Müll in Königs Wusterhausen: Ab 2025 gibt es neue Entsorgungsregeln beim Hausmüll

Ab Januar 2025 gilt eine neue EU-Richtlinie für die Entsorgung vom Hausmüll.
Jana Scholz- Neue EU-Richtlinie ab 2025 für Textil- und Altkleiderentsorgung in Königs Wusterhausen.
- Altkleiderverbote im Hausmüll; SBAZV setzt seit 2013 auf Sammelboxen.
- Keine Strafen bei Fehleinwürfen im Müll; Müllwerker öffnen Tonnen nur bei Verdacht.
- 144 Sammelplätze für Altkleider, kostenlose Abgabe im Recyclinghof Niederlehme.
- Einführung der Biotonne ab 2025 noch unklar, NABU fordert bundesweite Pflicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Neues Jahr, neue Regeln. Mit dem 1. Januar 2025 tritt eine neue EU-Richtlinie für die Müllentsorgung in Kraft. Für Verbraucher bedeutet die Änderung, bei der Mülltrennung noch mehr achtzugeben.
Denn wer ab Januar seine Altkleider über den Hausmüll entsorgt, läuft Gefahr, dass seine Tonne stehen bleiben könnte. Aber nicht nur Altkleider oder Textilien sollen aus dem Hausmüll verbannt werden. Demnächst soll es auch dem Bio-Müll an den Kragen gehen.
Holger Riesner, Verbandsvorsteher des Südbrandenburgischen Abfallzweckverband (kurz SBAZV), sieht der neuen EU-Richtlinie in Sachen Entsorgungsregeln für die Region Königs Wusterhausen und seinem gesamten Verbandsgebiet entspannt entgegen. Sein kommunaler Entsorgungsbetrieb, der für den nördlichen Landkreis Dahme-Spreewald und gesamt Teltow-Fläming zuständig ist, hat bereits im Jahr 2013 sogenannte Altkleiderboxen eingeführt. Somit war der SBAZV bereits vielen Bundesländern und Landkreisen in der Zeit voraus.
„Es ist auch eine Frage der Formulierung“, sagt Riesner im Gespräch. „Viele Medien schreiben jetzt etwas von Verbot und Strafen, das sehe ich als viel zu überspitzt an. Zumal wir beim SBAZV bereits seit über einem Jahrzehnt Alttextilien in Sammelboxen oder auch auf unseren Recyclinghöfen in Niederlehme, Luckenwalde oder Ludwigsfelde kostenfrei entgegennehmen.“
Welche Strafen drohen?
Somit wird die neue EU-Verordnung in den Verbandsgebieten bereits seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Holger Riesner sagt aber auch, dass man dennoch nicht davor gefeit sei, dass der ein oder andere Müllsünder eventuell doch mal ein Textil im Hausmüll entsorge. Da es jedoch keine Rechtsgrundlage für Strafen bei sogenannten Fehleinwürfen gäbe, bräuchten auch die Kunden des SBAZV keine Angst zu haben, dass sie dafür belangt würden. „Unsere Müllwerker sind angehalten, nur in einem dringenden Verdachtsfall die Tonnen unserer Kunden zu öffnen. Das dient unter anderem der Arbeitssicherheit, schließlich sind wir da in Pflicht, unsere Angestellten zu schützen.“
Diese Fakten zur Textilindustrie sollten Sie kennen:
Seitdem es Modetrends wie Fast Fashion gibt, die auf billige Produktion und den schnellen Ersatz von Textilien setzt, hat nicht nur die Textilproduktion, sondern auch die Entsorgung enorm zugenommen. In Sachen Umweltverschmutzung soll der globale Textilsektor laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausschlaggebend mitverantwortlich sein. „Zwei bis zehn Prozent der Kohlendioxid-Emissionen, 20 Prozent der Frischwasserverschmutzung, 16 bis 35 Prozent der Verunreinigungen der Meere durch Mikroplastik“, zählt das BMZ auf.
In der gesamten EU werden innerhalb eines Jahres fünf Millionen Tonnen Kleidung weggeworfen. Pro Person entspricht das etwa zwölf Kilogramm Altkleider, die in den meisten Teilen Europas über den Restmüll entsorgt werden. Nur ein Prozent der Kleidung wird recycelt, informiert die EU auf ihrer Homepage.
Dass die Mülltrennung in Sachen Altkleider in Holger Riesners Verbandsgebiet bereits gut funktioniert, zeigen die 144 Sammelplätze, die der SBAZV selbst und zusätzlich zu seinen hoheitlichen Aufgaben bewirtschaftet. Im Stadtgebiet Königs Wusterhausen befinden sich gleich elf Sammelpunkte sowie der Recyclinghof in der Robert-Gutmann-Straße in Niederlehme, auf dem nicht mehr benötigte Kleidung und Textilien montags bis samstags kostenlos zu den regulären Öffnungszeiten abgegeben werden.
Keine Biotonne für Königs Wusterhausen in 2025
Für Dahme-Spree und Teltow-Fläming gibt es laut Riesner noch keine verbindlichen Pläne zur Einführung der Biotonne ab 2025. In anderen Landkreisen wie Märkische Oderland oder Oder-Spree gibt es bereits Biotonnen. Das empfindliche Thema zu Speiseresten oder Gemüseabschnitten bleibt derzeit noch in der Schwebe. Es gibt eine gesetzliche Sammelpflicht und die besteht seit 2012. Die Verbandsversammlung des SBAZV hatte sich dennoch aus guten Gründen gegen eine damalige Einführung entschieden und eher in den vergangenen Jahren die haushaltsnahe Grünabfallsammlung intensiviert, sagt der Entsorgungsexperte. „Allerdings wird gerade unser Abfallwirtschaftskonzept überarbeitet und im kommenden Jahr neu verabschiedet. Darin wird dann festgelegt sein, wann und wie die Biotonne in KW und Umgebung eingeführt wird.“
Befürworter der Biotonne ist übrigens der Naturschutzbund Deutschland (kurz NABU). Nach eigener Analyse landen immer noch etwa vier Millionen Tonnen Bioabfälle in der Restmülltonne. Das bedeutet Müllverbrennung statt Biotonne. Daher fordert der NABU, die Biotonne bundesweit verpflichtend einzuführen. Davon abweichen dürfen sollten die Kommunen nur in Ausnahmen.

