Bundespolitik: Volker Kauder wirbt in Erkner für christliche Werte

Nachgefragt: Volker Kauder, Lillian Branding und Susanne Branding (v.l.) im Gespräch nach der Podiumsdiskussion im voll besetzten Saal des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner.
Elke LangDer evangelische CDU-Mann näherte sich seinem Thema, das er wie eine Predigt abhandelte, mit der Frage an, ob eine Partei mit dem C werben kann, wenn sich immer mehr Menschen in der säkularen Gesellschaft von der Kirche abwenden. „Ja, und zwar mit Politik auf der Grundlage des Wertekanons des christlichen Menschenbildes“. Zu diesem gehöre an vorderster Stelle nach dem Galater-Brief der Bibel die Freiheit und die Würde des Menschen als Ebenbild Gottes.
Kauder erläuterte nun an vielen Beispielen der Tagespolitik, wie die CDU um diese Werte ringe. Er sprach den Mindestlohn als einen ersten Schritt an zur Erreichung des Ziels „Leistung muss sich lohnen.“ Die Religionsfreiheit war für ihn ein großes Thema. „Dort, wo es keine Religionsfreiheit gibt, gibt es keine Freiheit“, begründete er, warum die Türkei von der „europäischen Wertegemeinschaft meilenweit entfernt“ sei. Auf Deutschland bezogen sprach er die Sätze: „Die Muslime gehören zu Deutschland, aber nicht der Islam. Auch Ali ist ein Geschöpf Gottes“.
Bei diesem Themenabend schmorte der Gastgeber, der CDU-Stadtverband Erkner, nicht im eigenen Saft. Neben dem katholischen Pfarrer Hansjörg Blattner war auch der evangelische Carsten Schwarz gekommen. Man sah Parteilose und Leute, die man als politisch links orientiert kennt. Entsprechend kritisch waren auch die Fragen, die meist in den sozialen Bereich gingen: prekäre Familienverhältnisse, Flüchtlingskinder in Griechenland, durch die CDU abgelehnte Tafel-Unterstützung, Obdachlosigkeit, aber auch Waffenexport. Der Politiker hatte dazu als Erklärung wortreich viele selbst erlebte Geschichten aus dem Leben parat. Lösungswege aber waren nicht darunter.