Ausfall
: Erkneraner tagelang ohne Internet

Vodafone-Kunden im Zentrum sind verärgert, weil die Technik nicht läuft. Das Unternehmen weist die Verantwortung von sich.
Von
Annette Herold
Erkner
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Abgehängt: In Erkner hatten Kunden von Vodafone kein Fernsehen, kein Internet, kein Telefon.

Britta Pedersen/dpa

Das las sich am Donnerstag schon anders, wie sich Rayk Menschel erinnert. Vodafone habe den Totalausfall eingeräumt und eine Reparatur bis 19 Uhr versprochen. Erneut wartete er vergebens – am Freitag musste er wie andere Vodafone-Kunden in Friedrich-, Thälmann-,Tietz- und Seestraße auch ohne Internet und Fernsehen auskommen.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf teilte am Freitag auf MOZ-Nachfrage mit: „Im Bereich Erkner-Mitte haben wir keine Störung in unserem Kabelnetz. Tatsächlich finden am lokalen Übergabepunkt in der Ernst-Thälmann-Straße in dieser Woche planmäßige Wartungs- und Modernisierungsarbeiten durch die Hausgesellschaft (nicht durch Vodafone) statt.“ Diese Arbeiten würden zu den Einschränkungen bei Fernsehen, Internet und Festnetz führen. An den Übergabepunkt seien 257 Haushalte angeschlossen.

Die Wohnungsgesellschaft Erkner (WGE) weist dagegen darauf hin, dass Leitungen und Infrastruktur zum Kabel, Internet sowie zum Telefon nicht WGE-Eigentum seien. „Vertragspartner mit Vodafone ist der Mieter“, antwortete die WGE am Freitagnachmittag schriftlich auf Nachfrage. „Ein Verschulden unsererseits können wir ausschließen“, hieß es weiter. „Mit Vodafone sind wir bereits seit Mittwoch im ganz engen Kontakt, um die Sache im Interesse unserer Mieter zu klären.“ Auch am Freitag habe die WGE bei Vodafone auf eine Lösung des Problems gedrängt.

Im Internet-Netzwerk Facebook schlagen derweil die Wellen hoch. Frustrierte Erkneraner machen ihrem Ärger über den Technik-Ausfall Luft. Ein Nutzer empfiehlt die Nutzung einer Satellitenschüssel, ein anderer das Handy als Modem für den Internetzugang. "Bitte alle immer anrufen und die nerven. Sonst passiert da wochenlang nichts“, appelliert ein dritter an die Leser. Von denen, die im Internet über ihre Telefonate mit Vodafone schreiben, berichtet niemand, er sei an die Wohnungsgesellschaft verwiesen worden.

Wenigstens das Handy geht

Elzbieta Zentara aus der Karl-Tietz-Straße kennt die Vodafone-Warteschleifen-Musik auch schon.  Inzwischen ruft ihr Sohn dort an. Mit magerem Ergebnis. „Da bewegt sich nichts“, ist auch Elzbieta Zentaras Erfahrung. Sie ist froh, wenigstens das Handy nutzen zu können.

Was Rayk Menschel stutzig macht: Schon einige Tage vor dem Ausfall vom Dienstag seien Kundenwerber der Telekom unterwegs gewesen und hätten die Ausfälle im Vodafone-Netz als Gesprächsaufmacher für Kundenabwerbung genutzt.