Immobilien in Königs Wusterhausen: Preise fallen – ist jetzt die Zeit zum Haus-Kauf?

Die Preise für Häuser und Wohnungen in Königs Wusterhausen sind im letzten Jahr landesweit gesunken. Wie geht es jetzt weiter? (Symbolbild)
Markus Scholz/dpa- Immobilienpreise in Königs Wusterhausen fielen 2023 um 13%.
- Zinsen, Inflation und Baukosten stiegen, Verkäufe sanken.
- Preise stabilisieren sich, doch Baugrundstücke verkaufen sich schlecht.
- Durchschnittspreise im Q3 2024: 3305 €/m² (Häuser), 2833 €/m² (Wohnungen).
- Käufer sollten jetzt zuschlagen, da Abwärtstrend gestoppt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im letzten Jahrzehnt sind die Preise für Häuser und Wohnungen im Speckgürtel von Berlin verlässlich gestiegen – vor allem auch in der Tesla- und BER-Region. Im Jahr 2023 knickt die Kurve allerdings ein: Die Preise in Brandenburg sinken. Im Landkreis Dahme-Spreewald sogar um ganze 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, von 468.000 auf 405.000 Euro, wie im Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte steht. 2024 erreicht der Anstieg nicht mehr das gewohnte Niveau – die Preise stagnieren und die Anzahl der Verkäufe und der Umsatz sinken weiter.
Makler Marco Albrecht aus Königs Wusterhausen erklärt am Telefon, dass die Gründe vielfältig sind: Der Einbruch im Jahr 2023 habe vor allem mit der Erhöhung der Zinsen zu tun, aber auch mit der Inflation und höheren Anforderungen an energetische Voraussetzungen.
Preise für Häuser und Wohnungen sind im Speckgürtel gesunken
Für 2024 gibt es den Jahresbericht des Gutachterausschusses Dahme-Spreewald noch nicht, dafür einen kürzeren Halbjahresbericht. Dieser zeigt, dass die Kauffälle im Landkreis im Vergleich zum Vorjahr leicht sinken. Auch die Preise für Wohnbauland sinken im Berliner Umland weiterhin.
Makler und Immobilienportale veröffentlichen für jedes Quartal Statistiken. Diese erfassen nur Zahlen zu den Kunden oder Mitgliedern der jeweiligen Portale, können aber eine Orientierung bieten. Die Zahlen auf einschlägigen Portalen, wie Immoscout24, Immowelt und Wohnungsbörse.net zeigen einheitlich einen Preissturz im Jahr 2023 für Häuser und Wohnungen in Königs Wusterhausen. Seitdem gibt es wieder einen Anstieg, der aber schwächer ist als vor dem Jahr 2023.
Der durchschnittliche Wert der Immobilienplattform ImmoScout24 liegt beispielsweise bei 3305 Euro im dritten Quartal 2024 für Häuser und 2833 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen. Immowelt gibt einen durchschnittlichen Preis von 3319 Euro pro Quadratmeter für Häuser und Wohnungen Königs Wusterhausen an. Die Quadratmeterpreise liegen bei Häusern etwa 500 bis 700 Euro höher.
Haus in Königs Wusterhausen kaufen: Jetzt zuschlagen?
Die Preise sind vergleichsweise niedrig, ist also jetzt die richtige Zeit, um zu investieren? Marco Albrecht geht davon aus, dass es in naher Zukunft keinen vergleichbaren Abwärtstrend mehr geben wird. In den letzten ein bis zwei Jahren hätten die Interessenten vor allem wegen der gestiegenen Zinsen eine gewisse Zurückhaltung gezeigt. Diese seien nicht gesunken, aber steigen vermutlich auch nicht. „Der Abwärtstrend ist gestoppt“, sagt Albrecht. „Aber die fetten Jahre sind erstmal vorbei“.
Vor allem Baugrundstücke und Gebäude mit hohem Sanierungsbedarf seien die Ladenhüter. „Die Menschen schrecken dann doch vor unvorhersehbaren Kosten zurück.“ Die Baupreise sind in den letzten Jahren rasant gestiegen. Doch Albrecht macht auch die „Schnelllebigkeit“ der Politik für die Zurückhaltung der Käufer verantwortlich. „Heute sagen sie hü und morgen sagen sie hott.“
Haus-Kauf im Ballungsraum Berlin
Für einen Käufer, der in diesem Jahr kauft, haben sich die Bedingungen möglicherweise schon im nächsten Jahr geändert: Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen seien teilweise schnell erschöpft oder eine andere Form der Sanierung sei nötig, erklärt Albrecht. Laut des Maklers gehen die Umsätze auf dem Immobilienmarkt in ganz Deutschland zurück – Ballungsräume wie Berlin ausgenommen.
In Brandenburg machte sich der Trend bereits im vorletzten Jahr bemerkbar: Die Umsätze gingen von 10,1 Milliarden im Jahr 2021 auf 8,6 Milliarden Euro 2022 zurück. Im landesweiten Vergleich waren die Preise im Jahr 2023 in der Gegend um Königs Wusterhausen allerdings immer noch hoch: Am teuersten waren in Brandenburg laut dem Gutachterausschuss Häuser in Schönefeld, Schulzendorf und Zeuthen.
Immobilienmakler Michael Freiherr von Lützow bestätigt, dass sich unbebaute Grundstücke im Raum Königs Wusterhausen derzeit immer noch nicht gut verkaufen lassen. „Grundstücke werden teilweise unterhalb der Bodenrichtwerte verkauft“, sagt er. „Bei Häusern und Wohnungen liegen die Preise in der Region dagegen wieder auf dem Niveau vor der Krise.“
Für Käufer bedeute das zwar, dass die Preise verglichen mit 2023 wieder gestiegen sind, ihre Immobilie aber voraussichtlich auch nicht wesentlich an Wert verliert. „Kapitalanlagen fangen wieder an sich zu lohnen“, sagt von Lützow. Dass die Zinsen weiterhin bei etwa dreieinhalb Prozent liegen sei „sehr gut so“. Manche Käufer hätten sich wegen der niedrigen Zinsen in den vergangenen Jahren teilweise übernommen, erklärt der Makler.


