Bauernprotest A10 in Erkner: So läuft die Demonstration an der Autobahn-Auffahrt

Bauernprotest Fürstenwalde: Benjamin Meise und Mitarbeiter in Erkner an der Autobahn-Auffahrt A10 Richtung Dreieck Barnim, Hamburg und Prenzlau. Die Demonstration beginnt im Morgengrauen.
Kerstin Ewald- Bauern protestieren an der A10-Auffahrt Erkner gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen.
- Traktoren blockieren die Straße nicht, Zufahrt bleibt frei; Protest ist symbolisch.
- Kritik: Billigimporte aus Lateinamerika gefährden Preise und Lebensmittelsicherheit.
- Polizei bestätigt: Keine Verkehrsbehinderungen, Protest auch in Marzahn und anderen Orten.
- A10-Auffahrten Mühlenbeck und Potsdam-Nord sind laut Verkehrsmeldungen blockiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwischen 7 und 17 Uhr sind Proteste der Bauern gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen für Freitag (23.1.) angekündigt. Es soll zu Blockaden an der A10 kommen. An der Autobahn-Auffahrt in Erkner ist um 7 Uhr noch nichts zu sehen. Erst um kurz vor 8 hält ein SUV mit Deutschlandfähnchen an der Auffahrt zur A10 Richtung Hamburg und Prenzlau.
„Wir protestieren, aber wir blockieren hier nicht die Auffahrt“, sagt Landwirt Benjamin Meise aus Fürstenwalde, der die Vorhut der kleinen Kundgebung in Erkner bildet. Meise führt zusammen mit seinem Bruder die Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz. Er sei verantwortlich für 50 Mitarbeiter, wie er sagt. Kurze Zeit später rollen zwei Traktoren aus Richtung Fürstenwalde auf die Autobahn-Auffahrt in Erkner.
Tatsächlich platzieren die jungen Männer die Fahrzeuge aber nicht auf der Straße, sondern rechts und links an der Zufahrt zur A10. Die Straße bleibt für Autofahrende also frei passierbar.
Autobahn: A10-Auffahrt in Erkner bleibt frei
Die Leute könnten nichts dafür und sollen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, so Benjamin Meise sinngemäß. „Es geht hier um das Mercosur-Abkommen“, erläutert Landwirt Meise und präsentiert redegewandt das Anliegen seiner Zunft. „Wir fürchten, dass die Billigagrarimporte aus den südamerikanischen Ländern uns die Preise hier kaputt machen, dass die Lebensmittelsicherheit darunter leidet und dass die Auto-, die Chemie- und die Maschinenindustrie auf Kosten des Verbrauchers und der Landwirte profitieren werden.“ Besonders gefürchtete Konkurrenzprodukte aus Lateinamerika seien Rindfleisch und Soja.
Vor wenigen Tagen wurde das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten unterzeichnet. Allerdings wurde der Vertrag jetzt an den Europäischen Gerichtshof verwiesen, der überprüfen soll, ob das Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Manfred Weber (CSU), Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) haben gefordert, die Regelungen des Abkommens trotz gerichtlicher Prüfung schon vorläufig anzuwenden.
Bauernproteste – das sagt die Polizei zu anderen Standorten
Auch an anderen Auffahrten der A10 wollen Bauern am Freitag protestieren. In Erkner wird die Kundgebung von der Polizei begleitet. Marian Rex von der Polizeidirektion Ost informierte auf Nachfrage dieses Nachrichtenportals, dass die Bauern in Erkner an der A10-Auffahrt in Richtung Prenzlau stehen. „Es gibt aber keine Behinderungen auf der Straße, die Teilnehmer der Versammlung stehen mit ihren Fahrzeugen nur neben der Straße und halten auch auf der Mittelinsel ihre Plakate hoch.“
Ferner betroffen von der Traktoren-Demo ist an der A10 auch der Bereich Marzahn. „Dort ist nur die Anschlussstelle in Richtung Frankfurt (Oder) betroffen. Die Strecke in Richtung Prenzlau ist frei. Und es gibt keinerlei Behinderungen auf den umliegenden Landstraßen“, teilte der Polizeisprecher am Vormittag mit. An der Zufahrt zur Autobahn standen zunächst allerdings keine Traktoren, sondern zwei Autos, zwischen denen ein Transparent gespannt war: „Wir kämpfen für Dich und Deine Lebensmittel.“
Wegen Protestaktionen der Landwirte sind aktuell zudem laut Verkehrsmeldungen die Auffahrten Mühlenbeck im Norden sowie Potsdam-Nord im westlichen Teil der A10 blockiert.
In Erkner war der Bauernprotest laut Polizei offiziell bis 14 Uhr angekündigt. Er verlief am Ende ohne Störungen, hieß es von der Polizeiinspektion Fürstenwalde am Nachmittag. Um kurz vor 17 Uhr wurde nach Angaben der Polizeiinspektion MOL auch die Kundgebung an der Auffahrt Marzahn-Hellersdorf beendet – auch hier ohne Vorkommnisse.
