Tesla-Protestcamp
: Polizei reißt Baumhäuser ab – Camp in Grünheide aufgelöst

Im Protestcamp im Wald bei der Tesla-Gigafactory in Grünheide bei Berlin gibt es einen Großeinsatz der Polizei. Das ist die aktuelle Lage.
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Räumung Tesla-Protestcamp in Grünheide: 20.11.2024, Brandenburg, Grünheide: Ein Baumhaus wird während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ angeschnitten und fällt zu Boden. Die Besetzung dauerte seit Ende Februar und richtete sich gegen eine Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Baumhaus wird während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ angeschnitten und fällt zu Boden. Die Besetzung richtete sich gegen eine Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg.

Sebastian Christoph Gollnow/dpa
  • Großes Polizeiaufgebot im Protestcamp nahe der Tesla Gigafactory in Grünheide.
  • Räumung des Camps im Wasserwald befürchtet; Einsatz seit 8 Uhr morgens.
  • Aktivisten berichten von Sondereinsatzkommando und Höhenrettern vor Ort.
  • Polizei sperrt das Areal ab und fordert die Aktivisten mehrfach zum Verlassen auf.
  • Baumhäuser und Flächen werden abgesperrt; Lage vor Ort wird weiterhin beobachtet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch an Tag drei (20. November) laufen die Maßnahmen die Maßnahmen der Polizei gegen das Protestcamp der Tesla-Gegner im Wasserwald. Seit mehreren Monaten sind Umweltaktivisten in eine Baumhauskolonie gezogen, um die weiteren Baumaßnahmen seitens Tesla zu verhindern.

Trotz der Auflösung des Protestcamps in Grünheide bei Berlin geht der Einsatz an diesem Mittwoch weiter. Hebebühnen, Höhenretter und weitere Spezialkräfte kommen zum Einsatz und wollen die neun Aktivisten, die noch in den Bäumen hängen und sich in den Baumhäusern verschanzt haben, aus dem Wald entfernen.

Die Umweltaktivisten, die unweit der Gigafactory des US-Fahrzeugherstellers Tesla campieren, protestieren gegen die Tesla-Geländeerweiterung. Es sind weitere Waldrodung, Lager- und Logistikflächen, Batteriefertigungen und ein neuer Güterbahnhof darauf geplant. Lesen Sie im folgenden alle wichtigen News der letzten drei Tage und die Entwicklungen rund um das Camp.

+++ 15:28 Uhr Ende des Livetickers

Liebe Leser, wir beenden nun den Liveticker.

+++ 14:59 Uhr Das „Camp zum Schutz des Waldes“ ist Geschichte!

Nach Angaben der Polizei ist die Räumung des „Camps zum Schutz des Waldes“ in Grünheide endgültig beendet. Verletzte soll es keine gegeben haben. Im direkten Anschluss soll nun die Absuche des Geländes auf Kampfmittel folgen. Wie lang diese Arbeiten andauern werden ist zunächst unklar.

Klar sei jedoch, dass die noch verbliebenen Baumhäuser der Tesla-Gegner erst zum Absturz gebracht würden, wenn klar sei, dass keine gefährlichen Kampfmittel im Boden seien, sagte der Polizei-Sprecher. Auch würden weiterhin Einsatzkräfte zur Sicherung vor Ort bleiben.

Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes sind bereits damit beschäftigt, das ehemalige Protestcamp nach einstigen Weltkriegsbomben abzusuchen. Die negativ bewerteten Flächen werden freigegeben, sodass dort direkt mit dem Abtragen der Baumhäuser begonnen werden kann.

Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes sind bereits damit beschäftigt, das ehemalige Protestcamp nach einstigen Weltkriegsbomben abzusuchen. Die negativ bewerteten Flächen werden freigegeben, sodass dort direkt mit dem Abtragen der Baumhäuser begonnen werden kann.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 14:28 Uhr Die letzten Aktivisten wurden von den Bäumen geholt

Es ist vorbei! Die letzten Aktivisten wurden soeben von den Bäumen im Wasserwald geholt und zur Maßnahme gebracht. Währenddessen werden mit Hebebühnen Seilverbindungen zwischen den Bäumen gekappt und Baumhäuser eingerissen.

Ab jetzt ist das „Camp zum Schutz des Waldes“ Geschichte. Baumaschinen sind bereits damit beschäftigt, die Baumhäuser zu demontieren.

Tesla-Protestcamp: Ab jetzt ist das „Camp zum Schutz des Waldes“ Geschichte. Baumaschinen sind bereits damit beschäftigt, die Baumhäuser zu demontieren.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 14:15 Uhr Räumfahrzeug der Polizei im Camp

Während die Polizisten auf den Hebebühnen damit beschäftigt sind, die letzten Tesla-Gegner aus den Baumwipfeln zu holen, fährt ein Räumfahrzeug der Polizei in den Wald. Die Aktion wirft Fragen auf, denn in einer am gestrigen Dienstag (19.11.) erlassenen Allgemeinverfügung zum Verbot des Betretens von Flächen des Bebauungsplangebietes Nr. 60 Service- und Logistikzentrum Freienbrink-Nord" heißt es, dass sich die Personen auf der benannten Fläche in einem kampfmittelbelasteten Gebiet befinden. Auf Nachfrage teilte Polizeisprecher Daniel Keip mit, dass diese Flächen, die jetzt mit LKW befahren werden, bereits vom Kampfmittelräumdienst freigegeben wurden.

Die Polizei fährt nun mit einem ersten Räumfahrzeug in den Wasserwald. Nach den Fahrzeugen mit den Hebebühnen werden nun weitere Tonnen Gewicht auf den Waldboden gestellt.

Tesla-Protestcamp: Die Polizei fährt nun mit einem ersten Räumfahrzeug in den Wasserwald. Nach den Fahrzeugen mit den Hebebühnen werden nun weitere Tonnen Gewicht auf den Waldboden gestellt.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 13:50 Uhr Das planen die Aktivisten von „Tesla stoppen“

Caro Weber von der Aktionsgruppe „Tesla stoppen“ erklärt bereits jetzt schon weitere Maßnahmen: Wir wissen, dass der Kampf gegen diese Erweiterung und den Schutz des Wassers, der uns allen zugutekommt, weitergeht. Die nächsten Sachen werden ja zum Beispiel die Wasserverbandssitzung von Strausberg-Erkner sein. Dort werden wir ja auch mit Protest vor Ort sein. Die Sitzung findet am 4. Dezember ab 14 Uhr in den Räumen der WSE statt.

