Kino in Erkner: Drohende Schließung, kann sich das Movieland halten?

Das Kino Movieland Erkner leidet in der langen Bauphase der Sanierung von Friedrichstraße und Brücke an Umsatzeinbußen. Gibt es eine tragfähige Lösung für den Weiterbetrieb?
Christian Heinig- Kino Movieland Erkner bleibt vorerst: Vertrag nach Kündigung neu verhandelt und verlängert.
- Grund der Kündigung war die Kostenaufteilung, etwa Personal, Werbung und Reinigung.
- Besucherzahlen fallen seit Beginn der Baustelle an der Friedrichstraße und Brücke deutlich.
- Unterstützungsersuchen an die Stadt zieht der Programmleiter nach Einigung zurück.
- Movieland ist lokal verankert – Kooperationen mit Vereinen, Schulen und Museum laufen weiter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Ich habe gehört, ihr macht zu.“ „Wann macht ihr zu?“ „Können wir unseren Gutschein noch einlösen?“ Viele besorgte Anfragen erreichten Programmleiter André Keller-Belitz und Mitarbeiter Marc Boehden, nachdem im Mai Probleme um den Weiterbetrieb des Kinos bekannt geworden sind.
Im Frühjahr nämlich hatte Keller-Belitz einen Brief an die Stadt geschrieben. In dem Schreiben wies er auf Schwierigkeiten einer neuen Vertragsgestaltung mit dem Kinoeigentümer des Movielands hin. Dabei warnte er auch vor einer drohenden Schließung Ende 2026. Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung hatten daraufhin Möglichkeiten der Unterstützung der Vertragsverhandlungen diskutiert.
Jetzt gibt Programmleiter André Keller-Belitz Entwarnung. Der Vertrag sei verlängert worden, beteuert er auf Nachfrage.
Vertrag für Kino Movieland Erkner gekündigt
Er habe den Vertrag mit der Kinoeigentümerin und -betreiberin gekündigt, weil er so wie bisher nicht mehr weitermachen könne, erläutert der Kinomacher. Die Eigentümerin ist die GKP-Grundstücksbeteiligungsgesellschaft mit Sitz in Köln. Keller-Belitz ist für das Filmprogramm und die Ausgestaltung der Kino-Räume im Auftrag der Kölner GKP zuständig. Unterstützt wird er im Movieland von seinem festen Mitarbeiter Marc Boehden und von vier Minijobbern. Einen kleinen Tresenverkauf an der Kinokasse betreibt Keller-Beelitz obendrein.
GKP und André Keller-Belitz haben vor seit rund 25 Jahren einen Geschäftsbesorgungsvertrag abgeschlossen. Im Frühjahr habe er den lange währenden Vertrag gekündigt, um die dort festgelegten Bedingungen neu zu verhandeln. Wer trägt welche Kosten? Vor allem darum sei es in den Verhandlungen mit dem Kölner Eigentümer gegangen, wie André Keller-Belitz nun bei einem Gespräch mit diesem Medienportal berichtet.

Programmleiter André Keller-Belitz, Mitarbeiter Marc Boehden mit Jugendlichen vom Fußballverein FV Erkner.
Kerstin EwaldZentral sei dabei die vertraglich geregelte Aufteilung der Betreiberkosten gewesen, von denen Keller-Belitz „relativ viele Kosten“ alleine getragen habe. Konkret ging es um Personalkosten, Werbungskosten und Reinigungskosten. Die Konditionen seien für ihn nicht mehr annehmbar gewesen und vor dem Hintergrund von Mindestlohnanpassungen, Teuerung und Baustelle vor der Tür habe er die Kosten auch nicht mehr stemmen können, so Keller-Belitz. Der Geschäftsführer von GKP wurde zum Thema angefragt, ist aus zeitlichen Gründen derzeit allerdings nicht zu sprechen.
Vertragsverlängerung geglückt – Besucherzahlen gesunken
Nach seiner Kündigung hatte Keller-Belitz sich auf der Suche nach einer zumindest „verbalen Unterstützung“ an die Stadtverordneten von Erkner gewandt. Inzwischen sei aber mit dem Eigentümer und Betreiber eine Lösung gefunden und der Vertrag verlängert worden, wie Keller-Belitz beteuert. Dabei seien Konditionen in einer Vertragserweiterung neu geregelt worden. Jeder der beiden Vertragspartner habe ein Stück weit nachgegeben, versichert Keller-Belitz. Seine Unterstützungsanfrage an die Stadt werde er zurückziehen.
Besucherzahlen Kino Movieland Erkner
2022 28.800 Besucher
2023 30.400 Besucher
2024 32.700 Besucher
2025 28.400 Besucher
2026 16.200 Besucher (bis 12. August)
Quelle: Kino Movieland
Aber auch, wenn jetzt eine Einigung für den Weiterbetrieb des Kinos gefunden scheint, die Besucherzahlen von Movieland sehen seit Anfang 2025 alles andere als rosig aus. Und das, obwohl es nach Corona auch in Erkner mit den Besuchen erst einmal wieder bergauf gegangen sei, und obschon das Kino in Erkner eigentlich fest verankert sei.
So finden hier Veranstaltungen des Heimatvereins, der Kunstfreunde und Schulveranstaltungen statt. Dazu kooperiert das Movieland mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum. Und wie zum Beweis für die Popularität des Kinos, kommen während des Gesprächs Jugendliche vom Fußballverein FV Erkner vorbei, die im Kinosaal Bilder für ihren Instagram-Kanal schießen wollen.
Eigentlich habe man nach Corona mit einem weiter steigenden Trend gerechnet. Dann aber sei die Besucherzahl von 2024 auf 2025 um mehrere Tausend Besucher gefallen. Für den Rückgang machen Keller-Belitz und Mitarbeiter Marc Boehden vor allem die Groß-Baustelle vor dem Kino an der Friedrichstraße verantwortlich. Seit März 2025 wird Erkners Haupt- und Durchfahrtsstraße saniert. Und auch die Brücke über das Flakenfließ wird generalüberholt. „Mit Start der Baustelle ging es hier bergab“, fasst Keller-Belitz zusammen.
Aber unabhängig von der Baustelle hätte er so – mit dem alten Vertrag – nicht mehr weitermachen können, erläutert Keller-Belitz weiter. „Ich kann ja nicht, nur weil der Mindestlohn steigt, jedes Jahr das Popcorn teurer machen“, so der Kinomacher. Die Baustelle sei dann noch der Punkt auf dem „i“ gewesen.
Das Movieland knüpft in Erkner an eine länger als 100-jährige Kino-Tradition an. Es sieht danach aus, als würde die Geschichte auch nach dieser Krise wieder weitergeschrieben werden.


