Katastrophenschutz: Schöneicher Feuerwehr wirbt um Mitglieder

Gruppenbild mit Löschfahrzeug: 17 Feuerwehrfrauen und -männer wurden bei der Jahreshauptversammlung geehrt beziehungsweise befördert. Wehrführer Sven Majewski (links) und Bürgermeister Ralf Steinbrück (rechts) haben gratuliert.
Annette HeroldGemeinde stellt ein
52 Frauen und Männer gehören zur einsatzabteilung der Schöneicher Wehr. Sven Majewski zufolge wird es immer schwieriger, die Einsatzbereitschaft abzusichern, vor allem am Tage, aber auch in den Abend- und Nachtstunden. Die Gemeinde versucht, mit Einstellungen vor allem beim Baubetriebsbetriebshof gegenzusteuern, wie im Laufe des Abends auch Bürgermeister Ralf Steinbrück (SPD) berichtete. Der Erfolg allerdings sei bescheiden, machte der Wehrführer deutlich. Wegen oftmals besserer Verdienstmöglichkeiten in der freien Wirtschaft seien Feuerwehrleute kaum dazu zu bewegen, in den öffentlichen Dienst zu wechseln. Hoffnungen setzt die Feuerwehr in die Jugendfeuerwehr, die sich nach Majewskis Einschätzung stabilisiert hat: Allerdings sei nach wie vor zu beobachten, dass viele junge Leute den Ort verlassen, weil sie in der Gemeinde weder Arbeit noch Wohnung finden.
Um die Wehr dennoch zu sichern, setzt Schöneiche auf eine intensivere Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren. Majewski stellte ein gemeinsames Projekt mit Rüdersdorf vor: Beide Wehren und Gemeinden planen eine Imagekampagne und Mitgliederwerbung. Angesprochen werden sollen Menschen, die in einer der beiden Kommunen ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben.
Vier Feuerwehrleute haben die Schöneicher Wehr im vergangenen Jahr verlassen oder stehen zumindest nicht mehr als Einsatzkräfte zur Verfügung. Anlass seien familiäre oder berufliche Gründe, berichtete Majewski. Wegen zunehmender Störung von Einsätzen durch Schaulustige oder Menschen, die die Feuerwehrleute beschimpfen habe noch niemand das Handtuch geworfen. Allerdings seien derartige Störungen zunehmend ein Thema auch für die Schöneicher Wehr. Majewski berichtete von einer wohl unter Drogen stehenden Frau, die handgreiflich wurde, als die Feuerwehr wegen einer auf die Straßenbahn-Oberleitung gefallenen Baumkrone im Einsatz war. Handelte es sich da um einen Einzelfall, sind Pöbeleien etwa bei Unfalleinsätzen fast Alltag, wie der Wehrführer sagte. Aus diesem Grund würden Unfallstelle heutzutage eher komplett gesperrt als früher. „Die fahren einem sonst die Hacken ab.“
Dank fürs Ehrenamt
Ihren Dank an die ehrenamtlichen Feuerwehrleute überbrachten neben dem Bürgermeister auch die Gemeindevertreter Anke Winkmann (CDU), Margit Meyer (Bürgerbündnis), Fritz Viertel (Linke) und Martin Berlin (Schöneicher Liste). „Ohne Feuerwehr würde hier einiges nicht so laufen, wie es läuft“, sagte Bürgermeister Steinbrück. „Wir stehen hinter Ihnen. Wir wissen Ihre Unterstützung zu schätzen. Und wir brauchen Sie.“
Ehrungen und Beförderungen
Befördert wurden zum/zurFeuerwehrfrau/-mann: Daniela Koenig, Dennis Schulz, Niclas Mattern, Yvo Seelig, Clemens Nitschezum Oberfeuerwehrmann: Philipp Westphal, Paul Veigelzum Hauptfeuerwehrmann: William Bindigzur/zum Oberlöschmeisterin/-meister: Maria Bachhoffer, Hans Hartzum 1. Hauptlöschmeister: Oliver Beerzum Brandmeister: Thomas Beer
Zum Dienstjubiläum geehrt 10 Jahre: Saskia Majewski, William Bindig, 20 Jahre: Frank Bartz-Schlundt, 65 Jahre: Gerhard Beyer
Für besondere Leistungen geehrt: Maria Bachhoffer, Thomas Westphal, Bastian Apitz, Alexander Majewski, Torsten Bartz, Frank Bartz-Schlundt, Oliver Beer, Rico Zimmermann, Jens Schweda⇥red