Aktivistin Caro Weber vom Bündnis „Tesla stoppen“ ist trotz Campräumung weiterhin motiviert,

Aktivistin Caro Weber vom Bündnis „Tesla stoppen“ ist trotz Campräumung weiterhin motiviert,

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 13:35 Uhr Ein Baumhaus wurde kontrolliert abgelassen

Nach dem Tripod wurde nun auch das erste Baumhaus des Camps herabgelassen. Das bestätigte Polizeisprecher Daniel Keip gegenüber unserem Medienhaus. Damit sind weitere Bewegungen durch Fahrzeuge auf dem Campgelände möglich. Zum aktuellen Zeitpunkt seien noch etwa fünf Aktivisten in den Baumkronen, die man nun dazu bewegen würde, ihren Platz zu räumen.

Räumung Tesla-Protestcamp in Grünheide: 20.11.2024, Brandenburg, Grünheide: Ein Polizeibeamter geht während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ vor einer gestützten Komstruktion am ehemaligen Campeingang vorbei. Die Bestzung dauerte seit Ende Februar und richtete sich gegen eine Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Polizeibeamter geht während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ vor einer gestützten Komstruktion am ehemaligen Campeingang vorbei.

Sebastian Christoph Gollnow/dpa

+++ 13:13 Uhr Polizei will am Mittwoch alle Aktivisten rausbringen

Der Sprecher des Polizeipräsidiums, Daniel Keip fasst die Lage so zusammen: in Baumkronen seien fünf Personen zu sehen, andere säßen in Baumhäusern. „Wir wollen heute alle rausbringen.“ Die Polizei nutze auch eine Hebebühne, um leichter an die Baumhäuser heranzukommen.

+++ 13:10 Uhr: Manu Hoyer von „Tesla den Hahn abdrehen“ exklusiv im Gespräch mit MOZ

„Wir haben inzwischen erfahren, dass die Räumung durch die Gemeinde Grünheide ausgegangen ist. Sowohl die Gemeinde als auch das Innenministerium wollten partout, dass dieses Camp hier wegkommt. Und dann haben sie fadenscheinige Ausreden oder Gründe gefunden, dass hier angeblich gegen das Versammlungsrecht verstoßen wurde, um dann das Camp zu räumen“, erzählt Manuela Hoyer.

Auch zu der gestrigen Auflösung der Versammlung findet Manu Hoyer klare Worte. Die Behauptungen, dass die Veranstaltungsleitung nicht zu erreichen gewesen sei, sieht sie als Behauptung: „Man muss dazu sagen, dass vorgestern die Pressesprecherin des Waldes einen Platzverweis erhalten hat und nicht mehr das Gelände betreten durfte. Also es sind Schikanen, es ist hausgemacht, es ist so geplant, durch die Gemeinde, durch das Innenministerium und durch die Polizei, dass sie alles dafür taten, damit das Camp geräumt wird.“

Die Gruppe rund um die Umwelt-Robin-Hoods von „Tesla den Hahn abdrehen“ überlegt sich nun weitere Schritte: „Wir werden weiter solidarisch mit dem Camp sein, weil wir durch dieses Camp wurde ja auch in unseren Augen der B-Plan 60 geändert, weil so viel Druck drauf kam. Wir wollen aber weiterhin den B-Plan 60 verhindern und sind immer noch am Prüfen, ob wir dagegen klagen.“

+++ 12:57 Uhr: Demo bei der Mahnwache

Etwa 45 Aktivisten nehmen aktuell an der Demo nahe der Mahnwache an der Baustelleneinfahrt zur künftigen Baustraße teil. Nachdem gestern sämtliche Banner, die das Camp der Umweltaktivisten schmückten, von der Polizei abgenommen und beschlagnahmt worden, hängt nun ein großes Banner nahe der Mahnwache.

„THEY CAN'T EVICT A MOVEMENT“ schreiben die Aktivisten auf ihr langes Banner. Zu Deutsch:  Sie können die Bewegung nicht aufhalten.

„THEY CAN'T EVICT A MOVEMENT“ schreiben die Aktivisten auf ihr langes Banner. Zu Deutsch: Sie können die Bewegung nicht aufhalten.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 12:45 Uhr: Tripod ist gefallen

Mehrere Stunden haben die Polizisten auf ihrer Hebebühne mit Arbeitsgeräten versucht, das mehr etagige Dreibein, genannt Tripod, zurückzubauen, nun ist es geschafft. Direkt nachdem das Tripod gefallen ist, wurde mit der Hebebühne in das Camp gefahren. Jetzt sollen die letzten verbleibenden Aktivisten aus dem Camp geholt werden.

Da liegt es, das einstige mehretagige Tripod, dass am Eingang des Camps stand.

Da liegt es, das einstige mehretagige Tripod, dass am Eingang des Camps stand.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 11:25 Uhr: Heute soll das Camp komplett geräumt werden

Der Sprecher des Polizeipräsidiums, Daniel Keip sagte zur Lage am Morgen, in Baumkronen seien fünf Personen zu sehen, andere säßen in Baumhäusern. „Wir wollen heute alle rausbringen.“

Mit schwerem Gerät in Form von Hebebühnen und zusätzlich durch die Höhenretter soll die Räumung heute bis zum Einbruch der Dunkelheit gelingen.

Ein Aktivist ist weit oben in den Baumwipfel geklettert. Die Polizei und die Höhenretter haben heute alle Hände voll im Tesla-Wald zu tun.

Ein Aktivist ist weit oben in den Baumwipfel geklettert. Die Polizei und die Höhenretter haben heute alle Hände voll im Tesla-Wald zu tun.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 11:11 Uhr: Da waren es nur noch acht

Von den verbliebenen Aktivisten in dem Wald, in dem sich das Protestcamp der Tesla-Gegner befindet sind derzeit nur noch acht Personen, die sich der Polizei fügen sollen. Ein Aktivist wurde gerade von der Polizei abgeführt.

Polizeibeamte führen am Mittwochmorgen während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ einen Aktivisten aus dem Wald. Da waren es nur noch acht.

Polizeibeamte führen am Mittwochmorgen während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ einen Aktivisten aus dem Wald. Da waren es nur noch acht.

dpa/Sebastian Gollnow

+++ 10:42 Uhr: Umweltaktivisten planen Demonstration gegen Räumung

Die Tesla-Gegner wollen sich nicht so einfach geschlagen geben und haben laut Aktivistenchat bei Telegram heute um 12 Uhr zu einer Demo aufgerufen. Sie soll an der Mahnwache am Bahnhof Fangschleuse starten. Die Route soll die Waldwege entlanggehen bis „zum Tripod“. „Bitte alle laute Sachen mitbringen: Eure Stimmen, Töpfe, Instrumente, Vuvuzelas... Wir wollen so nah wie möglich an die Menschen in den Bäumen ran und unseren Support zeigen!“, heißt es in der Ankündigung. Man wolle den letzten Besetzern zeigen, dass sie nicht alleine seien.

