Tesla Grünheide: Wegen Neuhardenberg-Lager? Preis für Model Y sinkt um 6000 Euro

Lkw aus Grünheide: Ein Autotransporter mit Tesla-Neuwagen in Neuhardenberg
Peter GrenzUm den Verkauf seiner Fahrzeuge in Deutschland anzukurbeln, geht Tesla nun in die Offensive. Der US-Elektroautobauer gewährt für seine E-Autos vom Typ Model Y, die für den europäischen Markt in der Gigafactory Grünheide produziert werden, ab sofort eine „eigene Umweltprämie“ in Höhe von 6.000 Euro.
Der Bonus gelte für alle Varianten des Model Y in Deutschland, heißt es in einer Mitteilung von Tesla. „Im Bestreben den weltweiten Übergang zu nachhaltiger Energie zu beschleunigen, bietet Tesla das weltweit meistverkaufte Auto des Jahres 2023 in der Variante mit Hinterradantrieb damit bereits ab 38.990 Euro an“, so der Konzern.
Tesla: 6000 Euro Preis-Nachlass ist befristet
Das Angebot ist allerdings nur für vorkonfigurierte Fahrzeuge aus dem sofort verfügbaren Fahrzeugbestand bestimmt. Zudem ist es zeitlich befristet – bis zum 30. Juni.
Branchenkenner vermuten hinter der Preissenkung eine gezielte Aktion von Tesla, um die Lagerbestände zu reduzieren. Und damit das Ergebnis im zweiten Quartal positiv zu beeinflussen.
Hunderte Model Y warten in Neuhardenberg auf Käufer
Laut „Handelsblatt“ wisse Tesla aktuell kaum noch, wohin mit seinen unverkauften E-Autos. Als sichtbarer Beleg für die Absatzprobleme, mit denen das Unternehmen bereits seit dem ersten Quartal des Jahres 2024 zu kämpfen hat, gilt das Zwischenlager auf dem Flughafen Neuhardenberg. Hier stehen im Moment Hunderte Model Y, die täglich mit Lkw‘s aus Grünheide kommen, aneinandergereiht und warten offenbar auf neue Besitzer.
Die Ankündigung, nun die Preise für das SUV zu senken, erfolgt fast zeitgleich zu der Mitteilung, in Grünheide an fünf Tagen im Juni die Produktion auszusetzen. Offiziell, um „Prozesse zu optimieren“.
Elon Musk plant Ausbau der Fabrik in Grünheide
Die offenbar schleppenden Verkaufszahlen für das Model Y kommen für Tesla äußerst ungelegen. Erst im März hatte Elon Musk bei seinem Besuch in Grünheide angekündigt, die Produktionszahlen in der Fabrik am Stadtrand von Berlin auf 1 Million Fahrzeuge pro Jahr verdoppeln zu wollen. In der Endausbaustufe ist sogar von 2 Millionen die Rede.
Zugleich will Tesla sein Gelände in Brandenburg erweitern, plant unter anderem den Bau eines Güterbahnhofs. Für das Vorhaben, das zum sogenannten B-Plan 60 gehört, hatte die Gemeindevertretung von Grünheide erst Mitte Mai trotz Kritik den Weg freigemacht. Doch nicht alles läuft nach Plan. Vor dem Hintergrund des schwächelnden Absatzes hatte das Unternehmen Ende April weltweit Stellenstreichungen angekündigt – auch für Grünheide.


