Tesla in Grünheide
: US-Autobauer will 400 Stellen in der Gigafactory abbauen

UPDATE 17.40 Uhr: Nach der Ankündigung eines weltweiten Stellenabbaus bei US-Autobauer Tesla zeichnen sich Einschnitte für das europäische Werk in Grünheide ab. Sebastian Walter (Linke) stellt Forderung an Dietmar Woidke (SPD).
Von
dpa und Manja Wilde
Grünheide
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Autofabrik von Tesla in Grünheide

Die Autofabrik von Tesla in Grünheide: Der weltweit geplante Stellenabbau bei Tesla trifft auch das einzige europäische Werk des US-Elektroautobauers.

Patrick Pleul / dpa

Der weltweit geplante Stellenabbau bei Tesla betrifft auch hunderte Jobs im einzigen europäischen Werk des US-Elektroautobauers in Grünheide bei Berlin. Das Unternehmen kündigte am Dienstag (23. April) in einer Mitteilung den Abbau von 400 Stellen an.

Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, plant das Unternehmen dazu ein „Freiwilligenprogramm“ für die Mitarbeitenden. Zur Umsetzung dieses Programms würden Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen. Details nannte Tesla zunächst nicht.

„Der derzeit schwächelnde Absatzmarkt bei E-Autos stellt auch Tesla vor Herausforderungen“, hieß es unter anderem zur Begründung für den Stellenabbau. In der vergangenen Woche hatte der Autohersteller mitgeteilt, dass der Vertrag von 300 Leiharbeitern in Grünheide nicht verlängert werde.

Mehrheit betroffener Leiharbeiter konnte weitervermittelt werden

Der Vertragspartner des Unternehmens habe die Mehrheit der betroffenen Leiharbeiter bereits weitervermitteln können, so Tesla. In dem Werk in Grünheide arbeiten inzwischen mehr als 12.000 Menschen.

Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen und damit mehr als 14.000 Jobs streichen.

„Es haben sich keine Tesla-Mitarbeiter bei uns arbeitslos gemeldet, wohl aber im niedrigen zweistelligen Bereich Mitarbeiter von Manpower, die im Tesla-Auftrag waren“, teilt Jochem Freyer, der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder), mit.  In deren Zuständigkeitsbereich fällt das Tesla-Werk in Grünheide. Ob die Frauen und Männer, die über das Freiwilligenprogramm ausscheiden, direkt Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, hänge von der Ausgestaltung des Programms ab. „Nach meiner Kenntnis werden die Bedingungen erst noch mit dem Betriebsrat besprochen“, so Freyer weiter.

„Der jetzt angekündigte Stellenabbau wird nur der Anfang sein“, mutmaßt Sebastian Walter, der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag Brandenburg. Allein die Gesetze in Deutschland würden verhindern, dass es zu kurzfristigen Massenentlassungen komme. „Das ist gut so“, bekräftigt Walter in einem schriftlichen Statement. Die Landesregierung dürfe bei den Entlassungen nicht tatenlos zusehen. „Wir brauchen sichere und gut bezahlte Industriearbeitsplätze, davon sind wir bei Tesla immer noch weit entfernt.“

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) müsse seine Kontakte nutzen und die IG Metall im Kampf für einen Tarifvertrag aktiv unterstützen, fordert Walter. Nur so könne verhindert werden, „dass Elon Musk weiter Wilder Osten in Grünheide spielt.“