Drogen in Erkner: Zoll findet in Imbiss Tütchen mit Crystal Meth

Ein Zollbeamter untersucht eine verdächtige Substanz mit einem Raman-Spektroskop. Auf der Suche nach Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung haben Zoll-Kontrolleure in Erkner auch Tütchen mit Drogen gefunden. (Symbolbild)
Marius BeckerUm Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung aufzudecken, haben sich Mitarbeiter des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) dieses Mal auf Restaurants und Imbisse im Osten und Süden von Berlin konzentriert, auf Orte im Landkreis Oder-Spree. Auch das Gewerbeamt Erkner ist involviert, informiert Astrid Pinz, die Pressesprecherin der Behörde aus Frankfurt (Oder).
Und gleich in Erkner werden die Beamten mehrfach fündig. In einem Imbiss treffen sie zwei türkische Staatsbürger, „welche keine ausländerrechtlichen Dokumente vorlegen konnten, die ihre Erwerbstätigkeit in Deutschland gestatten“, heißt es in der schriftlichen Mitteilung des Zolls von Dienstag (12. Dezember). Zudem sei eine der beiden Personen bereits als „vollziehbar ausreisepflichtig ausgeschrieben“ gewesen.
Drogen und Utensilien zu Drogen-Konsum in Erkner gefunden
In einem weiteren Restaurant in Erkner habe ein vietnamesischer Staatsangehöriger bei Eintreffen des Zolls fliehen wollen, ist der Pressemitteilung weiter zu entnehmen. Der Mann habe keine gültigen Dokumente für seinen Aufenthalt in Deutschland und die Tätigkeit in einem Restaurant gehabt, stellen die Beamten relativ schnell fest. „Gegen ihn und seinen Arbeitgeber wurden ebenfalls Strafverfahren eingeleitet“, teilt der Zoll dazu mit.
Bei der Suche nach Personaldokumenten hätten die Beamten zudem in der Küche des Restaurants mehrere Tütchen mit einer kristallinen Substanz entdeckt. Der Inhalte habe sich nach Schnelltests als sieben Gramm Crystal Meth entpuppt. Ferner seien Utensilien für den Konsum von Drogen gefunden worden. Die Zöllner stellten die Gegenstände sicher und übergaben sie der zuständigen Landespolizei.
Ordnungsamt Erkner wertet Ergebnisse der Kontrollen aus
In Erkner ist die Auswertung der Kontrollergebnisse bislang noch nicht abgeschlossen. Dies teilte Bürgermeister Henryk Pilz als Dienstherr des Ordnungs- und Gewerbeamts Erkner auf Nachfrage mit. So können aus den Kontrollen von Anfang Dezember noch weitere Anzeigen folgen. Für die einzelnen Betroffenen kann dies unter Umständen Ermahnungen, Bußgelder oder sogar die Restaurantschließung bedeuten. „Wir fordern regelmäßig Unterstützung vom Zoll an, da die Beamten über anderer Möglichkeiten als wir verfügen“, erläutert Pilz zu den aktuellen Kontrollen. Auch mit der Polizei sei man über gemeinsame Streifen im Gespräch. Wegen Personalmangels bei den Ordnungshütern käme es aber praktisch kaum zur Kooperation im Bereich der Gewerbeaufsicht, so Pilz.
In Beeskow arbeiten Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung
Auf einen Hinweis hin statteten die Beamten auch noch einem Imbiss in Beeskow einen Besuch ab. „Dort trafen sie drei türkische Staatsangehörige an, welche die für ihre Erwerbstätigkeit notwendigen ausländerrechtlichen Dokumente nicht vorlegen konnten“, informiert die Pressestelle des Zolls weiter. Gegen die Arbeitnehmer und den Arbeitgeber seien Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts eingeleitet und eine Sicherheitsleistung für die zu erwartende Strafe vereinnahmt worden. Die Ermittlungen gegen den Arbeitgeber wegen der Beihilfe zu illegalem Aufenthalt von Ausländern würden andauern. Die Kontrollen haben laut Zoll bereits am 6. Dezember stattgefunden.
Wie viele Unternehmen und Arbeitnehmer Zoll-Beamte im Jahr 2023 bereits kontrolliert haben, könne sie nicht mitteilen, sagt Sprecherin Astrid Pinz auf Nachfrage. Im Jahr 2022 habe es 282 Arbeitgeberprüfungen gegeben, 7691 Personen seien befragt worden.
Im Jahr 2022 seien im gesamten Bereich des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) 1927 Ermittlungsverfahren und 934 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Letzteres geschehe bei geringeren Verstößen, etwa, wenn jemand zum Beispiel seine Stundennachweise nicht ordnungsgemäß geführt habe.
Der Bereich des Hauptzollamtes erstreckt sich von der sächsischen bis zur mecklenburgischen Landesgrenze und bis an den Rand Berlins, also über ganz Ostdeutschland. Bei den sogenannten Arbeitgeberprüfungen befragen die Beamten die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber und lassen sich Unterlagen zeigen. Diese Kontrollen geschehen meist allein, teilweise werden aber auch, wie im Fall Erkner, Gewerbeämter einbezogen.
In einer früheren Version hatten wir Astrid Pinz versehentlich einen falschen Vornamen gegeben. Wir bitten um Entschuldigung.

