Immobilien in Erkner
: Das ist zum Verkauf der Garten-Kolonie „Neu Seeland“ bekannt

Die Garten-Kolonie „Neu Seeland“ in Erkner hat den Eigentümer gewechselt. Wie geht es jetzt mit der großen Fläche an der Alten Spree weiter? Das ist bisher dazu bekannt.
Von
Kerstin Ewald
Erkner
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Wie lange noch Garten? Für einige Jahre scheint die Fläche der Kleingartenanlage Erkner "Neu Seeland" für die Nutzer gesichert. Doch was kommt dann?

Wie lange noch Garten? Für einige Jahre scheint die Fläche der Kleingartenanlage Erkner "Neu Seeland" für die Nutzer gesichert. Doch was kommt dann?

Kerstin Ewald
  • Eigentümerwechsel: Die Gartenkolonie „Neu Seeland“ in Erkner gehört nun der WGE.
  • WGE sichert zu, die Gärten bis mindestens 2030 zu erhalten; Mietverträge werden angeboten.
  • Südlicher Teil ist „Außenbereich“ – dort wären Bauprojekte stark erschwert und politisch zu prüfen.
  • Nördliche Reihe gilt als „Innenbereich“, doch das Einfügegebot begrenzt höhere Bebauung.
  • Laut Stadt gibt es keinen Antrag zur Planung; die WGE verfolgt grundsätzlich behutsame Nachverdichtung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern der kleinen Häuser in der Garten-Anlage Fontanestraße in Erkner: In der Laubenkolonie „Neu Seeland“ hat ein Eigentümerwechsel stattgefunden. Die Gartenpächter haben davon erfahren, als sich die neue Eigentümerin beim Vorstand des Kleingartenvereins Anfang des 2026 meldete. Abgewickelt wurde der Kauf offenbar bereits im vergangenen Jahr.

Bürgermeister Henryk Pilz bestätigte den Verkauf bei der Stadtverordnetenversammlung Anfang Mai auf Anfrage einer Einwohnerin. WGE-Geschäftsführerin Susanne Branding bestätigte den Erwerb der Gartenanlage „Neu Seeland“ auf Nachfrage zumindest indirekt.

Plant die WGE Erkner Wohnungen statt Garten-Kolonie?

Auf eine Reihe von Fragen zum Thema Gartenkolonie „Neu Seeland“ teilte Branding kurz mit: „Nach derzeitigem Stand haben wir keine Entwicklungsabsichten für das Grundstück und wollen die Gärten bis mindestens 2030 als Erholungsflächen erhalten.“ Die besagte Kleingarten-Siedlung ist schätzungsweise einen Hektar groß – also etwas kleiner als ein Fußballfeld, das in der Regel 1,4 Hektar misst. 31 Parzellen und ein Parkplatz sind auf der Fläche angelegt. Die WGE ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Erkner, die rund 2600 Wohnungen in Erkner besitzt und verwaltet. Die Gesellschaft ist damit ein wichtiger Player in der Stadt Erkner.

Die Aussage der WGE und auch das Angebot an die Kleingartennutzer, bis Ende 2030 einen Mietvertrag abzuschließen, heißt: Für die nächsten viereinhalb Jahre darf davon ausgegangen werden, dass der Zustand des Gartenlandes im Großen und Ganzen erhalten bleibt. Viereinhalb Jahre – das ist theoretisch allerdings auch ausreichend Zeit, die Rahmenbedingungen für etwaige Bauvorhaben zu schaffen.

Um an der Stelle ein Bauvorhaben zu starten, müssten aber die Stadtverordneten von Erkner einbezogen werden – auf jeden Fall für den südlichen Teil der Fläche, der im Flächennutzungsplan als „Außenbereich“ klassifiziert ist.

Das heißt, für die beiden Parzellenreihen, die in der Nähe des südlich gelegenen Schwemmlandes, der sogenannten „Sandspülhalde“ liegen, gelten besonders große Hemmnisse für eine eventuelle Bauentwicklung.

Sollte eine Planung begonnen werden, müsste die Stadtverordnetenversammlung (SVV) darüber entscheiden. Es sei dort aber bislang noch kein Antrag eingegangen, erklärte Jan Landmann (SPD), der seit Anfang des Jahres den Vorsitz der SVV innehat. Darüber hinaus beteuert er: „Nach meinem Kenntnisstand ist derzeit kein Antrag in Arbeit, weder für die Änderung des Flächennutzungsplanes, noch zur Aufstellung eines Bebauungsplanes – weder seitens der Stadt, noch seitens eines Privaten.“ Jan Landmann ist seit Februar auch Mitglied im Aufsichtsrat der WGE. Als solcher unterliegt er allerdings einer gesetzlich geregelten Verschwiegenheitspflicht, die für alle Aufsichtsräte gilt.

WGE Erkner will mehr Wohnungen bauen

Nur der kleinere Teil der Kleingartenanlage, die nördliche Parzellenreihe, ist schon als „Innenbereich“ klassifiziert. Dieser Teil käme grundsätzlich für eine Bebauung ohne politische Entscheidungsfindung infrage. Doch ein kurzer Prozess würde auch dies nicht, zumindest dann, wenn Häuser mit mehr als zwei Etagen gebaut werden sollten. Schließlich gilt auch für das Gebiet das „Einfügegebot“, wie aus einer Mail der Stadtverwaltung vom Frühjahr 2023 an diese Redaktion hervorging. Und in der Nachbarschaft dominiert eine eher niedrigere Bebauung, vor allem gibt es hier Einfamilienhäuser.

Warum hat die Wohnungsgesellschaft Erkner die Gärten in „Neu Seeland“ gekauft? Die Frage gilt es noch weiter zu ergründen. Klar ist: Der Zweck der Wohnungsgesellschaft ist es auch, Wohnraum zu schaffen. Im Internetauftritt der WGE heißt es dazu: „In Zeiten wachsenden Siedlungsdruckes spielt das Thema Wachstum durch Neubau eine wichtige Rolle.“

Im durch Seen, Wiesen und Wald „räumlich begrenzten“ Erkner liege das Augenmerk der Gesellschaft „auf behutsamer Nachverdichtung durch städtebaulich wertvollen Neubau.“ Von großen Blöcken am Stadtrand ist jedoch keine Rede. Ob Wohnraumknappheit und hohe Mieten an dieser Ausrichtung mittel- oder längerfristig etwas ändern, ist momentan ungewiss.