Trauer um Erzieher in Gosen-Neu Zittau
: Hunderte pinke Luftballons für einen Helden

Trotz Sturm und Regen gedenken rund 300 Menschen in Gosen-Neu Zittau des Erziehers, der bei dem Versuch, einer 18‑jährigen Schülerin zu helfen, getötet wurde.
Von
Nicole Züge
Gosen-Neu Zittau
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Trauerfeier für den getöteten Erzieher in Gosen-Neu Zittau

Nach der tödlichen Messerattacke an einer Schule in Gosen-Neu Zittau, bei der zwei Menschen starben, trauern Angehörige, Kollegen, Kinder, Jugendliche und deren Eltern um den 30-jährigen Erzieher.

Nicole Züge
  • Rund 300 Menschen gedenken in Gosen-Neu Zittau des getöteten 30-jährigen Erziehers.
  • Er starb, als er einer 18-jährigen Schülerin helfen wollte – sie wurde von einem 19-Jährigen getötet.
  • Bei der Gedenkfeier sprachen ein Pfarrer und der Vater, viele trugen Pink und hörten „Hallelujah“.
  • Nach einer Schweigeminute stiegen Hunderte pinke Luftballons, Krisenteams waren vor Ort.
  • Gemeinde und Förderverein sammeln Spenden für die Familien, geplante Feste wurden abgesagt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der Regen peitscht über den Platz vor dem Schulcampus in Neu Zittau. Dazu zerrt starker Wind an Kleidung und Regenschirmen. Trotzdem sind am späten Freitagnachmittag (4.9.) rund 300 Menschen hierher gekommen, darunter etliche Kinder und Jugendliche. Viele tragen Pink – offenbar die Lieblingsfarbe des Verstorbenen. Sie alle möchten an den getöteten 30-jährigen Erzieher der hiesigen Grundschule erinnern. Er hatte versucht, einer 18-jährigen Schülerin der benachbarten Docemus-Privatschule zu helfen.

Die junge Frau wurde von einem 19‑Jährigen angegriffen und getötet. Es soll sich laut Staatsanwaltschaft um den Ex-Freund der Getöteten gehandelt haben. Beim Versuch, das Mädchen zu retten, starb auch der Erzieher.

Bewegende Trauerrede erinnert an 30-jährigen Erzieher

Kurz nach 17 Uhr erklingt eine Instrumentalversion des Leonard-Cohen-Songs „Hallelujah“ aus den bereitstehenden Lautsprecherboxen. Trotz der stürmischen Böen und des strömenden Regens rücken die Menschen näher zusammen und richten ihren Blick auf den Redner. Die Ansprache hält Pfarrer Carsten Schwarz aus dem benachbarten Erkner. Der Erzieher sei ein Mensch gewesen, der immer neue Ideen gehabt habe, berichtet er in seiner Rede. Mit seiner positiven Haltung habe er andere angesteckt und Menschen zusammengebracht.

Bei einem nicht öffentlichen Trauergottesdienst auf dem Campus war bereits am Vortag auch der getöteten 18-jährigen Schülerin gedacht worden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nahm daran teil. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) würdigte den Erzieher am Mittwoch (2.9.) als einen Mann, für den es selbstverständlich gewesen sei, nicht weg- sondern hinzusehen. Dass er dieses Engagement mit seinem Leben bezahlte, „ist etwas, was mich sehr, sehr betroffen macht“, so Redmann weiter.

Speckgürtel

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An diesem Nachmittag ist auch der Vater des Erziehers anwesend. Er dankt für die große Anteilnahme, die seine Familie seit der Tat erfahren habe. Seit Tagen zeigen Menschen in Gosen-Neu Zittau und darüber hinaus ihr Mitgefühl. Sie legen Blumen und Kerzen vor der Schule nieder.

Vor der Schule in Gosen-Neu Zittau haben unzählige Menschen Blumen und Kerzen in Gedenken an die Verstorbenen niedergelegt. Auch persönliche Botschaften finden sich darunter.

Vor der Schule in Gosen-Neu Zittau haben unzählige Menschen Blumen und Kerzen in Gedenken an die Verstorbenen niedergelegt. Auch persönliche Botschaften finden sich darunter.

Nicole Züge

Spendensammlung für die Familien der Opfer

Die Gemeinde Gosen-Neu Zittau und der Förderverein der „Grundschule An der Spree“ sammeln zudem Spenden für die Familien der beiden Opfer. Bürgermeister Frank Nakoinz teilte den Aufruf auf Facebook. „Den erlittenen Verlust können wir nicht ungeschehen machen. Gemeinsam können wir jedoch ein Zeichen der Anteilnahme, der Solidarität und des Zusammenhalts setzen“, schreibt er.

Spenden für die Familien der Opfer aus Gosen-Neu Zittau

Die Gemeinde Gosen-Neu Zittau und der Förderverein der Grundschule An der Spree sammeln Spenden für die Familien der beiden Opfer.

Empfänger: Förderverein der Grundschule An der Spree e. V.
IBAN: DE59 1705 5050 3405 1024 63
BIC: WELADED1LOS

Spenden sind außerdem über PayPal möglich.

Nach einer Schweigeminute lassen die Teilnehmenden Hunderte pinke Luftballons steigen, verbunden mit Gedanken und Wünschen an den Verstorbenen.

Nach etwa 50 Minuten endet die Gedenkstunde. Wegen der „besonderen und traurigen Umstände“ sagte die Gemeinde Gosen-Neu Zittau ihr Dorffest ab, das eigentlich an diesem Wochenende stattfinden sollte. Auch Nachbargemeinden strichen Veranstaltungen, darunter den Campustag am Löcknitzcampus in Grünheide.