Bauprojekt
: Lärmschutz mit Haken in Erkner

Im Flakenseeweg trennt jetzt eine Lärmschutzwand das Wohn- vom Gewerbegebiet. Deren Gestaltung missfällt den Anwohnern.
Von
Joachim Eggers
Erkner
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  • Dicht am eigenen Grundstück (links): Eric Voigt vor der Lärmschutzwand im Flakenseeweg. Der Erkneraner hätte sich eine andere Ausführung gewünscht.

    Dicht am eigenen Grundstück (links): Eric Voigt vor der Lärmschutzwand im Flakenseeweg. Der Erkneraner hätte sich eine andere Ausführung gewünscht.

    joachim Eggers
  • Schon verschmiert: die Lärmschutzwand von der Julius-Rütgers-Straße aus

    Schon verschmiert: die Lärmschutzwand von der Julius-Rütgers-Straße aus

    joachim Eggers
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Dass sie kommen würde, war Andrea Benz und Eric Voigt klar. Die beiden wohnen links und rechts der früheren Durchfahrt vom neuen Wohngebiet am Flakenseeweg zur Rütgersstraße, wo sich gleich die Abfallkleinmengen-Annahmestelle des KWU anschließt. Doch wie die Lärmschutzwand jetzt gestaltet ist, stößt vor allem bei Eric Voigt auf massives Unbehagen.

Die Wand ist Ausdruck eines radikalen Kursschwenks in der Erkneraner Stadtentwicklung. Jahrelang war das Ziel, die Gesamtfläche des ehemaligen Teerwerks zu einem Gewerbe- und Industriegebiet zu entwickeln. Doch so viel Nachfrage nach Gewerbeflächen gab es nicht, dagegen sehr viel nach Wohnungsbauflächen. Als die Stadt 2008 einen Bebauungsplan beschloss, der Wohnhäuser auf den ehemaligen Höfen 3 und 4 des Teerwerks ermöglichte, gingen die Grundstücke weg wie warme Semmeln. Eine Lärmschutzwand wurde von Anfang an vorgesehen, um Wohnen und Gewerbe voneinander zu trennen.

Damit sind Andrea Benz und Eric Voigt auch sehr einverstanden. Sie begrüßen, dass die Testfahrten der im Gewerbegebiet angesiedelten Autowerkstätten in ihrem Wohngebiet nicht mehr möglich sind. Voigt spricht auch von Schleichverkehr zum Bahnhof, der jetzt unterbunden sei. Andrea Benz sieht indes einen Nachteil darin, dass das Wohngebiet mit seinen mehr als 110 Häusern nur noch eine Zufahrt hat. Die Krankenschwester, die in der Intensivmedizin arbeitet, denkt an Notfälle. Schon vor Jahren hat die Stadt versucht, eine zweite Durchfahrt zum Amselweg zu öffnen, ist damit aber nicht durchgekommen.

Knick im Verlauf

Eric Voigt sieht darin weniger das Problem als in der konkreten Gestaltung. Hinter seinem Grundstück macht die Konstruktion einen Knick und nähert sich Voigts Zaun von weit über zehn auf etwa drei Meter, sitzt der Familie also gleichsam vor der Nase, und das in Südrichtung im Garten. Auch ist die Wand niedriger, weil das Niveau des Erdwalls, auf dem sie thront, sinkt. Voigt versteht nicht, warum der Wall nicht unverändert in der Höhe und ohne Knick durchgezogen worden ist.

„Der Verlauf folgt den geografischen Grenzen zwischen Gewerbe- und Wohngebiet“, sagt dazu Jörg Wieczorke, der Geschäftsführer der Tewe Energieversorgung, die die Wand bauen und bezahlen musste; der Verlauf sei nicht frei wählbar gewesen. Dass die Wand in diesem Bereich weniger hoch ausfällt, gehe auf das Lärmschutzgutachten zurück. „Klar hätten wir das genauso hoch machen können wie im sonstigen Verlauf, aber das würde noch scheußlicher aussehen“, sagt er – und verweist darauf, dass der gesamte Bau eben eine gesetzliche Pflicht ist, die die Tewe erfüllen müsse.

Wieczorke ist nach eigener Aussage froh, wenn er mit der Übergabe der gesamten Anlage an die Stadt – dazu gehören auch die Straßen – nach vielen Jahren endlich aus dem Projekt raus ist. Doch noch sind die Anlagen nicht abgenommen, sagt Erkners Bauressort-Leiterin Claudia Günzel. Eric Voigt hat eine klare Erwartungshaltung: „Ich würde das nicht abnehmen.“