Räumung Tesla-Protestcamp in Grünheide: 20.11.2024, Brandenburg, Grünheide: Ein Aktivist hängt während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ in einem Seil. Die Bestzung dauerte seit Ende Februar und richtete sich gegen eine Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Räumung des Tesla-Protestcamp in Grünheide: Auch an Tag drei hängen die Aktivisten weiter in den Bäumen oder besetzen die vorhandenen Baumhäuser. Bereits seit Februar dieses Jahren besetzen die Tesla-Gegner den sogenannten Wasserwald. Diese Aktion richte sich gegen eine Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg, heißt es.

Sebastian Christoph Gollnow/dpa

+++ 10.35 Uhr: Höhenretter auch heute im Einsatz

Auch die Spezialisten der Höhenrettung werden heute wieder zum Einsatz kommen. Einige Aktivisten hängen noch in Bäumen und Baumhäusern und weigern sich, das Gelände zu verlassen. „Klettercops mit Leiter bei Zärtlich“, warnen aktuell die Tesla-Gegner in ihren Chats.

„Wir hoffen, dass der Einsatz friedlich zu Ende geht“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Brandenburg, Beate Kardels. Ein Großteil der Aktivisten war nach der Entscheidung der Polizei, das Lager mit Baumhäusern aufzulösen, freiwillig gegangen, wie die Polizeisprecherin sagte.

+++ 09:50 Uhr: Neun Umweltaktivisten gilt es heute aus dem Camp zu bringen

Polizeisprecherin Beate Kardels teilt mit, dass die vergangene Nacht ohne Störaktionen verlaufen sei. Bis auf zwei Personen, die versuchten, sich unerlaubt zurück auf das Gelände zu schleichen, hätte es keine weiteren Vorfälle gegeben. Derzeit würden sich noch neun Personen im Areal befinden. Ziel sei es, die Menschen heute durch die Polizeikräfte aus dem Camp zu räumen. Aktuell sind einige der Polizisten damit beschäftigt, das sogenannte Dreibein am Campeingang zurückzubauen, damit die Hebebühne weiter in das Camp-Areal vordringen kann.

Räumung Tesla-Protestcamp in Grünheide: 20.11.2024, Brandenburg, Grünheide: Polizeibeamte arbeiten während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ auf einer Hebebühne an einem Tribock mit Ebenen. Die Besetzung dauerte seit Ende Februar und richtete sich gegen eine Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Polizeibeamte arbeiten während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ auf einer Hebebühne an einem Dreibein  (Tribock) mit Ebenen.

Sebastian Christoph Gollnow/dpa

+++ Mittwoch, 20.November: 09:30 Uhr: Hebebühnen im Tesla-Wald

Guten Morgen aus der MOZ-Redaktion. Die Polizei ist bereits wieder im Wasserwald nahe des E-Autowerks Tesla in Grünheide im Einsatz. Während die Aktivisten in ihren Chatgruppen schreiben, dass einige es geschafft hätten, sich in der Nacht wieder zurück ins Camp zu schleichen, arbeiten die Polizisten heute erneut daran, das Camp der Tesla-Gegner vollständig zu räumen. Neben den Polizei-Kletterern kommen heute auch Lkw mit Hebebühnen zum Einsatz.

Räumung Tesla-Protestcamp in Grünheide

Die Räumung des Tesla-Protestcamps in Grünheide geht heute in die dritte Runde.

Sebastian Christoph Gollnow/dpa

So liefen die Maßnahmen im Camp am Dienstag, 19. November:

+++ 17:50 Uhr Ende des Livetickers

Liebe Leser, wir beenden nun den Liveticker.

+++ 17:48 Uhr Rund zehn Personen noch auf Baumhäusern

Insgesamt wurden am heutigen Dienstag (19.11.) vier Personen in Gewahrsam genommen. Zum einen, weil sie an ihrer Vermummung festhielten, bzw. ihre Personalien nicht festgestellt werden konnten. Beate Kardels, Sprecherin der Polizei, sagte, dass die Räumarbeiten ab dem Nachmittag beendet waren, da die Sichtverhältnisse minütlich nachließen.

Aktivisten schauen während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ aus einem Baumhaus.

Aktivisten schauen während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ aus einem Baumhaus.

dpa/Sebastian Gollnow

Derzeit gehe man seitens der Polizei von weniger als zehn Personen aus, die noch in den Baumhäusern ausharren. Sollten diese in der kommenden Nacht freiwillig gehen, könnten die von der Gemeinde Grünheide geplanten Sondierungsarbeiten in dem zirka 5.000 Quadratmeter großen Waldstück am Morgen direkt beginnen. Andernfalls müsse die Polizei erneut eingreifen und die übrigen Aktivisten aus den Baumhäusern holen.

Da die verbliebenen Personen sich bisher geweigert hätten, die Versammlung zu verlassen, müsste hier ebenfalls mit weiteren polizeilichen Maßnahmen gerechnet werden, hieß es weiter.

+++ 17:25 Uhr Weitere Aktivisten in den Baumhäusern

20 Baumhäuser wurden im Tesla-Wald von den Umweltaktivisten errichtet. Auch die ausgebauten Baumhäuser sollen später verschwinden -  wann und wie war auch wegen möglicher gefährlicher Kampfmittel im Boden noch unklar. Die verbliebenen Aktivisten in den Baumhäusern werden ab Mittwochmorgen (20.11) um 8 Uhr weiter geräumt, hieß es von der Polizei.

Das Betretungsverbot werde bis dahin abgesichert. Wie viele bereits das Camp verlassen mussten und wie viele noch in den Baumhäusern ausharren, war zunächst unklar. Laut Aktivistenchats werde ihnen verboten, den Verbliebenen Essen zu bringen.

Ein Aktivist sitzt während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ auf einer Plattform in den Bäumen.

