Gesamtschule Erkner
: Morus-Oberschule bietet nun Abitur, dieser Jahrgang startet

Plötzlich ging es schnell. Die Morus-Oberschule wird Gesamtschule und bietet jetzt auch Abitur als einen möglichen Abschluss an. Das sollten Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern wissen.
Von
Kerstin Ewald
Erkner
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Mit Hilfe eines elektronischen "Smartboards" führt Paul Sauerland am Donnerstag (10.02.2011) in der Gesamtschule Emsland in Lingen (Kreis Emsland) den naturwissenschaftlichen Unterricht in einer sechsten Klasse durch. Als Ende der "Kreidezeit" bezeichnet die Gesamtschule den Abbau ihrer klassischen Wandtafeln und den Austausch zu computergesteuerten Smartboards. Per Touschscreen kann hier der Unterricht sehr viel facettenreicher und illustrativer erfolgen. Die Schüler können dabei mit ihren Schul-Laptops interaktiv in das elektronische Tafelbild eingreifen. Foto: Ingo Wagner dpa/lni (Zu lni 0729 vom 10.02.2011) ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Die Morus-Oberschule Erkner geht einen wichtigen Schritt in Richtung Gesamtschule: Können im Jahr 2033 die ersten ihr Abitur dort machen? (Symbolbild)

Ingo Wagner/dpa
  • Morus-Oberschule in Erkner wird Gesamtschule und bietet künftig Abitur und Fachabitur an.
  • Erste Schüler können ab 2026/2027 in der 7. Klasse starten und ab 2033 ihr Abitur ablegen.
  • Bildungsminister Steffen Freiberg übergab den Genehmigungsbescheid für die neue Oberstufe.
  • Neubau der Schule mit Turnhallen geplant, Baustart für die Sechsfeld-Turnhalle ab Ende 2026 möglich.
  • Schule setzt auf modernes Lernen mit mehr Eigenverantwortung und selbstorganisiertem Lernen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Morus-Oberschule in Erkner hat nun wieder einen Meilenstein in Richtung Gesamtschule hinter sich gebracht. Damit haben Schüler und Schülerinnen in Erkner und Umgebung ab sofort ein neues Angebot für ihre Schullaufbahn. Wer im kommenden Schuljahr 2026/2027 die siebte Klasse der Morus-Oberschule besucht, hat die Möglichkeit, dort später ein Abitur abzulegen.

Das heißt für die Kinder der Geburtenjahrgänge 2014 und 2015: Wenn sie sich jetzt in der Morus-Oberschule anmelden und in der 10. Klasse die Schulnoten stimmen, können sie an der Schule bleiben und dort in den Jahrgangsstufen 11 bis 13 die allgemeine Hochschulreife erwerben. Auch die schulischen Voraussetzungen fürs Fachabitur können dann absolviert werden.

Die Voraussetzungen für dieses neue Schulangebot wurden soeben geschaffen. Am Mittwoch (14.1.) fuhr Bildungsminister Steffen Freiberg extra nach Erkner, um an Landrat Frank Steffen den Genehmigungsbescheid für die neue Oberstufe zu übergeben. Bürgermeister Henryk Pilz, die Schulleitung sowie Schülerinnen und Schüler der Schülervertretung waren bei dem Ereignis dabei, das bedeutsam ist für die gesamte Bildungslandschaft der Gegend.

Sechstklässlern in Brandenburg steht Ü7-Verfahren bevor

Jugendliche in Erkner und Umgebung, die gerade die sechsten Klassen der Grundschulen besuchen, dürfen sich also freuen. Die Morus-Oberschule wird Gesamtschule und bietet damit Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, in einer dreijährigen Oberstufe (11. bis 13. Klasse) die Allgemeine Hochschulreife abzulegen – statt wie am Gymnasium in einer zweijährigen Oberstufe (11. und 12. Klasse). Im berlinnahen Speckgürtel um Erkner fehlte ein solches staatliches Angebot bisher komplett.

Wer bisher nach der Oberschule ohne Schulgeld Abitur oder Fachabitur ablegen wollte, musste täglich ins Oberstufenzentrum nach Fürstenwalde fahren. Von Schöneiche am Berliner Stadtrand sind das fast 40 Kilometer. Eine Alternative bieten zwar zahlreiche Schulen in privater Trägerschaft. Doch diese Schulen kommen den Eltern wegen eines monatlich zu zahlenden Schulgelds teilweise teuer zu stehen.

