Gigafactory
: „Wie Shanghai“ – Tesla-Chef Musk kündigt 25.000 Euro-Auto in Grünheide an

Tesla will die Gigafactory Grünheide ausbauen. Neben dem Model Y will Elon Musk dort künftig auch das neue Einstiegsmodell fertigen lassen. Ein Autoexperte zieht Vergleiche zum Werk in Shanghai.
Von
Christian Heinig
Grünheide
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Der US-Elektroautohersteller Tesla will in seinem europäischen Werk in Grünheide bei Berlin das geplante Einstiegsmodell für 25.000 Euro herstellen. (Symbolbild)

Patrick Pleul/dpa

Gemunkelt wurde es unter Insidern bereits, nun ist es praktisch amtlich: Der US-Elektroautohersteller Tesla will in seinem europäischen Werk in Grünheide bei Berlin das geplante Einstiegsmodell für 25.000 Euro herstellen. Tesla-Chef Elon Musk kündigte dies nach Teilnehmerangaben bei einem Besuch am vergangenen Freitag (3. November) in Grünheide an, wie mehreren Medien zuvor berichteten.

Die Ankündigung gilt den Teilnehmerangaben zufolge als Bekenntnis zum Standort in Brandenburg. Und auch als Ausdruck der Standortsicherheit. Das Auto soll bereits in der Entwicklung sein.

„Baby-Tesla“ könnte Model Q oder Model 2 heißen

Ob es ausschließlich in Europa gebaut werden soll, ist bisher offen. Auch der Name des „Baby-Teslas“ steht noch nicht fest. Von Model Q oder Model 2 war bereits die Rede. Fest steht: Dahinter verbürgt sich ein kleiner Kompakt-Stromer, der als Einstiegsmodell gedacht ist. Die Produktion soll ursprünglich auch in Mexiko angedacht worden sein, wo Tesla den Bau einer weiteren Gigafactory plant.

Im Werk in Grünheide, das Tesla 2022 eröffnet hat, werden bislang ausschließlich Fahrzeuge vom Typ Model Y gefertigt, einem SUV. Das angepeilte Ziel von 500.000 Autos pro Jahr ist noch nicht erreicht, es gibt bekanntlich aber Pläne zum Ausbau der Fabrik – auf eine Kapazität von einer Million Autos im Jahr. Das Land Brandenburg prüft noch den umweltrechtlichen Antrag für den ersten Teil des Ausbaus. Umweltverbände und Anwohner haben Bedenken, ein Teil des Geländes liegt in einem Wasserschutzgebiet.

Autoexperte: „Für Grünheide ist das eine zusätzliche Chance“

Dass Elon Musk das 25.000-Euro-Auto bauen wird, kommt für den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer wenig überraschend. „Tesla strebt ganz klar Marktführerschaft an und will bis 2030 rund 20 Millionen Elektroautos jährlich verkaufen. Dazu braucht man das 25.000 Euro Fahrzeug“, sagt er gegenüber MOZ.de.

Für Grünheide sei dies eine zusätzliche Chance. „Und die Kalkulation geht sicher auch auf, denn mit seinen modernen Produktionsprozessen und seinen Mega Casting Maschinen wird er das mit vernünftigen Kosten hinbekommen“, schätzt Dudenhöffer. Tesla bewege im wörtlichen Sinn den Elektroautomarkt und das Geschäft. Und Grünheide spiele da eine wichtige Rolle. „Vielleicht schafft es Tesla in Grünheide das zu wiederholen, was etwa mit der Fabrik in Shanghai aufgebaut wurde“, so Dudenhöffer. „Grünheide wäre das Shanghai in Deutschland.“

Elon Musk hat höhere Löhne angekündigt

Musk hatte bei seinem Besuch in Grünheide auch höhere Löhne für seine Beschäftigten angekündigt. Nach einem Plus der Entgelte um bis zu 6 Prozent im vergangenen Jahr sollen sie dieses Jahr nochmals um 4 Prozent steigen. Die Jahresgehälter der Produktionsmitarbeiter werden zudem ab Februar 2024 um 2500 Euro erhöht. Die IG Metall hatte die geplante Lohnerhöhung begrüßt. Nach ihren Angaben bleibt die Bezahlung bei Tesla allerdings auch danach deutlich hinter dem branchenüblichen Niveau in der Autoindustrie in Deutschland zurück.