Ein Aktivist sitzt während der Räumung des Camps der Aktivisten von „Tesla stoppen!“ auf einer Plattform in den Bäumen.

dpa/Sebastian Gollnow

+++ 16:53 Uhr Deshalb stellte Gemeinde Grünheide Antrag auf Sondierung

Die Gemeinde Grünheide veröffentlichte am späten Dienstagabend (19. November) eine „Allgemeinverfügung zur Untersagung des Betretens von Flächen des Bebauungsplangebietes Nr. 60 ‚Service- und Logistikzentrum Freienbrink-Nord‘“ und begründete darin, warum die Sondierungsarbeiten nach Kampfmitteln in dem Waldstück beantragt wurden, obwohl US-Autobauer Tesla dieses Waldstück laut B-Plan 60 nicht bebauen darf. Der Antrag war die Grundlage für den Polizeieinsatz der letzten zwei Tage.

Die Gemeinde Grünheide veröffentlichte am 19. November ihr Betretungsverbot für den Tesla-Wald. In Geld sind die gesperrten Waldflächen dargestellt.

Die Gemeinde Grünheide veröffentlichte am 19. November ihr Betretungsverbot für den Tesla-Wald. In Gelb sind die gesperrten Waldflächen dargestellt.

Gemeinde Grünheide, Nico Bauermeister

Zur Begründung heißt es, dass die Maßnahme getroffen worden sei, um eine „bestehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung“ abzuwehren. Denn das Gebiet werde als „kampfmittelbelastet eingestuft“, da in den vergangenen Monaten auf weiteren Flächen des Bebauungsplangebietes Nr. 60 („Service- und Logistikzentrum Freienbrink Nord“) diverse Kampfmittel und -reste gefunden wurden: So wurden beispielsweise zwei 250 kg schwere Weltkriegsbomben und einmal chemischen Kampfmittel gefunden.

„Als örtlich zuständige Ordnungsbehörde habe ich daher Grund zur Annahme, dass die benannten Flächen, die unter anderem durch die Versammlung ‚Camp zum Schutz des Waldes‘ bis zum 19.11.2024 genutzt wird, ebenfalls mit Kampfmitteln belastet sind“, schreibt Bürgermeister Arne Christiani. Deshalb sei die Anordnung und sofortige Vollziehung erlassen worden.

Zudem seien seit Beginn der Versammlung „zahlreiche Verstöße gegen Versammlungsauflagen, Wald- und sonstige ordnungsrechtliche Bestimmungen“ festgestellt worden. Genannt werden beispielsweise Eingriffen in den Boden und/oder Erschütterungen des Bodens.

+++ 16:04 Uhr: Aktivisten müssen nun auch die Mahnwache räumen

In ihrer Aktivisten-Gruppe schreiben die Waldbesetzer, dass man ihnen verwährt habe, den im Camp verbliebenen Menschen Essen bringen zu dürfen. Zudem sei es jetzt soweit, dass ihr Schutzraum an der Mahnwache von der Polizei verboten wurde. Somit dürfe sich offiziell niemand mehr in der Nähe des Wasserwaldes aufhalten. Die Aktivisten titeln: „Das ist frech und unwürdig!“

+++ 15:15 Uhr: Polizeikletterer beenden die Arbeit für heute

Die verbliebenen Aktivisten in den Baumhäusern im Wald nahe der Gigafactory rund um das Automobil-Werk Tesla des US-Tech-Milliadärs Elon Musk werden ab morgen (20.11) früh um 8 Uhr wieder mit weiteren Räumungsaktivitäten der Polizei rechnen müssen. Für heute sind die Arbeiten der Höhenretter beendet.

Polizei-Einsatz im Tesla-Protestcamp in Grünheide

Der Polizei-Einsatz im Tesla-Protestcamp in Grünheide zieht sich inzwischen über zwei Tage.

Sebastian Christoph Gollnow/dpa

+++ 15:08 Uhr: Motorsägengeräusche aus der Ferne

Brombeersträucher und Gestrüpp werden für Sondierungsarbeiten entfernt. Die Arbeiten begannen bereits heute Mittag (19.11.) und werden wegen den geplanten Sondierungsarbeiten ausgeführt. 
Bäume werden nicht gefällt, sagte ein Polizeisprecher auf MOZ-Nachfrage.

+++ 14:53 Uhr: Angeblich klickten erstmals Handschellen

Zwei Aktivisten sollen versucht haben, wieder in die Baumhäuser zu klettern. Die Polizei bestätigte, dass zwei Personen in Polizeibegleitung ihre im Camp verbliebenen Habseligkeiten abholen durften. Die Rückkehr wollten sie jedoch nutzen, um sich wieder in einem der Baumhäuser niederzulassen. In der Chatgruppe „Tesla-stoppen“ wurde berichtet, dass einer der beiden Personen Handschellen angelegt und der Schmerzgriff von der Polizei angewendet wurde.

Das ist ein Schmerzgriff:

Schmerzgriffe sind Techniken aus dem Kampfsport, die durch physische Einwirkung auf schmerzempfindliche Körperteile mittels Nervendrucktechniken oder Hebelwirkung Schmerzen verursachen. Beispiele sind Armhebel oder Handgelenkshebel. Unmittelbares Ziel der Anwendung von Schmerzgriffen ist der Schmerz selbst. Die Polizei setzt solche Schmerzgriffe zur Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen ein.

Was soll ein Schmerzgriff bewirken?

Durch den Schmerzreiz sollen die Betroffenen dazu gebracht werden, dem polizeilichen Handlungs- oder Bewegungsbefehl Folge zu leisten. Dies kann z.B. bei der Festnahme einer Person und deren Transport zum Auto oder zur Dienststelle der Fall sein.

Darf die Polizei Schmerzgriffe einsetzen?

Bislang ist gerichtlich nicht geklärt, unter welchen Voraussetzungen die Anwendung von Schmerzgriffen durch die Polizei zulässig ist. Fest steht, dass es sich bei der Anwendung von Schmerzgriffen um einen besonders schweren Grundrechtseingriff handelt, der nur unter sehr engen Voraussetzungen rechtmäßig sein kann. Jede polizeiliche Maßnahme muss verhältnismäßig sein. Gerade wenn die Polizei körperlichen Zwang anwendet, muss sie immer das mildeste Mittel wählen.

+++ 14:14 Uhr: Die Sache mit dem Versammlungsleiter

Auf Nachfrage bei der Polizei wurde MOZ.de erklärt, dass es keinen festen Versammlungsleiter der Umweltaktivisten gegeben habe. Es sei lediglich ein Handy unter den Aktivisten herumgereicht worden und derjenige, der es habe, sei der Versammlungsleiter.

Am Dienstagmorgen (19. November) sei jedoch niemand unter der Polizei bekannten Telefonnummer erreichbar gewesen, auch die Lautsprecherdurchsagen seien ignoriert worden, sodass man sich entschlossen habe, die Versammlung aufzulösen und das Camp mit sofortiger Wirkung zu räumen.

