Der Online-Versandhändler Amazon ist ein absoluter Gigant in seiner Branche. Und wie so viele andere Giganten auch, wird er nicht von allen geliebt. Im Gegenteil. Viele finden, dass Amazon dafür verantwortlich ist, dass in kleineren Städten Buchläden schließen müssen, Spielzeughändler auf ihren Waren sitzen bleiben und Technik-Läden schon längst von der Bildfläche verschwunden sind.

Jede Spende ist was wert

Ist es deshalb unanständig, wenn ein Förderverein, der in einer Kleinstadt wie Erkner die Feuerwehr stärken will, mit einem Unternehmen wie Amazon zusammenarbeitet – und dessen Spenden-Dienst nutzt? Nicht wirklich.
Es mag zwar nicht jedem gefallen, dennoch ergibt es Sinn. Aus zwei Gründen. Erstens: Fördervereine leben in erster Linie von Spenden, und sind sie noch so klein. Dass man, um welche zu generieren, auch auf externe Optionen setzt – neben dem Klinkenputzen bei Unternehmen vor der eigenen Haustür –, ist nachvollziehbar, denn der Aufwand ist vergleichsweise gering. Statt seitenlange Förderanträge an staatliche Stellen zu richten, kommen im Fall von „Amazon Smile“ automatisch ein paar zusätzliche Euros in die Vereinskasse, wenn womöglich auch nicht viele.

Man nutzt einfach das Angebot

Der zweite Punkt ist: Nur, weil der Förderverein den Dienst von Amazon nutzt, heißt das nicht, dass er sich gegen die Einzelhändler der eigenen Stadt stellt. Oder auf die PR-Nummer eines Multimilliarden-Dollar-Konzerns hereingefallen ist. Man nutzt einfach nur das vorhandene Angebot. Zur Wahrheit gehört schließlich auch: Viele Menschen shoppen heutzutage gern online. Und ein bisschen davon zu profitieren, sollte erlaubt sein.