„Die Stadt Fürstenwalde hatte wegen einer Reparatur angefragt“, sagt der 41-Jährige. „Doch das war nicht machbar, weil alles so verbogen war und teilweise Stücke fehlten“, erinnert er sich noch an den schlechten Zustand des stark beschädigten Kunstwerkes. Und so trat Seiler an Stephan Horota, der die Plastik Ende der 1970er-Jahre schuf, heran, um an die alte Gussform zu kommen. Doch der in Berlin-Hohenschönhausen lebende, mittlerweile 86 Jahre alte Künstler hatte sie nicht mehr. Schließlich half das Bezirksamt in Pankow aus. Dort stand ebenfalls ein Abguss des Kunstwerks. Das Berliner Affenpaar durfte einen Ausflug in die Schöneicher Bildgießerei unternehmen – und lieferte die Vorlage für den Neuguss.
Ein Stück des alten Fürstenwalder Pärchens steckt übrigens in seinem neuen Doppelgänger. „Wir haben die Reste eingeschmolzen und einen Teil davon wiederverwendet“, erklärt Seiler. Dass die alte Skulptur, oder besser, was davon noch übrig ist, vernichtet wird, habe er der Stadt versprechen müssen, fügt er an. Das sei auch üblich. Schließlich würden Künstler nur eine bestimmte Zahl von Abgüssen ihrer Werke fertigen lassen – käme ein neuer hinzu, müsse ein alter verschwinden, damit sich die Gesamtzahl nicht erhöhe.
Am Montag hat der Kunstgießer in seiner Schöneicher Werkstatt die Restarbeiten erledigt. Die Skulptur, die eigentlich schon in der vergangenen Woche an ihren Platz sollte und wegen Regenwetters dann doch erst ein paar Tage später aufgestellt wurde, ist da längst fertig gewesen. Bevor das Kunstwerk Dienstagmorgen für den Transport nach Fürstenwalde auf den Lastwagen kam, hat Thomas Seiler die Steinanker zur Befestigung auf dem Sockel ausgemessen.
Bildhauer Horota gilt als Schöpfer vieler Plastiken in der Region. Dazu zählen eine Fuchsskulptur auf einem Kita-Gelände in Frankfurt und die Schimpansenkinder in der Eisenhüttenstädter Lindenallee, aber auch die „Kinder unterm Regenschirm“, die den Brunnen am Alten Rathaus in Fürstenwalde zieren.
Die Domstadt hat sich den Nachguss der Affenskulptur 8000 Euro kosten lassen. „Wenn das Wetter passt, wollen wir noch den Sockel verschönern“, kündigte Thomas Müller vom Kommunalservice an. Er durfte am Dienstag die neue Gussform der Plastik auf den Beifahrersitz seines Dienstfahrzeugs hieven. Sie wird eingelagert, falls den Affen noch einmal etwas zustoßen sollte.