlung zu Mieten in Eisenhüttenstadt geäußert. So liege die durchschnittliche Nettokalt-Miete bei Neuvermietungen in Eisenhüttenstadt bei 5,14 Euro. So hat es der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen ermittelt. Eisenhüttenstadt falle da im Vergleich zu anderen Städten nicht aus dem Rahmen. In Fürstenwalde muss mehr gezahlt werden, auch in Schwedt oder Guben. Die Nachbarstadt Frankfurt ist dagegen auf den ersten Blick günstiger. Funke verweist darauf, dass es dort noch einen hohen Bestand an Plattenbauten, auch an unsanierten Plattenbauten gebe, was die Mieten günstiger macht. In Eisenhüttenstadt dagegen gebe es den Denkmalbereich mit sanierten Wohnungen.

Im vergangenen Jahr hat die Gebäudewirtschaft 556 neue Mietverträge abgeschlossen. Ein Drittel der Verträge wurde zu Konditionen abgeschlossen, die im Rahmen der Kosten der Unterkunft liegen, also zu der Miethöhe, die vom Jobcenter gezahlt wird. Man mache das ganz freiwillig, ohne politischen Druck und ohne Mietpreisbremse, betonte der Geschäftsführer. Natürlich, gab er zu, seien Mieten subjektiv immer zu hoch, aber der Vergleich zeige, dass Eisenhüttenstadt nicht schlecht darstehe.

Die städtische Gebäudewirtschaft hat das vergangenen Jahr mit einem Gewinn von rund zwei Millionen Euro abgeschlossen, wobei der Geschäftsführer immer wieder betont, dass das auch eine Auswirkung der günstigen Zinsen ist. Derweil wurden im vergangen Jahr 13,4 Millionen Euro investiert. Man versuche immer, die Bauleistungen in der Region zu lassen, also regionale Unternehmen an den Aufträgen zu beteiligen. Wobei zur Region auch Frankfurt und Guben gehören.

Nach wie vor drückt ein nicht unerheblicher Schuldenberg das Unternehmen, was nicht zuletzt Folge der großen Investitionen seit der Wende vor allem in den Gebäudebestand im Denkmalbereich ist. Aktuell hat das Unternehmen Schulden in Höhe von 139 Millionen Euro. Vor sieben Jahren, so Oliver Funke, lagen die Schulden noch bei 150 Millionen Euro. Auch in diesem Fall kommt dem Unternehmen entgegen, dass sich die Zinsen für Kredite auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen.

Momentan verfügt das städtische Unternehmen noch über 7293 Wohnungen in Eisenhüttenstadt. Oliver Funke verwies darauf, dass es zu Wendezeiten noch 14 000 Wohnungen waren. Der Bestand wird, bedingt durch den demographischen Wandel, auch in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Inzwischen, was auch Geld bringt, bewirtschaftet die Gewi auch  2262 Stellflächen.