Mit Handtüchern, Decken, Rettungsfolie sowie trockener und warmer Kleidung mussten die Einsatzkräfte in der Nacht zu Dienstag, 11. Januar, Kriminelle in Gosen versorgen. Deren Flucht vor der Polizei fiel nämlich wortwörtlich ins Wasser.
Gegen 3.30 Uhr war im benachbarten Neu Zittau in die Grundschule an der Berliner Straße eingebrochen worden. Die Polizei, die auf die Tat aufmerksam wurde, wollte die Einbrecher stellen. Die ergriffen jedoch mit zwei Fahrzeugen in unterschiedliche Richtungen die Flucht. Ein Einbrecher flüchtete mit einem VW Golf, die anderen beiden fuhren mit einem silberfarbenen Opel Vectra mit MOL-Kennzeichen davon.
Während der Verfolgungsjagd, die über die Straße „Am Walde“ und über einen Waldweg führte, müssen die Kriminellen, die im Opel saßen, letztlich die Kontrolle über ihr Auto verloren haben – ihr Wagen kam von der Landesstraße 39 und landete im eiskalten Oder-Spree-Kanal.
In den Morgenstunden: Taucher suchten im Oder-Spree-Kanal nach dem Fluchtwagen.
In den Morgenstunden: Taucher suchten im Oder-Spree-Kanal nach dem Fluchtwagen.
© Foto: Dennis Lloyd Brätsch
Die beiden Insassen konnten sich aus dem Auto retten und an Land schwimmen, wo die Beamten schon auf sie warteten. Laut Angaben der Polizei handelt es sich um zwei Männer aus Berlin im Alter von 28 beziehungsweise 36 Jahren. Sie wurden vorläufig festgenommen. Einer der zwei hatte sich bei dem Unfall leicht verletzt und musste zunächst unter Bewachung ins Krankenhaus gebracht werden, der andere sitzt in Fürstenwalde in Haft.
Dem dritten mutmaßlichen Einbrecher soll die Flucht gelungen sein. Nach ihm wird gefahndet.
Im Auto fand die Polizei auch einen Tresor.
Im Auto fand die Polizei auch einen Tresor.
© Foto: Dennis Lloyd Brätsch
Der Opel, den die anderen zwei Kriminellen zur Flucht nutzten, war im Wasser untergegangen. Am frühen Morgen trafen Taucher ein, die dabei halfen, das Auto mit Hilfe mehrerer Feuerwehr-Kräfte zu bergen. Die Polizei hatte das zuständige Wasser-Schifffahrtsamt bereits informiert, um den Schiffsverkehr entsprechend zu sperren.    
Nach MOZ-Informationen ist in dem gesunkenen Opel auch ein Tresor gefunden worden.
Der Fluchtwagen: Mit dem Opel, der in MOL zugelassen ist, stürzten die Einbrecher in Wasser.
Der Fluchtwagen: Mit dem Opel, der in MOL zugelassen ist, stürzten die Einbrecher in Wasser.
© Foto: Dennis Lloyd Brätsch
Bei dem Einsatz am Oder-Spree-Kanal hatte es größere Verzögerungen gegeben, weil zunächst keine Taucher im Landkreis verfügbar waren. Erst rund vier Stunden nach dem Unfall, etwa gegen 7.30 Uhr, trafen Taucher aus Grünheide ein. Unterstützt wurden sie durch Einsatzkräfte der DLRG. Die Bergung dauerte bis etwa 9 Uhr. Die Polizei ermittelt.
Ob der gefundene Tresor aus der Grundschule stammt, wollte die Schulleitung auf MOZ-Nachfrage nicht kommentieren. Sicher ist: Der Schulunterricht konnte trotz des Einbruchs regulär stattfinden. „Da gab es keine Beeinträchtigungen“, sagte die kommissarische Leiterin Ariane Breternitz.
Die Diebe hatten sich offenbar über ein Fenster Zutritt zum Schulgebäude verschafft. Nach Angaben der Polizei sollen sie dort zumindest einen Büroraum durchwühlt haben. Die Beamten sicherten vor Ort Spuren, waren damit aber bereits fertig, bevor Schüler und Lehrer am Morgen zum Unterricht erschienen, heißt es.