Gesundheit
: Im Seniorenheim in Erkner wird erst einmal isoliert

Zum Schutz vor Covid19 treffen Pflegeeinrichtungen in Erkner und Umgebung besondere Vorkehrungen. Die stationäre Aufnahme ist komplizierter.
Von
Annette Herold
Erkner
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Zwei ältere Frauen mit ihren Rollatoren

Patrick Pleul

Heute kommt wieder Pfarrer Carsten SchSeniorenwohnparkwarz und bietet den Bewohnern des Erkneraner Seniorenwohnparks etwas Abwechslung. Vor Ostern war er schon einmal da, hat die Osterbotschaft des Bischofs übermittelt, gesungen und dazu Gitarre gespielt. Bei den Bewohnern kam das gut an, wie Pflegedienstleiterin Sabine Kranz berichtet — auch wenn sie aus Gründen des Infektionsschutzes am Fenster und der Pfarrer draußen im Garten bleiben musste.

Neuankömmlinge werden im Seniorenwohnpark so wie in anderen Einrichtungen auch derzeit zunächst isoliert. Bei einer Aufnahme ist auch ein negativer Corona–Test ein Muss — eine Infektionswelle in Seniorenheimen soll unbedingt verhindert werden. Menschen über 70 und welche mit Vorerkrankungen gehören zur sogenannten Risikogruppe.

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Darum gilt auch im Grünheider Alloheim eine 14–tägige Zimmerquarantäne. Sind die Betreffenden symptomfrei, könnten sie sich danach auch außerhalb des Zimmers aufhalten, sagt Dennis Krumnow, der das „Haus am Peetzsee“ leitet. Doch die Bewegungsfreiheit ist für alle Bewohner eingeschränkt, wie es für alle Bewohner des Hauses gilt. Die Mitarbeiter versuchen, ihnen die Zeit dennoch so angenehm wie möglich zu machen. „Wir werden digitale Ausrüstung beschaffen, damit für unsere Bewohner auch Videotelefonate möglich sind“, kündigt Dennis Krumnow an. Mangelnde Bewegungsfreiheit und Besuchssperre zerrten schon an den Nerven. So vermissten die mobileren Senioren ihre Gänge etwa zu einem kleinen Einkauf. „Aber diese Maßnahmen sind notwendig, dass wir alle gesund bleiben.“ Spaziergänge seien nach wie vor möglich, aber einzeln und in Begleitung eines Betreuers. „Es geht um Kontrolle, damit wir im Infektionsfall wissen, zu wem Kontakt bestand“, sagt der Alloheim–Leiter. „Wir appellieren immer wieder an Bewohner und Angehörige, in der für alle belastenden Situation Geduld und Verständnis aufzubringen.“

Mit Besuchsmöglichkeiten am Fenster und Videotelefonie können Bewohner des Fürstenwalder Altenpflege–Wohnheims „Katharina–von–Bora–Haus“ derzeit Kontakt zu ihren Lieben halten. „Die meisten verstehen das“, sagt der Leiter Reinhard Weiß. „Und sie sind dankbar, dass sie geschützt werden.“ Probleme gebe es dennoch, auch ganz praktische. Erlaubt ist momentan nur medizinische Fußpflege. Das heißt, dass viele Bewohner schon seit Wochen auf Pediküre verzichten müssen. „Da muss es Lockerungen geben“, fordert Reinhard Weiß und verweist auf gesundheitliche Gefahren durch fehlende Fußpflege. Es sei schlicht nicht nachvollziehbar, dass Friseure wieder öffnen, die Fußpfleger aber nicht arbeiten dürfen. Neuaufnahmen seien derzeit unmöglich, weil das Haus voll belegt sei, sagt Reinhard Weiß. Voraussetzungen für eine Aufnahme seien ein negativer Test und eine 14–tägige Quarantäne. Für Gewissheit im Haus dringt Reinhard Weiß auch darauf, dass Bewohner von Pflegeeinrichtungen bei Covid–19–Verdacht getestet werden. "Das machen die Hausärzte bisher nicht. Es wäre wichtig, dass großzügig und schnell getestet wird.“

Vier Plätze bleiben vorerst frei

Infektionsschutz ist auch im Schöneicher Seniorenheim das oberste Gebot. Darum bleibt in dem Haus vorerst eine Wohneinheit mit vier Einzelzimmern frei — für den Fall des Falles, wie die Leiterin Cornelia Braukmann sagt. Man wolle einfach sichergehen und im Verdachtsfall Bewohner in einem gesonderten Flur unterbringen können. Freie Plätze gibt es im Theresienheim damit derzeit nicht, wenn aber Neuaufnahmen möglich wären, dann ebenfalls nur mit negativem Test und Isolationszeit. Diese Maßgabe stellt die Häuser aber vor ein Problem, auf das Cornelia Braukmann hinweist: Was, wenn jemand an Demenz leidet und sich nicht isolieren lässt?

Den Theresienheim–Bewohnern versuchen sie und ihre Mitarbeiter Abwechslung trotz Einschränkungen zu verschaffen. Virtuelle Museums– und Konzertbesuche gehören dazu. Es gebe aber ohnehin großes Verständnis, hat die Leiterin festgestellt. Viele sagten: „Wir haben schon soviel Schlimmes erlebt. Das schaffen wir auch.“

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