Tesla in Grünheide
: Elon Musk bekommt Chance auf Tesla-Aktien im Billionenwert

Nachdem die Aktionäre zugestimmt haben, steht Tesla-Chef Elon Musk die Chance auf ein riesiges Aktienpaket bevor.
Von
dpa ,
Christian Heinig
Austin
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Tesla-Boss Elon Musk könnte dank dem neuem Vergütungsplan ein Aktienpaket im Wert von einer Billion Dollar erhalten.

Sebastian Gollnow/dpa
  • Tesla-Chef Elon Musk kann Aktien im Wert von 1 Billion Dollar erhalten – Aktionäre stimmten zu.
  • Vergütungsplan: Tesla muss bestimmte Unternehmensziele erreichen, damit Musk die Aktien erhält.
  • Musk ist seit 2008 Tesla-CEO und machte die Marke mit dem Roadster global bekannt.
  • Tesla betreibt weltweit fünf Werke, darunter die Gigafactory in Grünheide bei Berlin (seit März 2022).
  • In Grünheide arbeiten aktuell rund 11.000 Menschen, produziert wird das SUV Model Y.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tesla-Chef Elon Musk bekommt die Aussicht auf ein Riesen-Aktienpaket im Wert von einer Billion Dollar. Mehr als 75 Prozent der Aktionäre stimmten für den Vergütungsplan, bei dem der Elektroauto-Hersteller verschiedene ambitionierte Ziele erfüllen muss, damit Musk die Aktien bekommt. Musk hatte gedroht, den Chefposten bei Tesla aufzugeben, falls das Vorhaben platzen würde.

Das Paket könnte rund eine Billion US-Dollar (aktuell 871 Milliarden Euro) wert sein – zumindest falls der US-Autobauer in zehn Jahren an der Börse wie erhofft 8,5 Billionen Dollar schwer sein sollte. Aktuell liegt der Börsenwert bei knapp 1,5 Billionen Dollar. Bei einem solchen Wertanstieg würde der Wert der Aktien, die Musk bereits besitzt, ebenfalls die Billionen-Marke knacken.

Elon Musk – Beteiligung an Tesla würde auf 25 Prozent steigen

Der 54-Jährige ist schon jetzt der reichste Mensch der Welt mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 470 Milliarden Dollar. Mit den neuen Aktien würde Musks Beteiligung an Tesla auf rund 25 Prozent steigen. Zu den Voraussetzungen für die Gewährung der Anteile gehört, dass Musk das Jahrzehnt in der Chefetage bleibt – und Tesla eine Million Robotaxis im Einsatz hat und eine Million KI-Roboter ausliefert.

Musk ist das Gesicht von Tesla. 2004, ein Jahr nach der Gründung, stieg er bei dem bis dato unbekannten Elektroauto-Pionier ein, investierte erste Millionen. 2008 wurde er dann zum CEO ernannt – und machte Tesla zu einer globalen Marke. Das erste elektrische Serienfahrzeug, das der Musk-Konzern auf die Straße brachte, war im selben Jahr der Roadster.

Tesla betreibt mit Grünheide fünf Werke

Inzwischen betreibt der US-Hersteller weltweit fünf Werke, in denen E-Autos oder E-Autokomponenten produziert werden. Dazu zählt neben Fremont, Austin und Nevada (alle USA) sowie Shanghai (China) auch die Gigafactory in Grünheide bei Berlin, die im März 2022 eröffnet wurde.

In der Brandenburger Fabrik, der bislang einzigen von Tesla in Europa, sind nach Unternehmensangaben aktuell rund 11.000 Menschen beschäftigt. Produziert wird das Mittelklasse-SUV Model Y.

Aktienpaket für Musk – es gab auch Widerspruch

Die Annahme des Plans für das neue Aktienpaket für Musk schien nicht garantiert: Unter anderem der norwegische Staatsfonds und zwei einflussreiche Beratungsfirmen, die Empfehlungen für Aktionäre abgeben, sprachen sich dagegen aus. Musk besitzt aber Kultstatus bei einer großen Zahl der Tesla-Kleinaktionäre – trotz seiner zahlreichen umstrittenen politischen Umtriebe der letzten Zeit.

Insgesamt könnte Musk bis zu 423,74 Millionen Tesla-Aktien bekommen - in zwölf Stufen, die meist an Schritte von zusätzlichen 500 Milliarden Dollar beim Börsenwert gekoppelt sind. Hinzu kommen die geschäftlichen Ziele wie etwa die Auslieferung von insgesamt 20 Millionen Teslas beim Börsenwert von zwei Billionen Dollar. Bisher brachte Tesla seit der Gründung rund 8,5 Millionen Autos auf die Straße - und davon gut 1,8 Millionen im bisher besten Jahr 2023.

