Tierheim Märkisch Buchholz: Kanadischer Hund hält in Brandenburg Polizei auf Trab

Der Hund No-Name ist ein junger American Staffordshire Terrier aus Kanada. Aufgegriffen wurde er in Brandenburg, aktuell lebt er im Tierheim Märkisch Buchholz.
Jens Olbrich- Ein junger American Staffordshire Terrier aus Kanada, jetzt im Tierheim Märkisch Buchholz.
- Der Hund namens No-Name hat die Polizei in Brandenburg auf Trab gehalten.
- Tierpflegerin Sara-Marie Hellwig hat den verängstigten Hund gesichert.
- No-Name benötigt Erziehung und ist für sportliche Besitzer geeignet.
- Empfehlung: Keine Katzen, größere Kinder und ein hoher Zaun wegen seiner Springfreudigkeit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Überraschung war groß. Mittels Scan des QR-Codes am Halsband des American Staffordshire Terriers fand man im Tierheim Märkisch Buchholz heraus, dass der Hund „in Kanada bei einem Unternehmen registriert ist“, erzählt Tierpflegerin Sara-Marie Hellwig. Weiterhin sei so neben der Rasse auch bekannt geworden, dass der Rüde April 2022 geboren wurde und wie er gerufen wurde. „Er lief dort unter dem Namen Axel. Den Namen fanden wir hier nicht ganz so prickelnd“, gesteht die Tierpflegerin.
Anfangs hätte man sich dann im Tierheim Märkisch Buchholz darauf geeinigt, dass der „hübsche Staff“ erst einmal ein No-Name-Hund sei, also ein Hund ohne Namen. Eine der Gepflogenheiten im Tierheim sei, den neuen Lebensabschnitt für die meisten Tiere mit einem neuen Namen zu beginnen. Nachdem dann sämtliche Kontaktversuche zur kanadischen Registrierungsstelle im Sande verlaufen seien, musste der Hund daher einen endgültigen Tierheim-Namen bekommen. „Wir haben irgendwann gesagt, eigentlich passt No-Name ganz gut zu ihm. Seitdem heißt er hier so“, berichtet Sara-Marie Hellwig.
Polizei bittet Tierheim Märkisch Buchholz um Unterstützung
So abenteuerlich, wie es seine Herkunft vermuten lässt, sei auch der Weg von No-Name ins Tierheim Märkisch Buchholz gewesen, erinnert sich Tierpflegerin Hellwig. Stunden hat es ihren Angaben zufolge gedauert, das vollkommen verängstigte Tier in einem Hausflur in Waltersdorf bei Schönefeld zu sichern. Sie selbst hatte Bereitschaftsdienst, als die Polizei eine Absicherung anforderte. „Die haben abends angerufen und haben gesagt, wir haben einen Hund in einem Hausflur, einen Staffordshire. Wir kommen nicht ran“, erzählt sie.

Bitte recht freundlich, meint Tierpflegerin Nancy Seifert und macht ein Foto für ihre Sammlung. No-Name ist eben ein hübscher Staffordshire, da ist sie sich mit Tierpflegerin Sara-Marie Hellwig einig.
Jens OlbrichWeil sie selbst mit solchen Situationen noch nicht so viel Erfahrung hatte, sei sie mit Kollegin Maria Schwarz von der Tierheimleitung hingefahren. „Von 23 bis 2 Uhr waren wir beschäftigt, den Hund zu sichern und zu uns ins Tierheim zu bringen“, erzählt Tierpflegerin Hellwig. Mit einer Schlingleine, auch Retriever-Leine genannt, sei es ihr am Ende gelungen, No-Name zu fangen. „Er stand auf der Treppe. Und Frau Schwarz hat gesagt, okay, du kommst jetzt vorsichtig und ruhig. Ich gebe dir die Leine. Und dann ziehst du sie über seinen Kopf“, erinnert sich Sara-Marie Hellwig an den aufregenden und nicht ganz ungefährlichen Augenblick.
Tierheim-Pflegerin baut Vertrauen zum Hund auf
„Er hat gemerkt, oh, da ist was. Sie hält mich fest. Aber er hat nichts gemacht“, beschreibt Tierpflegerin Hellwig den Moment, als sich die mit einem Stopper gesicherte Schlingleine um No-Names Hals zusammenzog. Der Stopper sei dafür da, damit sich das Tier nicht erwürgt, erläutert sie nebenher. Sie sei dann mit dem American Staffordshire Terrier zum Auto hinausgegangen. Der Hund wollte allerdings nicht sofort einsteigen, wollte weiterlaufen. Selbst mit Leckerlis sei er nicht zu locken gewesen, so unsicher und ängstlich sei er gewesen.

Erziehung braucht No-Name noch, hört bis dato kaum auf Kommandos. Weder auf Deutsch noch auf Englisch, wie Tierpflegerin Sara-Marie Hellwig vom Tierheim Märkisch Buchholz berichtet. Hört er möglicherweise auf Kommandos auf Französisch?
Jens Olbrich„Keine hektischen Bewegungen und so gut wie möglich entspannt wirken“ beantwortet die Tierpflegerin die Frage nach dem richtigen Umgang bei der Sicherung eines Tieres wie No-Name. Es sei nicht immer einfach, meint sie und sagt: „Da rutscht einem schon das Herz in die Hose.“ Seitdem kümmere sie sich jedoch gern um No-Name, schränkt jedoch ein, dass das Vertrauensverhältnis zwischen ihr und ihm noch nicht hundertprozentig gegeben sei.
Erziehungs-Manko – Hundeschule unumgänglich
Sein Aussehen beschreibt die Tierpflegerin Hellwig als rassetypisch, seine Veranlagung als sportlich und agil. No-Names Leinenführigkeit sei jedoch noch stark ausbaufähig. Ein Manko, welches der athletisch gebaute American Staffordshire Terrier beim Fotoshooting anschaulich bestätigt. Bekannten Menschen gegenüber sei er total nett, beschwichtigt Sara-Marie Hellwig, während sie versucht, den Rüden wenigstens einigermaßen zu „ihrer Richtung“ des Spaziergangs zu überreden und meint: „Eine Hundeschule ist auf jeden Fall ratsam.“
Spendenkonto Märkisch Buchholz
IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09
Berliner Volksbank
Wer sportlich engagiert sei, habe sicherlich viel Freude an dem Hund, wirbt die Tierpflegerin. Darüber hinaus sollte man wissen, dass Kinder im Haushalt schon ein bisschen größer und standfester sein sollten. Und dass er „Katzen zum Fressen gern hat.“ Diese sollten also im Haushalt nicht vorhanden sein. Andere Artgenossen suche No-Name sich aus, käme mit Hündinnen ganz gut klar, mit Rüden müsse das nicht immer gut funktionieren. Wichtig sei zu wissen, dass No-Name Panik bei Gewitter hätte. „Sobald ein Gewitter im Anmarsch ist, geht er am liebsten die Wände hoch“, erzählt sie und rät zugleich, dass der Zaun auch etwas höher sein sollte. Denn No-Name „ist sehr springfreudig.“
Kontakt zum Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de



