Gigafactory Grünheide: Bergung von Kampfmitteln im Tesla-Wald frühzeitig beendet

Die Fundstelle wurde mit einem Zaun abgesichert. Dahinter arbeiten die Kampfmittelbeseitiger unter Atemschutz und in speziellen Schutzanzügen.
Dennis Lloyd BrätschDie Bergung von Kampfmitteln an der sogenannten Gigafactory von Tesla in Grünheide ist frühzeitig beendet worden. Die vermuteten Stoffe seien nicht gefunden worden, sagte ein Sprecher der Gemeinde.
Experten hatten ursprünglich in einem Wehrmachtskoffer gefährliche chemische Substanzen vermutet. Es seien allerdings keine Substanzen gefunden worden, von denen eine erhöhte Gefahr ausgehe. Den Koffer auszuheben und abzutransportieren, sei nun nicht mehr nötig, ergänzte der Sprecher.
Auf MOZ-Nachfrage ergänzte der Gemeindewehrführer von Grünheide Tobias Thieme, dass „kleinste Munitionsreste und eine Atemschutzmaske mit Filter und auch Sprengstoffreste“ gefunden worden seien, aber eben nichts Gefährliches. Die Feuerwehr war vor Ort, um den eingerichteten Sperrkreis abzusichern.
Tesla in Grünheide: Sperrkreis und L23-Sperrung aufgehoben
Der Sperrkreis mit einem Radius von 100 Metern um den Fundort sei gegen Dienstagmittag aufgehoben worden, hieß es. Auch weitere für die kommenden Tage angekündigte Sperrungen entfielen.
Die Fundstelle der vermeintlichen chemischen Kampfmittel lag in unmittelbarer Nähe zur L23. Der Bereich war umzäunt und mit einer Schleuse zur Dekontamination versehen worden. Die Kampfmittelbeseitiger konnten in dem geschützten Bereich nur mit Atemschutz und speziellen Schutzanzügen arbeiten.
Tesla: Zwei Bomben bereits nahe Gigafactory gesprengt
In den vergangenen Wochen waren zwei Weltkriegsbomben englischen Fabrikats auf der geplanten Erweiterungsfläche des Tesla-Werks entschärft worden. Dabei waren kurzzeitig auch Teile des Betriebsgeländes und das Protestcamp von Tesla-Gegnern betroffen.
Das Brandenburger Umweltministerium hat die Sondierungsarbeiten nach Weltkriegsmunition auf dem 79 Hektar großen Erweiterungsgelände, wo der Güterbahnhof von Tesla entstehen soll, beauftragt. Dass im Wald bei Tesla soviel Munition liegt, ist kein Zufall. Nach Angaben des Innenministeriums sollen auf dem Gebiet insbesondere im Zweiten Weltkrieg Kampfhandlungen im Umfeld von Berlin im April 1945 stattgefunden haben. Das hätten historische Auswertungen und bisherige Funde gezeigt.


