Gedenken
: Am Anfang stehen Anfeindungen

Vielerorts Gedenken an die Holocaust-Opfer / Rund 25 Bürger in Woltersdorf
Von
Joachim Eggers
Woltersdorf
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Kranzniederlegung: Auch in Woltersdorf gedachten Bürger der Opfer des Holocaust.

Joachim Eggers

Etwa 25 Bürger haben am Sonntagmorgen am VdN-Denkmal an der Berliner Straße der Opfer des Holocausts gedacht. Zu der Veranstaltung hatten der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Sebastian Meskes, und Bürgermeisterin Margitta Decker eingeladen. Beide waren nicht da. Sozialamtsleiterin Jenny Loponen vertrat die Bürgermeisterin.

Meskes’ Lebensgefährtin Julia Wiedemann – auch Vorsitzende der Linken im Landkreis Oder-Spree – ging in einer Ansprache auf Parallelen zwischen dem Aufstieg des Nationalsozialismus und der heutigen Zeit ein. Es beginne mit Anfeindungen, Hetze, Aufstachelung, sagte sie. „Die Anfänge scheinen klein zu sein, aber wir sehen, wohin es geführt hat.“ Der neue brasilianische Präsident spreche von Folter als Instrument, der ungarische Regierungschef Viktor Orban äußere sich offen antisemitisch, in manchen Stadtteilen Berlins sei es gefährlich, eine Kippa zu tragen. „Auch wir haben Vertreter im Parlament, die sich offen völkisch äußern“, sagte Julia Wiedemann. Man müsse sich fragen: „Haben wir genug getan?“ Die Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung sei Teil der Erinnerungsarbeit.

Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee Auschwitz und befreite die Gefangenen. In Deutschland ist er seit 1996 Holocaust-Gedenktag. Erinnerungsveranstaltungen aus diesem Anlass gab es auch in Erkner und Schöneiche sowie in Fürstenwalde.