Die Vorfreude unter den 550 Schulkindern der Löcknitz-Grundschule in Erkner ist schon jetzt riesig: Am kommenden Montag (13. Juni) werden sie alle gemeinsam verreisen. Fünf Tage lang geht es dann zusammen mit 35 Lehrern und weiteren Betreuern in das 30 Kilometer entfernte Kinder- und Jugenderholungszentrum KiEZ Frauensee in die Gemeinde Heidesee (Landkreis Dahme-Spreewald). In dieser Zeit wird sich das KiEZ in ein Olympisches Dorf verwandeln. Denn das Motto der Schulfahrt lautet: „Olympia — gemeinsam schneller, höher, weiter“.
Für die große Schulfahrt konnten sogar ehemalige und aktuelle Olympioniken gewonnen werden, wie Schulleiter Sebastian Witt im Vorfeld verrät. Sie stehen jeder der 25 Schulklassen als Paten zur Seite.

Britta Steffen, Patrick Hausding und Lena Hentschel machen mit

Eine von ihnen ist die gebürtig aus Schwedt stammende zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen (Peking 2008). Hinzu kommen Kajak-Doppel-Olympiasieger Ronald Rauhe (Athen 2004, Tokio 2020), die Synchronspring-Asse Patrick Hausding (Silber Peking 2008) und Lena Hentschel (Bronze Tokio 2020) sowie Paralympics-Siegerin Jana Majunke (Tokio 2021).
„Einige der Paten werden Grußworte übermitteln, andere werden das Camp sogar persönlich besuchen“, betont Witt. Dazu gehören der Beachvolleyballer Kay Matysik (9. Platz London 2012), der zweifache Kajak-Olympiasieger Marcus Groß (Rio 2016) und Kanurennsportler Tim Hecker, der 2020 in Tokio Bronze im Canadier holte.
Kommt zum Olympia-Camp an den Frauensee: der Berliner Tim Hecker (rechts), der zusammen mit Sebastian Brendel bei den Spielen 2020 von Tokio Bronze holte.
Kommt zum Olympia-Camp an den Frauensee: der Berliner Tim Hecker (rechts), der zusammen mit Sebastian Brendel bei den Spielen 2020 von Tokio Bronze holte.
© Foto: Jan Woitas/dpa
„Bei unseren Aktivitäten im KiEZ Frauensee dreht sich alles um den olympischen Gedanken: Nationen und ihre Vielfalt, Fairness, Akzeptanz von Stärken und Schwächen, Herausfinden eigener Grenzen, Einbringen ins Team“, erklärt Schulleiter Witt. Man habe ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Feierliche Zeremonie: jede der 25 Klassen repräsentiert ein Land

Am ersten Abend werden ab 19 Uhr die „Olympischen Spiele“ mit einer feierlichen Zeremonie offiziell eröffnet. Auch zahlreiche Gäste sind dabei. Die 25 Klassen bilden verschiedene Länder und treten, wie es olympische Tradition ist, in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an. „Die einzelnen Klassen konnten sich den Namen des Fantasielandes, welches sie repräsentieren, selbst ausdenken“, berichtet Witt. So werden sich unter anderem die Feuerdrachen aus Wojira mit Samsilvanien und dem Faultierland messen. Auch eigene Landesflaggen haben die Schulklassen gestaltet. Diese werden sie beim Einlauf in die Arena schwenken können. Das olympische Feuer, das die Schüler bereits Anfang Mai im Rahmen eines gemeinsamen Fackellaufs in das KiEZ Frauensee getragen hatten, darf bei der Zeremonie natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Start am 13. Juni: Ein Banner vor der Schule weist auf die große Schulfahrt hin. Außerdem wird den Unterstützern gedankt.
Start am 13. Juni: Ein Banner vor der Schule weist auf die große Schulfahrt hin. Außerdem wird den Unterstützern gedankt.
© Foto: Christian Heinig

Große Schulfahrt hat Tradition – normalerweise alle 6 Jahre

Für die Löcknitz-Grundschule ist es bereits die vierte große Schulfahrt dieser Art nach 2007, 2013 und 2019. Eigentlich ist es Tradition, die Schulfahrt alle sechs Jahren anzubieten, damit alle Kinder während ihrer Grundschulzeit einmal das „Abenteuer Schulfahrt“ erleben können.
Die Tatsache, dass es nun schon nach drei Jahren wieder auf Tour geht, hat einen bestimmten Grund: die Corona-Pandemie. „Die Corona-Zeit hat den Kindern viel abverlangt. Normalität in Form von Schulalltag und unbeschwertem Freizeitspaß hat es lange Zeit nur sehr eingeschränkt gegeben. Das hat bei vielen Kindern neben Lernrückständen auch zu Defiziten bei der Ausbildung sozialer Kompetenzen geführt“, erklärt Schulleiter Witt. Daher habe er sich zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen für die außerplanmäßige Fahrt entschieden.

Corona hat „deutliche Spuren hinterlassen“

„Einsamkeit, Ängste, fehlende soziale Kontakte – all dies hat bei vielen Kindern deutliche Spuren hinterlassen. Deshalb ist es gerade in der jetzigen Zeit so wichtig, viel Wert auf das soziale Miteinander zu legen und Platz für Interaktion und auch Emotionen zu schaffen“, so Witt. Und eine gemeinsame Schulfahrt biete den idealen Rahmen dafür.
Die Organisation der Fahrt bezeichnet er als große Herausforderung. „Ohne das große Engagement der Lehrkräfte, zahlreicher Eltern, des Fördervereins, der Sponsoren und nicht zuletzt der Kinder selbst hätten wir das sicherlich nicht stemmen können“, ist sich Witt sicher.
Wie können Familien in Brandenburg Gehör finden? Dazu starten wir auf moz.de eine große Umfrage zur Familienfreundlichkeit.
Hier können Sie bei unserem Familienkompass mitmachen und eine Reise an die Ostsee gewinnen. Alles rund um das Thema Familien in Brandenburg lesen Sie auf unserer Themenseite.