+++ 14:09 Uhr: Brandenburger Politik reagiert auf Camp-Auflösung

Die Auflösung des Protestcamps von Tesla-Gegnern nahe der Autofabrik in Grünheide bei Berlin wird von SPD und CDU im Brandenburger Landtag unterstützt. „Es ist auch kein rechtsfreier Raum, hier muss die Polizei auch Recht und Ordnung durchsetzen“, sagte SPD-Fraktionschef Daniel Keller in Potsdam. Er ließ offen, ob das Camp fortgesetzt werden kann. „Ob dann im Nachgang der Protest an der Stelle wieder fortgesetzt wird, das muss dann in Zukunft geklärt werden.“

Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann hält die Auflösung für konsequent. „Die Protestierer haben den Pfad der Kooperation verlassen“, sagte Redmann. „Es ist für die Polizei inzwischen nicht mehr möglich, sich mit der Versammlungsleitung abzustimmen.“ Dort gebe es eine neue Situation, weil ein akuter Verdacht bestehe, dass bei der geplanten Suche auch Munition gefunden werde. Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte nach seinen Angaben in der Fraktionssitzung zuvor über die Auflösung berichtet.

+++ 13:44 Uhr: Baumhaus-Aktivist wird abgeseilt

Es geht los. Die Staffel der Berliner Höhenretter hat den ersten Aktivisten angeseilt und lässt ihn nun aus dem Hauptbaumhaus zu Boden. Die Aktion verläuft ruhig und ohne Widerstände.

In Seilen gesichert, wird der Baumhaus-Aktivist zurück auf den Waldboden geführt.

In Seilen gesichert, wird der Baumhaus-Aktivist zurück auf den Waldboden geführt.

Maria Häußler

+++ 13:38: Polizei löst Versammlung aus diesen Gründen auf

Die Polizei erwehrt sich in einer Pressemitteilung gegen Vorwürfe bezüglich der Auflösung des Camps. „Bereits am gestrigen Tage kam es zu mehrfachen massiven Verstößen gegen die Auflagen, die bis heute andauerten sowie zu Straftaten“, schreibt Pressesprecherin Stefanie Pilz.

Obwohl die Polizei wie in den vergangenen Monaten versucht habe, im Rahmen von direkten Gesprächen die „Versammlung zum Schutz des Waldes“ weiterhin zu ermöglichen und auf die Einhaltung der Auflagen hinwies, sei eine Kooperationsbereitschaft bei den Versammlungsteilnehmern und der Versammlungsleitung nicht mehr erkennbar gewesen, heißt es. "Auch die wiederholten Begehungen von Straftaten machten deutlich, dass die Versammlung darauf ausgerichtet war, weitere Sondierungen zu verhindern."

Deshalb sei die Versammlung am Dienstag um 10:17 Uhr wegen Verstößen gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch die Polizei aufgelöst worden. „Die Versammlungsteilnehmer haben gegenwärtig die Gelegenheit, ihre persönlichen Gegenstände mitzunehmen und den Versammlungsraum zu verlassen. Der Aufforderung kamen Personen vereinzelt nach.“ Pilz bestätigt, dass sich derzeit noch Personen in Bäumen und Seilstrukturen befänden und die Versammlungsfläche ganz geräumt werden soll.

+++ 13:29 Uhr: Polizei räumt Hauptbaumhaus

Gleich mehrere Polizisten befinden sich derzeit im Hauptbaumhaus. Die Aktivisten nennen dieses Haus liebevoll „die Brotbox“. Es sollen sich zur Zeit drei Personen in dem Haus befinden.

Das Hauptbaumhaus im Wasserwald wird derzeit durch die Polizei geräumt.

Das Hauptbaumhaus im Wasserwald wird derzeit durch die Polizei geräumt.

Maria Häußler

+++ 13:23 Uhr: Nun ist das Wasserbanner weg

Am Campeingang hing bis eben noch ein Banner, auf dem Water is a human right (Wasser ist ein Menschenrecht) stand. War es das endgültig mit dem Wasserwald?

Das große Banner ist weg. Polizisten haben es gekappt.

Das große Banner ist weg. Polizisten haben es gekappt.

Maria Häußler

+++ 13:05 Uhr: Das sind die Verstöße und Straftaten der Aktivisten

Im Gespräch mit Polizeisprecherin Beate Kardels fragen wir vor Ort, welche Straftaten und Verstöße gegen die Aktivisten im Camp vorliegen. Es handelt sich laut Kardels um Verstöße gegen das Vermummungsgesetz und das Widersetzen gegen Vollstreckungsbeamte als Straftat. Seit dem Beginn der sogenannten Sondierungsarbeiten am Montagmorgen (18.11.) wurden sechs Personen von der Polizei von Bäumen und aus Baumhäusern geholt. Gegen alle sechs wurde ein Platzverbot ausgesprochen. Vier der sechs Personen wurden im weiteren Tagesverlauf letztendlich in Gewahrsam genommen wurden.

+++ 12:56 Uhr: Polizei kappt Traversen

Mit Teleskopsägen sind Polizisten dabei, Seile und einige Traversen durchzuscheniden. Laut den Aktivisten in ihren Chats, bleiben die Baumhäuser unversehrt. Als Grund nennen sie die Munitionsverdachtsfläche.

Polizisten klettern, um weiterhin Banner der Aktivisten abzunehmen.

Polizisten klettern, um weiterhin Banner der Aktivisten abzunehmen.

Maria Häußler

+++ 12:38 Uhr: Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ will weiter protestieren

In einer Pressemitteilung des Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ heißt es: „Die Räumung der Wasserschützer*innen und der Geheimvertrag zwischen dem Wasserverband Straußberg-Erkner (WSE) und Tesla sind Wasser auf den Mühlen des Antidemokraten Elon Musk. Es muss endlich Schluss damit sein, dass Teslas Profite von der Politik um jeden Preis durchgesetzt werden und deshalb protestieren wir weiter“, sagt Karolina Drzewon.

Auch Tesla Stoppen stellt klar: „Die sich im Waldboden befindenden Bomben und weiteren Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg stellen für die normale Waldnutzung keine Gefahr dar. Die Kampfmittelräumung ist erforderlich, wenn auf dem Gelände Baumaßnahmen durchgeführt werden sollen. Der aktuelle Bebauungsplan sieht allerdings vor, dass die Waldfläche, auf der sich das Protestcamp befindet, nicht bebaut werden darf.“

Das Protestcamp befindet sich seit Ende Februar 2024 auf der Fläche, auf der die Tesla-Fabrik erweitert werden soll.

