Tesla Grünheide
: Protest gegen Erweiterung – was Klimaaktivistin Rackete fordert

UPDATE Das Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ hat gegen die geplante Erweiterung der Gigafactory protestiert. Wie die Aktion verlief – und was die bekannte Klimaaktivistin Carola Rackete fordert.
Von
Jakob Kerry
Grünheide
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„Tesla den Hahn abdrehen“: Teilnehmer der Protestaktion stellten sich mit einem blauen Band symbolisch vor den Wald am Bahnhof Fangschleuse in Grünheide.

Jakob Kerry

Das Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ hat am 9. Dezember eine Protest-Aktion am am Bahnhof Fangschleuse veranstaltet. Unter dem Motto „Blaue-Band Aktion“ nahmen laut Angaben des Veranstalters 250 Personen an dem Protest gegen die geplante Tesla-Erweiterung teil. Zahlreiche Organisationen wie die „Bürgerinitiative Grünheide“, „Sand im Getriebe“ oder die „Wassertafel Berlin-Brandenburg“ waren anwesend.

Ebenfalls vor Ort war die bekannte Klimaaktivistin und zugleich Spitzenkandidatin der Partei „Die Linke“ für die Europawahl 2024, Carola Rackete.

Ablauf der Anti-Tesla Protestaktion

Die Aktion startete mit einer Begrüßungskundgebung am Bahnhofsvorplatz Fangschleuse in Grünheide, danach begab sich der Protestzug über die Gleise am Bahnübergang Fangschleuse zum Waldstück, welches für die geplante Tesla-Erweiterung gerodet werden soll.

Im Anschluss wurde ein blaues Band vom Bahnhof Fangschleuse bis zum Hangelsberger Kreisel von den Teilnehmenden vor das gefährdete Waldstück gespannt.

Die Gemeindevertretersitzung Grünheide stimmt am 14. Dezember über eine mögliche Bürgerbefragung zu der Tesla-Erweiterung ab. Das US-Autounternehmen von Elon Musk plant sein Werksgelände von aktuell 300 Hektar an der Ostseite um weitere rund 110 Hektar erweitern. „Kurz vor der Abstimmung wollen wir ein starkes Zeichen setzen!“ , heißt es auf der Website des Bündnisses im Vorfeld der Aktion.

Plakat zum Protest in Grünheide gegen die Tesla-Erweiterung.

Jakob Kerry

Die Reden zur geplanten Gigafactory-Erweiterung

Zwei Themen dominierten die Redebeiträge auf der Kundgebung. Zum einen die Wasserentnahme durch Tesla und zum anderen die Waldrodung im Hinblick auf die geplante Tesla-Erweiterung. So sagte Marko Simon von der interventionistischen Linken: „Wir werden ein starkes Zeichen setzen, dass hier mitten in das Trinkwasserschutzgebiet inmitten der Klimakrise nicht hunderte Betonpfeiler in den Boden gerammt werden können, um eine neue Autofabrik zu bauen, das ist doch völliger Wahnsinn.“

Im Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE), von dem Tesla sein Wasser bezieht, herrscht Wasserknappheit. Viele Bauprojekte können aufgrund von fehlendem Wasser in der Region aktuell nicht realisiert werden.

Das sagt EU-Spitzenkandidatin zu Tesla

Die Europakandidatin der Linkspartei, Carola Rackete, sagte in ihrem Beitrag auf der Kundgebung: „Tesla geht rücksichtslos gegen Menschen und Natur vor, hier in Grünheide, wo die Gigafactory die Landschaft prägt und die Abholzung und Wasserentnahme bevorstehen, aber auch weltweit.“ In ihrer weiteren Rede hob Rackete vor allem die Internationalität des Problems in den Vordergrund. Auch die Arbeitssituation bei Tesla kritisierte die EU-Spitzenkandidatin des Öfteren.

Die bekannte Klimaaktivistin und EU-Spitzenkandidatin Carola Rackete bei ihrer Rede bei der Tesla-Protestaktion.

Jakob Kerry

Auf Nachfrage von MOZ.de, was sie von der Politik im Hinblick auf die Gigafactory erwartet, antwortete Carola Rackete: „Ich erhoffe mir, dass sie den Ausbau der Gigafactory verbieten werden, weil es einfach eine zu große Gefährdung für das Trinkwasser in Brandenburg und Berlin ist.“

Carola Rackete ist als Menschenrechts- und Klimaaktivistin bekannt geworden – besonders als Kapitänin auf dem Schiff „SeaWatch3“, welches Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettete. Sie steht auf Platz 2 der Liste der Partei „Die Linke“ für die kommende Europawahl. Sie selbst ist jedoch kein Mitglied der Partei.

Tesla

Die Tesla Gigafactory Berlin (Giga Berlin / Gigafactory 4) in Grünheide (Oder-Spree) des US-Autobauers Tesla ist eine der größten Elektroauto-Fabriken in Deutschland. Baustart war Anfang 2020, die ersten Autos wurden im März 2022 an Kunden übergeben. Was gibt es Neues um die Fabrik?