Tesla Cybercab
: Neues Modell kommt nach Berlin – ist das die Zukunft?

Das Cybercab von Tesla kommt nach Berlin. Doch einiges scheint rundum das Modell noch ungeklärt zu sein, so wie Fragen der Sicherheit.
Von
Jakob Kerry
Berlin
Jetzt in der App anhören
„Cybercab“ von Tesla: ILLUSTRATION - 11.10.2024, USA, -: HANDOUT - Ein gerendertes Bild eines Tesla Robotaxi-Prototyps in Kalifornien. Tesla-Chef Musk setzt für die Zukunft des Elektroauto-Herstellers auf ein Robotaxi. Das Taxi mit dem Namen «Cybercab» hat zwei nach oben öffnende Flügeltüren und sieht aus wie ein Coupé auf Basis des Tesla-Bestsellers Model 3.

Dieses selbstfahrende Auto namens «Cybercab» soll in Zukunft etwa als Taxi eingesetzt werden. (zu dpa: «Tesla will «Robotaxi» als Marke eintragen lassen») Foto: Tesla/TESLA/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tesla-Gründer Elon Musk legte mit einer Produkt-Vorstellung in Los Angeles erneut einen großen Auftritt hin. Jetzt kommt das Robotaxi nach Berlin. Doch was kann das neue Cybercab?

Tesla/TESLA/AAP/dpa
  • Tesla stellt das selbstfahrende Cybercab in Berlin vor, Ausstellung vom 22. Nov. bis 8. Dez.
  • Kritik an Sicherheitstechnik und Preis; kein Laserradar, nur Kameras und KI.
  • Klage von Alcon wegen Urheberrechtsverletzung; Ähnlichkeiten zu Sci-Fi-Filmen.
  • Experten zweifeln an Produktionsbeginn und Preis von 30.000 USD.
  • Keine Probefahrten möglich, nur Besichtigung in der Mall of Berlin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Cybercab ist kein neumodisches Jugendwort, sondern der Name des neu vorgestellten selbstfahrenden Taxis des Tech-Unternehmens Tesla. Das Auto soll ganz ohne menschliche Zuarbeit fahren können. Um dafür zu werben, tourt Tesla aktuell durch Europa, um das Produkt vorzustellen. Jetzt kommt der Wagen nach Deutschland.

Nicht weit entfernt von der Tesla-Gigafactory in Grünheide wird das Robotaxi zu sehen sein: In der Mall of Berlin soll es vom 22. November bis zum 8. Dezember ausgestellt werden, wie Tesla informiert. Die Vorstellung in den USA war einmal mehr ein PR-Stunt der Extraklasse. Mitten im Rampenlicht, Elon Musk selbst. Doch die Präsentation sorgte mächtig für Aufregung. Auch rundum das frische Cybercab stellen sich einige Fragen.

Was bei der Vorführung nicht möglich sein wird, ist eine Probefahrt durch die Straßen der Hauptstadt. Die Veranstaltung diene dazu, mit der neuen Innovation in Berührung zu kommen. Tesla schreibt auf seiner Webseite: „Erkunden Sie das Cybercab und sprechen Sie mit unseren Tesla-Beratern, um mehr über die Zukunft des autonomen Fahrens zu erfahren.“

Cybercab-Präsentation von Elon Musk hat Nachspiel

Gut einen Monat nach der Produkt-Vorstellung in Hollywood, die am 10. Oktober stattfand, startet die Tour durch die europäischen Metropolen. Nach der Präsentation des Cybercabs gab es jedoch reichlich Unmut. Die Produktionsfirma Alcon reichte laut dem Nachrichtenportal Hollywood Reporter sogar Klage gegen das Unternehmen ein. Die Firma hat den Sci-Fi Blockbuster Bladerunner 2049 produziert.

Der Vorwurf lautet, dass die Künstliche Intelligenz von Tesla gegen das Einverständnis der Produktionsfirma, mit deren Filmmaterial trainiert wurde. Die künstliche Intelligenz soll mit den gefütterten Filmsequenzen die Aufnahmen für die Produkt-Vorstellung entworfen haben.

Anders als Alcon ziehen das Filmstudio und Regisseure des Filmes „I, Robot“ zwar nicht vor Gericht, doch auch hier melden sich Personen mit dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung zu Wort. Auf Instagram postete der Produktdesigner von „I, Robot“, Patrick Tatopoulos, einen Beitrag, in dem er die Designs von Tesla und jene des Filmes gegenübergestellte.

Was damals noch Stoff für Science-Fiction-Filme war und ein Bild der Zukunft zeichnete, gehört heute in vielen Ländern der Welt zum Alltag. In weiten Teilen Asiens ist ein selbstfahrendes Auto bereits Gegenwart. Dort gibt es in einigen Großstädten Taxis, die ohne Fahrer auskommen.

Tesla Chef Elon Musk sagte bei der Vorstellung: „Sie können nach dem Einsteigen einschlafen und wenn sie angekommen sind einfach aufwachen.“ Das Produkt soll laut Musk 2026 auf den Markt kommen.

Informationen zum Cybercab in Berlin

Die Ausstellung findet vom 22. November bis zum 8. Dezember im Tesla-Center im Tesla Store in der Mall of Berlin am Leipziger Platz 12 statt.

Für das Besuchen der Tour ist eine Anmeldung auf der Tesla-Webseite nötig, denn die Teilnehmerzahl sei nur begrenzt.

Probefahrten mit dem Cybercab sind nicht möglich, dafür aber mit anderen Tesla Modellen.

Günstige Preise, aber weniger Sicherheit?

Branchenkenner meldeten bereits nach der Vorstellung in Los Angeles Zweifel an. Denn besonders der angekündigte Preis von weniger als 30.000 US-Dollar sei für viele nur wenig glaubhaft. Im NTV-Interview Mitte Oktober sagte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Das einzige, was offensichtlich taugt für Schlagzeilen, ist der Preis von 30.000 US-Dollar, ob das genau so kommt, weiß heute niemand. Wann es genau gebaut wird, weiß auch niemand.“

Der günstige Preis kann offenbar nur auf Kosten der Sicherheitstechnik erreicht werden. Denn das Cybercab nutzt Angaben Teslas zufolge nicht wie die Konkurrenz Laserradare, um den Verkehr zu scannen. Es werden nur Kameras und künstliche Intelligenz eingesetzt, um den Verkehr zu analysieren. Günstigerer Preis auf Kosten der Sicherheit? Viele Experten befürchten genau das.

Wer nun hofft, dass ein neues Modell in das Produktions-Sortiment in die Gigafactory nach Grünheide (Oder-Spree) einziehen könnte, sollte sich keine allzu großen Hoffnungen machen. Anfang des Monats sagte Ferdinand Dudenhöffer diesem Nachrichtenportal, dass er sich eine Produktion des Robotaxis in Grünheide nicht vorstellen könne.

Tesla

Die Tesla Gigafactory Berlin (Giga Berlin / Gigafactory 4) in Grünheide (Oder-Spree) des US-Autobauers Tesla ist eine der größten Elektroauto-Fabriken in Deutschland. Baustart war Anfang 2020, die ersten Autos wurden im März 2022 an Kunden übergeben. Was gibt es Neues um die Fabrik?