+++ 12:29 Uhr: Polizeikletterer räumen Baumhäuser

Inzwischen sind Kletterer der Berliner Polizei dabei, die in den Baumhäusern verbliebenen Aktivisten auf den Waldboden zu bringen, um ihre Personalien festzustellen und sie zu registrieren. Solange die Umweltschützer dies freiwillig tun, werden sie nur des Camps verwiesen. Wer sich widersetzt, muss mit Ingewahrsamnahme rechnen.

+++ 12:13 Uhr: Wut macht sich unter den Aktivisten breit

Harsche kritik zur Auflösung des Camps gibt es seitens der Umweltaktivisten. Sie sehen den Auflösungsakt ihres Protestcamps gegen die Tesla-Autofabrik in Grünheide bei Berlin als unverhältnismäßig. „Wir sind wütend (...). Es ist einfach unverhältnismäßig“, sagte eine Sprecherin der Aktivisten im Waldcamp. Die Stimmung sei sehr angespannt und man sei entschlossen, die Besetzung zu verteidigen.

+++ 11:54 Uhr: Polizei dokumentiert Banner und Plakate

Polizisten, die sich um den Abbau der Plakate und Banner der Aktivisten im Wald kümmern, dokumentieren diese. Anschließend werden die Transparente auf einem Haufen gelagert. Es ist zur Stunde noch unklar, was damit passieren wird.

Polizisten nehmen die Banner der Aktivisten ab.

Polizisten nehmen die Banner der Aktivisten ab.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 11:51 Uhr: Polizeiaufgebot auch auf der A10

Auf der A10 war bereits gestern Abend, als auch heute Vormittag ungewöhnlich viel Polizei rund um die Auf- und Abfahrt Erkner und Freienbrink zu sehen. Sie parken auf den Seitenstreifen, in Baustellen und fahren Patrouille an den Autobahn-Schilderbrücken. Zuletzt hatten sich Umweltaktivisten bei der Eröffnung der Fabrik von diesen abgeseilt und kilometerlange Staus verursacht. Gegen sie läuft noch ein langwieriges Verfahren vor dem Amtsgericht Fürstenwalde.

+++ 11:34 Uhr: Bekam Versammlungsleiterin Platzverweis?

Laut Manu Hoyer von der Initiative „Tesla den Hahn abdrehen“ sei kein Versammlungsleiter mehr vor Ort, weil die Pressesprecherin des Camps gestern einen Platzverweis erhalten habe,  nachdem ihre Identität zuvor festgestellt worden sei. "Ich vermute, dass das mit der Versammlungsleitung eine Ausrede ist. Sie versuchen alles, dieses Camp zu räumen, damit die alte Landesregierung noch sagen kann, sie haben es durchgezogen", kritisiert Hoyer.

Sie habe beobachtet, dass sieben Aktivisten aus den Baumstrukturen bisher herausgeholt worden seien. Der Satz sei gefallen: "Wenn Sie jetzt nicht gehen, gibt es Gewalt". Weitere Aktivisten seien auf dem Radweg festgesetzt worden. Dieser wurde von Polizeiautos blockiert. Über die Aktivisten ist eine Plane gelegt. Weitere Umweltaktivisten hätten sich in den Baumhäusern verschanzt.

Auf Antrag der Gemeinde Grünheide war am Vortag damit begonnen worden, das Gebiet nach Kampfmitteln abzusuchen. Es sei in vier Bereiche geteilt worden und ein Sperrkreis von 50 Metern sei errichtet worden. Dieses Gebiet darf nun am Dienstag von 8 bis 16 Uhr nicht betreten werden. Warum die Gemeinde dies beantragt hat, obwohl das Waldgebiet laut B-Plan 60 erhalten bleiben soll, ist bisher unklar.

+++ 11:30 Uhr: Kein Zugang zum Camp mehr

Die Aktivisten teilen über ihre Chatgruppen, dass es keinen Zugang mehr zum Camp gibt. Allerdings sei der Ort der Mahnwache noch erreichbar.

+++ 11:23 Uhr: Protest-Plakate werden entfernt

Die Polizei beginnt, die Plakate der Aktivisten im Camp zu entfernen.

Die Polizei löst inzwischen die Transparente der Aktivisten von den Bäumen.

Die Polizei löst inzwischen die Transparente der Aktivisten von den Bäumen.

Dennis Lloyd Brätsch

+++ 11:01 Uhr: Freifläche inzwischen fast geräumt

Die Aktivisten, die sich nicht mehr in den Baumhäusern aufhalten, verlassen die Versammlung und stehen nun vor dem Camp. Mit der Auflösung durch die Polizei gibt es für die Aktivisten auch kein Zurück.

+++ 10:53 Uhr: Aktivisten werden abgeführt

Während sich die Aktivisten nach Auflösung der Versammlung durch die Polizi in ihre Baumhäuser zurückziehen, werden erste Aktivisten durch die Polizei abgeführt.

+++ 10:45 Uhr: Am Dienstag könnte es brenzlich werden

Seitens der Polizei heißt es, dass die Umweltaktivisten wiederholt gegen Auflagen verstoßen und Straftaten verübt hätten. Zurzeit sei auch kein Kontakt zur Versammlungsleitung herstellbar. Es könne nicht mehr von einem friedlichen Verlauf ausgegangen werden.

+++ 10:18 Uhr: Camp wird komplett aufgelöst

Die Polizei löst das Protestcamp von Tesla-Gegnern im Wald nahe der Autofabrik in Grünheide bei Berlin auf. Wie das Polizeipräsidium mitteilte, wird die Versammlung wegen Verstößen gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufgelöst.

+++ Dienstag (19. November)  8:00 Uhr Polizeieinsatz wird fortgesetzt

Die Polizei in Brandenburg wird heute Morgen ihren Einsatz im Tesla-Protestcamp in Grünheide bei Berlin fortsetzen und den zweiten Tag in Folge Umweltaktivisten von Bäumen holen. Ein Waldgebiet in der Nähe des einzigen europäischen Werks des US-Elektroautobauers soll wegen einer Untersuchung auf Kampfmittel im Boden für einige Zeit geräumt werden. Doch die Umweltaktivisten, deren Baumhäuser in einer gesperrten Zone liegen, weigerten sich bisher, das Gelände zu verlassen.

Polizisten führen einen Aktivisten ab. Nachdem die Personalien aufgenommen wurden, ist der Protestcamper wieder auf freiem Fuß, darf aber die Sondierungsfläche nicht mehr betreten.

