Tesla Grünheide: Kündigungen in Gigafactory ‒ aber nicht für 3000 Mitarbeiter

Mitarbeiter der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg in Grünheide arbeiten an der Endkontrolle der fertigen Elektrofahrzeuge vom Typ Model Y.
Patrick Pleul/dpaDas US-Autobauer Tesla hat bestätigt, dass es auch im Werk in Grünheide bei Berlin zu einem Stellenabbau kommen kann. Man prüfe dies, heißt es in einer Stellungnahme, die MOZ.de vorliegt. Zugleich wies das US-Unternehmen aber Berichte zurück, dass in dem Werk 3000 Stellen von einer Kündigung betroffen seien.
Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen, wie er in einer internen E-Mail mitgeteilt hatte.
Tesla prüft Stellenabbau für Grünheide
„Die regelmäßige Performance-Bewertung unserer Organisationen und Mitarbeitenden ist ein elementarer Bestandteil unserer Unternehmensprozesse", teilte eine Tesla-Sprecherin nun mit. „Wir sind davon überzeugt, dass nur eine effiziente und schlanke Organisation für zukünftige Herausforderungen gut aufgestellt ist. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieses Vorgehen maßgeblich zu unserem Erfolg beiträgt.“
Zum angekündigten Stellenabbau heißt es: „Elon Musk hat in einer internen Email einen globalen Stellenabbau von 10 Prozent angekündigt. Diese Maßnahme prüfen wir und werden sie für die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor dem Hintergrund aller arbeitsrechtlichen und mitbestimmungspflichtigen Erfordernisse unter Einbeziehung des Betriebsrates verfolgen.“ Die in Medienberichte genannte Zahl von 3000 betroffenen Stellen „entbehrt dabei jeder Grundlage“.
Medienbericht: Leiharbeiter in Grünheide betroffen
Angaben, wie viele Stellen in Grünheide betroffen sein könnten, gab es zunächst nicht. In dem einzigen europäischen Tesla-Werk arbeiten inzwischen rund 12.500 Menschen. Nach Angaben des „Handelsblattes" sollen in der Grünheider Gigafactory vor allem Leiharbeiter vom Stellenabbau betroffen sein.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach hatte bereits tags zuvor betont, er stünde mit Tesla in Kontakt. Wenn es zu einem Stellenabbau in Grünheide kommen sollte, dürfte sich die Zahl „nach unseren Informationen nicht um 3.000 bewegen, sondern signifikant niedriger ausfallen“. Laut Jochem Freyer, dem Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Frankfurt (Oder), sei für Grünheide zu berücksichtigen, „dass dort im nennenswerten Umfang Personal über Zeitarbeit beschäftigt ist." Und Zeitarbeit sei klassischerweise auch ein Puffer bei Absatzschwankungen.
Elon Musk will an Ausbau festhalten
Tesla bekommt unter anderem den harten Preiskampf im größten Automarkt China zu spüren und lieferte im ersten Quartal weltweit mit fast 387.000 Autos überraschend weniger Fahrzeuge aus als ein Jahr zuvor. Schon davor hatten sich nach den jahrelang starken Zuwächsen bereits Zweifel am Wachstumstempo im Elektroautomarkt gemehrt.
Zuletzt lösten Pläne von Tesla für eine Erweiterung der Fabrik Streit aus. Zudem hatte ein Anschlag auf die Stromversorgung des Autowerks für Verunsicherung gesorgt. Bei einem Besuch der Fabrik in Grünheide hatte Tesla–Chef Musk im März gesagt, dass er an Ausbauplänen festhalte. Umweltgruppen protestieren unterdessen weiter gegen den E–Autobauer: Einige Aktivisten halten seit Ende Februar ein Waldstück in der Nähe der Fabrik in Grünheide besetzt und campieren in Baumhäusern.