Infoveranstaltung – „Abitur an der Morus-Oberschule“

■ Wer im kommenden Schuljahr 2026/2027 die siebte Klasse der Morusschule Erkner besucht, hat die Möglichkeit, dort ein Abitur abzulegen und die schulischen Voraussetzungen fürs Fachabitur zu erwerben.
■  Infoveranstaltung am 26. Januar – 18 bis 19 Uhr – keine Anmeldung nötig
Adresse: Aula der Morusschule, Hohenbinder Weg 4, Erkner
■ Hinweis: Gymnasiale Oberstufe ist in gängigen Schulverzeichnissen teilweise noch nicht erwähnt.

Was die Sechstklässler in Brandenburg angeht, müssen sie sich gerade aufs sogenannte Ü7 Verfahren vorbereiten, d.h. auf den Übertritt in die siebte Klasse. In Brandenburg wechseln Kinder nach der sechsten Klasse in der Regel die Schule. Der Zeitplan sieht dabei so aus: Noch im Januar können sich die Jugendlichen und ihre Eltern über die verschiedenen Schulen informieren. Jeder Schüler, jede Schülerin erhält ein Grundschulgutachten. Diese gibt Aufschluss darüber, welche Schulformen individuell in Frage kommen bzw. empfohlen werden. Im Februar ist Abgabeschluss für die Anmeldeunterlagen mit den Schulwünschen.

Minister Steffen Freiberg lobt Schulgemeinschaft

Bei dem Zusammentreffen in Erkner am Mittwoch gratulierte Bildungsminister Steffen Freiberg Landrat Frank Steffen und dem Kreistag zu ihrer „weitsichtigen Entscheidung“, die Morus-Oberschule in eine Gesamtschule umzuwandeln. Außerdem würdigte der Minister den Beitrag der Schule selbst zur Entwicklung eines modernen Schulkonzeptes mit neuen Lehrmethoden: „Die Morusschule hat ein engagiertes Kollegium von Lehrerinnen und Lehrern, die an einer Verbesserung der Lernsituation der Schülerinnen und Schüler arbeiten. Sie zeigen damit vorbildhaft, wie eine gute Schule durch eine aktive Schulgemeinschaft gestaltet und entwickelt werden kann.“

Morus-Oberschule Erkner: Für die Übergabe der Genehmigung für eine Gesamtschule kamen Bildungsminister Steffen Freiberg (hinten Mitte) mit Schülern und Schülerinnen, mit Landrat Frank Steffen, Becky Meyer-Grundwald (Leiterin Schulverwaltungsamt (r.), Schulleiterinnen Jana Demmig (vorne Mitte), Stellvertreterin Stefanie Wagner (2.v.r.) und Bürgermeister Henryk Pilz (l.) zusammen.

Morus-Oberschule Erkner: Zur Übergabe der Genehmigung für eine Gesamtschule kamen Bildungsminister Steffen Freiberg (hinten Mitte r.) mit Schülern und Schülerinnen, mit Landrat Frank Steffen (hinten MItte l.), Becky Meyer-Grunewald (Leiterin Schulverwaltungsamt (r.), Schulleiterin Jana Demmig (vorne Mitte), Stellvertreterin Stefanie Wagner (2.v.r.) und Bürgermeister Henryk Pilz (l.) zusammen.

Jana Demmig

Bereits seit Beginn des Schuljahrs 2023/2024 hatte die Morus-Oberschule in Erkner unter der Leitung von Schulleiterin Jana Demmig einen neuen Weg eingeschlagen. Zunehmend probieren einzelne Klassen Unterrichtsformen mit weniger frontaler Stoffvermittlung und mehr Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Selbstorganisiertes Lernen, Freiarbeitszeiten und Lerncoachings sind seitdem einige der wichtigen Eckpfeiler des neuen Lernens. An dem langwierigen Prozess der Weiterentwicklung ihrer Schule hatten sich auch  Schülerinnen und Schüler beteiligt – unter anderem bei einem Workshop mit Lehrern und Verwaltungsfachleuten zum Thema Schulgestaltung im November 2024.

Neubau Morus-Oberschule Erkner – möglicher Baustart 2026

Landrat Frank Steffen wies am Rande der Übergabe auf den geplanten Neubau der Morusschule hin: Das gesamte Projekt sei ein „echter Gewinn für Familien, Schülerinnen und Schüler sowie für die Stadt Erkner“, so der Landrat. Was Frank Steffen damit meint, ist ein drei- oder viergeschossiger Neubau eines Schulgebäudes samt zwei neuer Turnhallen. Die Hallen wird auch das benachbarte Carl-Bechstein-Gymnasium für den Sportunterricht nutzen. Bei einer der Turnhallen, nämlich der Sechsfeld-Turnhalle in der Nähe des Friedhofs Erkner, könnte gegen Ende des Jahres 2026 schon der erste Spatenstich erfolgen.

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