Die Polizei sperrte große Teile des Protestcamps im Wald nahe der Gigafactory von Tesla in Grünheide ab. Alle Entwicklungen.

Maria Häußler

So liefen die Maßnahmen im Camp am Montag, 18. November:

+++ 15:50 Uhr: Das Tagesfazit lautet unkooperativer Widerstand

Seitens der Polizei geht man schon nach dem ersten Tag der Sondierungsarbeiten im Waldgebiet nahe der Autofabrik des millionenschweren Amerikaners Elon Musk davon aus, dass es zu einem längerfristigen Einsatz kommen könnte. Laut Beate Kardels, Pressesprechrin der Polizei, seien die Umweltaktivisten sehr unkooperativ und würden massiven Widerstand leisten.

Doch auch wenn die Protestcamper ihre Baumhäuser nur für eine bestimmte Zeit räumen sollen, wollen sie sich nicht so leicht aus der Reserve locken lassen, nur weil auf Antrag der Gemeinde Grünheide das 5.000 Qudaratmeter große Gebiet auf Kampfmittel erkundet werden soll.

Die Tesla-Gegner, die sich gegen eine Erweiterung des Tesla-Geländes und eine weitere Waldrodung stellen, zeigten sich am heutigen Montag nicht bereit, freiwillig die Sperrfläche zu verlassen. „Wir bleiben hier. Wir werden nicht zulassen, dass der Milliardär Elon Musk hier die Natur zerstört für seine Profitinteressen (...)“, so eine Sprecherin der Umweltaktivisten.

Auch wenn es sich nach Polizeiangaben nicht um eine Räumung des Camps handeln solle, wurden heute einige von den Aktivisten angebrachten Hindernisse an Bäumen durch die Polizeibeamten zerstört. Wie viele Einsatzkräfte in dem etwa achtstündigen Einsatz involviert waren, wurde nicht genannt, auch nicht auf Nachfrage der Reporter dieses Medienhauses. Allerdings war neben den Polizisten und Höhenrettern auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) vor Ort und unterstützte.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen auf der geplanten Erweiterungsfläche des Tesla-Geländes wurden vor Monaten bereits zwei Weltkriegsbomben entdeckt und entschärft. Dazu hatten die Waldbesetzer ihr Camp wegen einer Bombe schon im Juli aus Sicherheitsgründen freiwillig verlassen.

Umweltaktivisten im Wald wollen Protest nicht aufgeben

„Wir wehren uns mit unseren Körpern gegen die Erweiterung der Tesla-Fabrik! Wir schauen nicht tatenlos zu, wie für eine Autofabrik Wald gerodet und Trinkwasser gefährdet wird“, sagte die Sprecherin der Umweltgruppe „Tesla stoppen“ im Protestcamp, Caro Weber, in einer Mitteilung. Seit Ende Februar halten Umweltaktivisten ein Waldstück in der Nähe des Tesla-Werks besetzt.

+++ 15:25 Uhr: Für heute ist Feierabend im Wald

Das SEK ist bereits abgerückt, die Aktivisten sind in ihre Baumhäuser zurückgekehrt. Sie wollen auch unbedingt über Nacht im Camp bleiben, erklärt Caro Weber von der Initiative ‚Tesla stoppen‘. Ob die Polizei ebenfalls die Nacht im Grünheider Forst nahe der Gigafactory des amerikanischen Elektro-Autobauers Tesla verweilen wird, ist zur Stunde noch unklar. Laut Aktivistin Caro soll es jedoch am Dienstag (19.11.) im Wald weitergehen.

+++ 15:08 Uhr: Initiative Tesla stoppen lädt weiter ins Protestcamp ein

Social Media macht es möglich. Während die Polizei weiterhin wahrlich in den Seilen hängt und versucht, die Aktivisten aus dem einen Teil des Camps zu führen, nutzen diese die Möglichkeit, weitere Tesla-Gegner in das 40 Hektar große Waldstück zu locken.

+++ 14:59 Uhr: Jetzt werden Motorsensen eingesetzt

In den Aktivistenchats ist vom Gerücht zu lesen, dass die Polizei mit Motorsensen kleine Bäume und Unterholz bearbeiten. Eine Pressesprecherin der Polizei bestätigt die Arbeiten. Diese seien nötig, damit die Sondierungsfirma die Arbeit aufnehmen könne. Dieses Prozedere sei laut der Pressesprecherin der Polizei ganz normal.

+++ 14:42 Uhr: Aktivisten-Liebe

Der Protest in Grünheide wird langsam zur Party. Die Teilnehmenden hören Punkrock, machen sich über die Beamten lustig oder kuscheln auf dem Waldboden.

Der Protest in Grünheide wird langsam zur Party. Die Teilnehmenden hören Punkrock, machen sich über die Beamten lustig oder kuscheln auf dem Waldboden.

Maria Häußler

+++ 14:28 Uhr: Musik im Camp

Die Unterstützer hören laut „Abend in der Stadt“ von Aufbruch. Ein Polizist schneidet ein Seil, an dem ein anarchistisches Zeichen hängt, durch. Die Unterstützer buhen. Ein Aktivist wird herausgetragen und die Menschen singen „Solidarity forever“.

+++ 13:29 Uhr: Protestcamperin Caro Weber hat deutliche Worte

„Es ist verlogen, hier mit der Kampfmittelräumung die Werkserweiterung von Tesla vorzubereiten. Warum ist das notwendig, wenn dieses Waldstück nach dem neuen Bebauungsplan gar nicht bebaut werden soll! Der neue Bebauungsplan wurde als Kompromiss dargestellt, nachdem die Grünheider Bürger gegen den ursprünglichen Bebauungsplan gestimmt hatten.

Offenbar war nie beabsichtigt, den Bürgerwillen zu respektieren. Die Vorbereitung für die Fabrikerweiterung in diesem Waldstück tritt die demokratische Entscheidung der Menschen mit Füßen“, ordnet Caro Weber aus dem Protestcamp die Situation ein. Und weiter: „Hier wird Tesla mit Gewalt der Weg für weitere Wasserverschmutzung und Naturzerstörung geebnet.“

+++ 13:24 Uhr: Aktivisten singen Klima-Hymne der Extinction Rebellion

Die Aktivisten im Wald lassen sich durch die Maßnahmen der Polizei nicht einschüchtern. Stattdessen singen sie die Hymne der Extinction Rebellion, „We Gonna Rise Like The Water And Shut System Down“.

Wer ist...

