Sperrung in Erkner: Umstrittenes Radfahren auf der Brücke – wer hat die Lösung?

Ärger auf der Brücke in Erkner: Radfahrer müssen hier absteigen, viele fahren trotzdem weiter. Was kann helfen?
Christian Heinig- Baustelle in Erkner: Flakenfließbrücke seit März für Autos gesperrt, Radfahrer und Fußgänger teilen Gehweg.
- Konflikte: Viele Radfahrer ignorieren „Absteigen“-Schilder, riskieren Unfälle mit Fußgängern.
- Stadt, Polizei und Bürger suchen Lösungen: Kontrollen, Diskussionen und kreative Vorschläge laufen.
- Daniela Kant regt Plakat-Aktion an, um Radfahrer mit Freundlichkeit zu sensibilisieren.
- Bürgerbeteiligung: Facebook-Debatte und Umfragen sollen Ideen für sichere Wege fördern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für Autos ist die Flakenfließbrücke in Erkner seit März wegen einer Baustelle gesperrt. Fußgänger und Radfahrer teilen sich einen Gehweg. „Die Brückennutzung ist eine echte Katastrophe, fast alle Radfahrer ignorieren die Schilder zum Absteigen, im Gegenteil, es wird gedrängelt, geklingelt und, und“, schreibt eine Nutzerin in einem Beitrag bei Facebook.
Seit Wochen sind rücksichtslose Radfahrer und Radfahrerinnen auf den engen Baustellenpassagen der Friedrichstraße und der Flakenfließbrücke Thema in den sozialen Medien. „Radfahrer Absteigen“ steht dort seit einiger Zeit unmissverständlich auf Schildern. Manche fragen sich allerdings, ob es wirklich nötig ist, sein Fahrrad auch bei schwachem Verkehr zu schieben.
„Hier sollte nun endlich was passieren, es muss doch nicht erst ein Unfall passieren?! So viele ältere Leute mit Rollator sind dort unterwegs, dazu viele Kinderwagen...“, schreibt die Facebooknutzerin weiter und trifft damit offenbar den Nerv von Passanten bzw. Mitdiskutierenden. Viele haben bereits ihrem Ärger im Internet Luft gemacht.
Baustelle Erkner – Verletzungsgefahr bei Älteren höher
Eine, die sich – online und offline – in die Debatte zum Radverkehr auf der Brücke an der Friedrichstraße einmischt, ist Daniela Kant aus Erkner. Sie ist Mitarbeiterin beim Reisebüro Alltours im City Center und gut mit anderen Ladenbetreibern vernetzt. „Viele Ladeninhaber berichten davon, dass Kunden sich nicht mehr trauen, hier langzugehen“, erzählt Kant. Für viele Läden bedeutet die Baustelle vor dem Haus entlang der Friedrichstraße, dass weniger Kunden kommen. Und von denen, die kommen, seien viele vom Gedränge auf der Brücke und auf Gehwegen genervt, wie die Tourismus-Fachfrau berichtet.
„Eine Kundin mit Rollator hat zu mir gesagt, sie meidet die Wege in Erkner“, schildert Daniela Kant, die selbst Radfahrerin ist und derzeit früher von ihrem Zuhause im Erkneraner Schützenwäldchen aufbricht, um genug Zeit zu haben, das Fahrrad zu schieben. Sie weiß, dass ältere Menschen mehr Angst vor Zusammenstößen haben, auch, weil sie in der Regel ein höheres Risiko haben, sich bei einem Sturz zu verletzten. Viele jüngere Menschen könnten sich das wiederum nicht vorstellen und glauben vielleicht, dass es reicht, niemanden beim Vorbeifahren zu touchieren.
Sperrungen in Erkner – Polizei führt Kontrollen
Die Stadt Erkner, der für die Friedrichstraße zuständige Landesbetrieb Straßenwesen und die Polizei sind sich des Problems durchaus bewusst. Clemens Wolter, Erkners zweiter Bürgermeister, äußert sich zur Problematik so: „Insgesamt kann man sagen, dass es erschreckend ist, wie die Verkehrszeichen von sehr vielen Radfahrern, aber auch von Eltern mit Kindern, Schülern und auch älteren Radfahrern ignoriert werden.
Viele Radfahrer verhalten sich dennoch rücksichtsvoll (auch wenn sie nicht absteigen). Besondere Sorgen machen uns und vielen Mitgliedern der Facebookgruppe aber die rücksichtslosen Radfahrer, die sich an der Brücke und in den anderen Bereichen entlang der Friedrichstraße ihren Weg freiklingeln.“

Interessiert an einer konstruktiven Lösung: Daniela Kant diskutiert im Internet mit zum Engpass Flakenfließbrücke.
Daniela KantWolter berichtet, es seien bereits Kontrollen des Ordnungsamtes durchgeführt worden, regelmäßige Kontrollen seien aber nicht leistbar, so Wolter weiter. Derzeit würden in den Bauberatungen noch Maßnahmen diskutiert, die aber allein das Problem auch nicht vollständig beheben könnten.
Polizei-Hauptkommissar Torsten Prautsch, Leiter des Reviers Erkner, äußert sich auf Anfrage ebenfalls zum Thema: „Auch von Bürgern bekommen wir ständig Hinweise über Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern jeglicher Art.“ Die Polizei habe seit Beginn der Bauarbeiten bereits viele Verkehrskontrollen an Erkners Problemstellen durchgeführt. Aber man könne eben nicht nonstop Kontrollen durchführen, wie der Revierleiter erklärt.
Bei Radfahrern freundlich Verständnis wecken?
Auf der Suche nach einer konstruktiven Lösung versucht Daniela Kant die Internetdebatte zum Thema etwas zu moderieren. „Ich gehöre selbst nicht zur Fraktion meckern und meckern“, sagt sie. Außerdem glaubt sie, dass die Einheimischen oft die besten Ideen zur Lösung des Problems haben, Ideen, auf die Verwaltungen und Stadtplaner oft vielleicht gar nicht kommen. So hat Daniela Kant in der Facebookgruppe zum Beispiel zwei Umfragen zu den Querelen auf den Fußwegen gestartet. „Habt Ihr Vorschläge, wie man die aktuelle Situation in Erkner durch die Baustelle für alle Beteiligten verbessern kann?“, fragte sie zum Beispiel vor einer Woche.
Der Engpass auf der Brücke und auf den Fußwegen kam am Dienstag auch bei einer Veranstaltung des Erkneraner Mittelstandsvereins zur Baustelle zur Sprache. An der Veranstaltung nahmen viele Gewerbetreibende aus Erkner teil. Auch Bürgermeister und Verwaltung waren vertreten. Dort brachte Daniela Kant ihre Idee ein, bei der radelnden Zunft mit Freundlichkeit um Verständnis zu bitten – zum Beispiel mit einer Plakat-Aktion im Stadtzentrum. Ob die Idee realisiert werden kann, wird sich zeigen.
Manchmal hilft respektvolles Ansprechen
Indes geht bei Facebook die Debatte weiter. Eine Mitdiskutierende berichtete, sie habe als Radfahrerin an der Brücke erst einen Hinweis einer anderen Passantin gebraucht: „Ich muss zugeben, dass ich auch mit Rad einmal drüber gefahren bin, bis mich eine Dame auf die Schilder aufmerksam machte. Ich bin abgestiegen, zurückgelaufen und habe ihr recht gegeben und mich entschuldigt für mein Fehlverhalten. Danach war alles gut. Hab das Schild echt nicht gesehen.“


