Schule in Corona-Zeiten: Abitur in Erkner nur mit Mundschutz

Am Montag geht es los: Schulsachbearbeiterin Manuela Schulz (links) und Schulleiterin Petra Köhn haben am Freitag noch einmal die Mensa der Woltersdorfer FAWZ-Gesamtschule inspiziert.
Annette HeroldSo weit, so gewöhnlich. Doch vieles wird anders sein als sonst, wie Schulsachbearbeiterin Manuela Schulz berichtet. Gemeinsam mit Schulleiterin Petra Köhn inspiziert sie Freitagmittag noch einmal die Schulmensa, in der die Prüfungen stattfinden sollen. Mit zwei Metern Abstand sind die Tische aufgestellt, es gibt Desinfektionsmittel und Schutzhandschuhe. „Das Ministerium hat uns einen beanstandungsfreien Notfallplan bescheinigt“, sagt Manuela Schulz. „Wir sind am Montag startklar.“ Geprüft werden 27 Schüler.
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Am Erkneraner Carl-Bechstei-Gymnasium sind es 93 – nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts zu viele für die 450 Quadratmeter große Aula. „Wir haben die ganze Schule präpariert“, berichtet Mario Sejnowski, Lehrer und Mitglied der erweiterten Schulleitung. Geprüft wird nun auch in Klassenräumen, in denen je zehn Schüler Platz finden. Einmalhandschuhe sollen bereitgestellt werden, und Montag früh sollen auch vom Kreis bereitgestellte Schutzmasken zur Verfügung stehen.
Möglich wäre auch gewesen, die Prüfungen erst zum ursprünglichen ersten Nachschreibe-Termin am 13. Mai starten zu lassen. „Wir hatten die Wahl“, sagt Mario Sejnowski. „Und beide Termine haben etwas für sich.“ Für den Prüfungsbeginn am Montag habe sich die Schulleitung entschieden, weil die Schüler gut auf die Abschlussprüfungen vorbereitet seien. „Der Heimunterricht hat fabelhaft geklappt“, resümiert Sejnowski. „Wir können die Schüler jetzt guten Gewissens ins Abitur lassen.“
An der Docemus-Schule in Gosen Neu Zittau ist die Entscheidung dagegen für einen Abitur-Start am 13. Mai gefallen. Man wolle den Schülern mehr Vorbereitungszeit geben und nicht gleich nach den Osterferien anfangen, sagt Alexandra Heckel, Assistentin der Schulleitung. Auch in der Grünheider Docemus-Privatschule und am Rüdersdorfer Heinitz-Gymnasium starten die Prüfungen noch nicht.
Erzbistum mietet Turnhalle
Unbeeindruckt von den Corona-Pandemie-Schutzmaßnahmen zeigt sich der Zeitplan des Katholischen Schulzentrums Berhardinum in Fürstenwalde. „Wir schreiben ab Montag Abitur“, sagt Schulleiter Markus Mollitor. Auf Nachfrage des Landesschulamtes habe er sich schon früh dafür entschieden, am ursprünglichen Prüfungstermin festzuhalten. Erhebliche Änderung weist dagegen der organisatorische Rahmen der diesjährigen Prüfung auf. Stattfinden wird sie in der Edis-Sporthalle, die der Schulträger, das Erzbistum Berlin, angemietet hat. Neben einer umfangreichen Hygienebelehrung sei auch die Einweisung der Schüler erfolgt, wie das Sporthallengelände zu betreten ist. Desinfektionsmittel würden zur Verfügung gestellt.
Schülersprecherin optimistisch
Organisatorisch sieht Mollitor seine Schule gut vorbereitet. Mit einer digitalen Schüler-Lernplattform und einem E-Mail-Infosystem für Eltern habe das Bernhardinum Normalität vermitteln wollen, um dem „Gefühl des Alleinseins“ vorzubeugen. Froh ist Mollitor, dass er personell auf Grundschule und Hort des Bernhardinums zurückgreifen kann. So könnten ältere oder zu einer Risikogruppe gehörende Lehrer geschont werden.
Pia Lojewski, Schülersprecherin am Oberstufenzentrum (OSZ) in Fürstenwalde, ist erleichtert, dass auch an ihrer Schule die Prüfungen jetzt stattfinden. Damit falle die Unsicherheit weg, ob sie in diesem Jahr überhaupt einen Abschluss machen könne. Sie ist zuversichtlich, dass die Lehrer die Prüfungen auch unter diesen Umständen gut organisieren. „Ich fühle mich eigentlich sicher“, sagt die 19-Jährige. Sie kann sich zwar noch nicht ganz vorstellen, wie die Prüfung abläuft. Es sei ja eine neue Situation, sagt sie. „Aber wenn alle zusammenhalten wird es klappen.“
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