Extinction Rebellion ist eine selbstorganisierte, dezentralisierte, internationale und politisch unabhängige Bewegung, die gewaltfreien zivilen Widerstand einsetzt, um Regierungen dazu zu bewegen, auf gerechte Art und Weise auf die ökologische Krise und den Klimanotstand zu reagieren.

+++ 13:15 Uhr: Polizei trennt Seile durch

Polizisten erklimmen die Bäume im Wasserwald und schneiden die Seile zwischen den Plattformen durch. Laut Polizei soll damit das „Überklettern“ der Protestierenden verhindert werden. Es werden alle Seile entfernt, auf denen keine Protestierenden stehen.

Die Baumhäuser werden unter anderem durch Seile miteinander verbunden, die die Aktivisten u.a. zum Überklettern nutzten.

Die Baumhäuser werden unter anderem durch Seile miteinander verbunden, die die Aktivisten zum Überklettern nutzten.

Jakob Kerry

+++ 13:00 Uhr: Flucht in die Baumkronen

Eine Person ist vor der Maßnahme bis in die Baumkrone geflohen.

Auf der Flucht: Ein Aktivist flüchtet sich in die Baumkrone einer Kiefer.

Auf der Flucht: Ein Aktivist flüchtet sich in die Baumkrone einer Kiefer.

Maria Häußler

+++ 12:55 Uhr: Zusammenhalt unter den Aktivisten

Während eine Aktivistin laut schreit, als ein Polizist sie abführt, rufen ihr die weiteren Umweltaktivisten im Chor zu: „you are not alone“.

+++ 12:45 Uhr: Die Polizei greift weiter durch

Die Polizisten holen nach und nach weitere Aktivisten aus den Baumhäusern des Protestcamps. Im Anschluss werden sie abgeführt, durchsucht und die Personalien festgestellt. Laut Pressestelle vor Ort seien die Durchsuchungen nötig, um die Polizisten nicht zu gefährden. Bisher ist es ruhig im Wasserwald.

Polizisten führen einen Aktivisten ab. Nachdem die Personalien aufgenommen wurden, ist der Protestcamper wieder auf freiem Fuß, darf aber die Sondierungsfläche nicht mehr betreten.

Polizisten führen einen Aktivisten ab. Nachdem die Personalien aufgenommen wurden, ist der Protestcamper wieder auf freiem Fuß, darf aber die Sondierungsfläche nicht mehr betreten.

Maria Häußler

+++ 12:15 Uhr: Aktivisten rufen zu weiteren Protesten auf

„Kommt nach Grünheide und zeigt euren Protest mit uns.“ Das Bündnis ‚Tesla-den-Hahn-abdrehen‘ verurteilt den Einsatz in dem Waldareal bei Grünheide. „Unter dem Vorwand einer Kampfmittelsondierung wird heute Morgen die Versammlungsfreiheit mit Füßen getreten und der Wille von Elon Musk und Co. durchgeboxt“, kritisierte die Sprecherin, Karolina Drzewo.

+++ 11:58 Uhr: Polizeisprecher erklärt die Maßnahme

Bei dem heutigen Einsatz soll es nach Auskunft eines Polizeisprechers nicht um die Räumung des Camps gehen, sondern lediglich um die kurzfristige Räumung der etwa 5.000 qm großen Sondierungsfläche, die der Kampfmittelräumdienst in den kommenden Tagen nach Weltkriegsbomben absuchen wird.

Zur gleichen Zeit sehen wir, wie ein Polizist das Dach eines Baumhauses abreißt. Die Aktivisten skandieren „Revolution“.

Polizisten beginnen, das Dach eines Baumhauses abzureißen. Aktivisten, die das Holzhaus in den Bäumen verlassen mussten, rufen laut: „Für Trump und Musk steht ihr da, Marionetten, hahaha!“

Polizisten beginnen, das Dach eines Baumhauses abzureißen. Aktivisten, die das Holzhaus in den Bäumen verlassen mussten, rufen laut: „Für Trump und Musk steht ihr da, Marionetten, hahaha!“

Maria Häußler

+++ 11:30 Uhr: Polizisten erreichen erste Baumhäuser

Polizisten erreichen die Baumhäuser. Aktivisten chatten, dass die Seilverbindungen durchtrennt würden.

Polizisten erreichen die Baumhäuser. Aktivisten chatten, dass die Seilverbindungen durchtrennt würden.

Dennis Lloyd Brätsch

Die Polizei sei momentan dabei, die Seilverbindungen der Baumhäuser zu durchtrennen, schreiben Aktivisten in ihren Chats.

+++ 11:15 Uhr: Aktivistin erklärt den Protest

Im Gespräch mit MOZ.de vor Ort berichtet die 23-jährige Aktivistin Mara: „Wir haben uns hier gegen die Profitinteressen eines Milliardärs gestellt und uns war und ist bewusst, dass die Polizei dessen Interessen umsetzen wird, weil man uns hier raus haben möchte.“ Die Polizei, die die Aktivisten derzeit zur Räumung des Camps bewegen will, ist nach Angaben wegen einer geplanten Kampfmittel-Sondierung im Einsatz.

Die Aktivistin Mara sagt, dass die Bomben bereits seit 80 Jahren im Wald lägen und keine Gefahr für Menschen und den Wald darstellen, aber problematisch würden, wenn man im Wald beginne tiefe Löcher graben. Damit meint sie den Ausbau der Gigafactory, der auf dem derzeit besetzen Waldstück geplant ist.

+++ 10:30 Uhr: SEK und Höhrenrettung treffen ein

Die Aktivisten sprechen in einschlägigen Chats von der Gefahr, dass ihr Camp geräumt wird. Aus Lautsprechern, die die Polizei nutzt, wird immer wieder dazu aufgefordert, das Camp zu verlassen. Ansonsten sehe sich die Polizei gezwungen, die Versammlung aufzulösen – notfalls auch unter Anwendung von Zwang.

„Die Polizei will, dass wir freiwillig Teile unseres Protestcamps für eine Bombensondierung räumen. Wir werden aber das Protestcamp nicht aufgeben“, sagt Aktivistin Mara der MOZ. Ihre Mitstreiter würden in den Bäumen bleiben. Sie sehe keine Gefahren durch Munition, die bereits seit 80 Jahren im Waldboden liege.

+++ 09:45 Uhr: Polizisten sperren das Camp ab

Derzeit wird das Areal rund um das Camp bewacht, einige Flächen, auf denen sich die Baumhäuser befinden, werden mit Flatterband seitens der Polizeimannschaften abgesperrt.

Höhenkletterer

Höhenkletterer sind am Protestcamp im Einsatz.

Maria Häußler