Eine noch größere Hürde könnte es später sein, zusätzlich zu 6,5 Billionen Dollar Börsenwert die Marke von 400 Milliarden Dollar pro Jahr beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu knacken und darüber zu bleiben. Bei einem Börsenwert von vier Billionen Dollar steht zunächst einmal ein bereinigtes Ebitda von 50 Milliarden Dollar auf dem Plan.

Die Verwaltungsratsvorsitzende Robyn Denholm betonte, Musk werde leer ausgehen, wenn Tesla die Ziele nicht erreiche. Der Tech-Milliardär selbst sagt, mehr als das Geld interessiere ihn, seine Tesla-Beteiligung auf 25 Prozent zu erhöhen und damit seinen Einfluss bei dem Unternehmen zu sichern.

Der Aktionärsvorschlag, dass Tesla in Musks KI-Firma xAI investieren solle, bekam zwar mehr Zustimmung als Ablehnung - aber mit vielen Enthaltungen. Tesla werde dies nun weiter abwägen, hieß es.

Tesla: Fokus auf Roboter und Robotaxis wie das Cybercab

Der Elektroauto-Vorreiter, der vor einigen Jahren die Automobil-Branche zu einer teuren Aufholjagd veranlasste, wirkte zuletzt entzaubert und steuert auf das zweite Jahr mit einem Absatzrückgang zu. Musk argumentiert wiederum, die Zukunft von Tesla liege ohnehin in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern.

Der Tech-Milliardär behauptet sogar, dass die „Optimus“-Roboter des Konzerns das Potenzial hätten, zum „größten Produkt aller Zeiten“ zu werden. Mit der Zeit könnten seiner Vorstellung zufolge Dutzende Milliarden der Roboter im Einsatz sein. Humanoide Roboter seien der einzige Weg, Armut zu beenden, meint der Milliardär. Vor einigen Wochen verkündete Musk auch: „Optimus wird ein unglaublicher Chirurg sein.“ Bei der Hauptversammlung fantasierte er auch, „Optimus“-Roboter könnten Menschen folgen und sie davon abhalten, Verbrechen zu begehen.

Musk hofft, die Produktion der Roboter im kommenden Jahr zu starten. Bei einem angepeilten Ausstoß von einer Million Roboter werde der Herstellungspreis bei 20.000 Dollar liegen, stellte er in Aussicht.

Wenn es Musk vorrangig um den Einfluss im Unternehmen und nicht um Geld geht, hätte Tesla ihm nicht einfach einige Aktien mit zusätzlichen Stimmrechten geben können? Bei Tech-Schwergewichten wie Google und dem Facebook-Konzern Meta sichert ein System mit verschiedenen Aktienarten schließlich seit Jahren die Kontrolle durch die Gründer. Denholm sagte im Wirtschaftssender CNBC, dies wäre nur vor dem Börsengang von Tesla möglich gewesen.

Elon Musk verspricht Millionen Robotaxis von Tesla

Die Produktion eines neuen Robotaxis-Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale will Tesla laut Musk im April 2026 starten. Durch eine hohe Automatisierung hofft er, auf einer Produktionslinie bis zu fünf Millionen der Wagen pro Jahr bauen zu können. Offen ist, welche Rolle die Grünheider Fabrik bei diesen Plänen spielt. Unklar ist ebenso, ob sein Plan, autonomes Fahren nur mit Kameras umzusetzen, am Ende aufgeht.

Konkurrenten wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzten für mehr Sicherheit zusätzlich teurere Laser-Radare ein, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Mit Musks Ansatz hat Tesla zwar einen Kostenvorteil - aber es gibt Fragen zur Verlässlichkeit der Technik unter anderem bei schwierigen Sichtverhältnissen.

Vergütungsplan von Elon Musk – Gericht schaltet sich ein

Um den vergangenen großen Vergütungsplan für Musk hatte es eine große Kontroverse gegeben. Bei einem ihm zugesagten Aktienpaket aus dem Jahr 2018 erfüllte Tesla zwar alle damals vorgegebenen Ziele. Doch ein Gericht im Bundesstaat Delaware, in dem Tesla damals formell ansässig war, befand, dass Musk bei Vereinbarung des Plans zu viel Einfluss im Verwaltungsrat gehabt habe und die Aktionäre darüber nicht ausreichend informiert worden seien. Das Berufungsverfahren dazu läuft noch. Tesla verlegte den Firmensitz danach nach Texas und stellte eine Hürde für Aktionärsklagen auf: Sie müssen dafür eine Beteiligung von mindestens drei Prozent haben.