Nach Gewalt am BER: Rettungskräfte nicht nur in Schönefeld Zielscheibe für Attacken

Meist kommt die Rettung im Krankenwagen. Allerdings haben sich die Arbeitsbedingungen für das Rettungspersonal drastisch geändert.
Lino Mirgeler/Symbolbild/dpa- Am BER kam es am 13. Februar zu Gewalt zwischen einem Sanitäter und einem Patienten.
- Retter werden fast täglich bedroht und angegriffen, berichtet der Landkreis Dahme-Spreewald.
- Der 33-jährige Patient wollte sich nicht untersuchen lassen und reagierte aggressiv.
- Die Landespolizei ermittelt, der Sanitäter ist vom Dienst freigestellt.
- Das Luftfahrtbundesamt prüft die Zuverlässigkeit des beschuldigten Sanitäters.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist der 13. Februar, als auf der Rettungswache der Johanniter Unfallhilfe auf dem Gelände des Berliner Großflughafens „Willy Brandt“ in Schönefeld – kurz BER – ein Notruf eingeht. Beamte der Bundespolizei alarmieren die Rettungskräfte ins Terminal 1, wo sich eine Person in einer medizinischen Notlage befindet.
Was dann passierte, ist nach wie vor unklar. Später hieß es in den Schlagzeilen, der Rettungssanitäter habe den Patienten mit Füßen ins Gesicht getreten. Wenige Tage danach kamen immer mehr Details der massiven Auseinandersetzung ans Licht. So bestätigte beispielsweise Polizeisprecher Sascha Erler gegenüber unserem Medienhaus, dass derzeit wegen einer wechselseitigen Körperverletzung ermittelt werde.
Sanitäter werden fast täglich bedroht
Das Problem, dass es zu einer wechselseitigen Auseinandersetzung zwischen einem Rettungssanitäter und einem Patienten kommt, ist leider kein Einzelfall. Auf MOZ-Nachfrage bestätigt der Landkreis Dahme-Spreewald als Arbeitgeber der Johanniter Unfallhilfe: „Unsere Rettungskräfte sind inzwischen fast täglich Beleidigungen, Aggressionen und Gewaltandrohung ausgesetzt.“ Auch die tätliche Gewalt gegen die Kollegen werde zunehmend immer häufiger, lautet es in der schriftlichen Antwort. Sollte es bei Einsätzen zu solchen Zwischenfällen kommen, würden diese auch zur Anzeige gebracht werden, teilt der Landkreis mit.
Was sich genau am 13. Februar im Terminal 1 auf dem Flughafen in Schönefeld zugetragen hat, steht weiterhin im Mittelpunkt der Ermittlungen. Es wird vermutet, dass der Notfallpatient sich nicht von den Rettungskräften untersuchen lassen wollte und dies zunächst lautstark, später durch Gewalt versucht habe abzuwehren. Doch werden Rettungskräfte auf solche speziellen Fälle im Ernstfall nicht vorbereitet? „Alle Mitarbeiter des Rettungsdienstes erhalten ein Deeskalationstraining und eine gezielte Weiterbildung zum Umgang mit aggressiven Patienten“, heißt es seitens der Verwaltung.
Luftfahrtbehörde und Polizei ermitteln im Fall des Sanitäters
Sollte es tatsächlich zu einer Eskalation vor Ort kommen, erklärt LDS-Sprecherin Janet Grund, „wird bei Bedarf die Polizei dazu alarmiert.“ So ist es auch am 13. Februar im Terminal 1 des BER geschehen. Nachdem die Notfallsanitäter ihre Arbeit aufgenommen haben und den, wie inzwischen bekannt ist, alkoholisierten 33-jährigen Mann, behandeln wollten, sei dieser laut geworden, hätte um sich geschlagen und getreten.
Derzeit werde noch immer seitens der Landespolizei in dem Fall ermittelt. Somit sind genaue Angaben zum Tathergang nicht möglich und Bestandteil der Ermittlungen. Der beschuldigte Rettungssanitäter ist weiterhin vom Dienst freigestellt. Auch werde das Luftfahrtbundesamt nochmals seine Zuverlässigkeit überprüfen müssen. Das heißt, er muss sich einer genauen Überprüfung zu seiner Person, inklusive eines neuen Führungszeugnisses, unterziehen und wenn sich herausstellen sollte, dass der Sanitäter in diesem Fall der Beschuldigte ist, könnte es ihn den Job auf dem Flughafen kosten.

