Verspätung am BER: Gericht in Königs Wusterhausen reagiert auf Flut an Klagen

Flughafen BER in Schönefeld: Wegen Ausfällen und Verspätungen von Flügen nimmt am Amtsgericht in Königs Wusterhausen die Zahl der Klagen von geschädigten Fluggästen weiter zu. Wie das Gericht auf die Klageflut reagiert.
Maria Häußler- Zahl der Klagen wegen Verspätungen am BER steigt; 2024 werden 15.400 erwartet.
- Amtsgericht Königs Wusterhausen überlastet; 93% der Zivilklagen sind Reiseklagen.
- Gericht setzt KI „KAI“ zur Bearbeitung ein; Einsatz ab 2025 geplant.
- Personalmangel führt zu Rückständen; Richterin Bartsch äußert sich besorgt.
- Anstieg der Reiseklagen seit 2023; Personalverstärkungen reichen nicht aus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Manchmal geht bei Reisen etwas schief und immer häufiger wollen die Kunden ihr Geld zurück. Das gilt auch für den Flughafen BER in Schönefeld. Die Folgen davon bekommt das Amtsgericht in Königs Wusterhausen zu spüren, das zuständig ist. Im vergangenen Jahr nahmen die Flug- und Reiseklagen weiter zu, das Gericht ist überlastet.
Im Jahr 2024 sind rund 15.400 Fluggastrechteklagen oder Reisevertragssachen vom BER in KW eingegangen. Bei insgesamt rund 16.500 Zivilklagen, die am Amtsgericht Königs Wusterhausen erhoben wurden, machen damit allein die Reiseklagen stolze 93 Prozent aus.
Klagen am Amtsgericht Königs Wusterhausen nehmen zu
Bereits im Jahr 2023 verzeichnete das Amtsgericht Königs Wusterhausen rund 14 000 Reiseklagen. Auch hier waren das 93 Prozent der Zivilklagen. Damit gehört Königs Wusterhausen zu den besonders belasteten Gerichten in Deutschland. Um der Flut Herr zu werden, reichen allein Personalverstärkungen offenbar nicht aus.
„Die aktuelle Personalausstattung im richterlichen Bereich reicht nicht aus, um die anhaltende Klageflut zu bewältigen“, sagt Richterin Bartsch, Stellvertreterin des Direktors, gegenüber MOZ.de. „Zwangsläufig wird es dadurch zu höheren Rückständen kommen.“
Amtsgericht in Königs Wusterhausen setzt auf KI
Das Gericht will nun KI für die Bearbeitung der Fluggast-Klagen einsetzen. Ziel sei es, Massenverfahren effizienter abzuwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Justiz.
Die Verfahren im Bereich der Fluggastrechte sind demnach ein Beispiel für massenhafte gleiche oder ähnliche Sachverhalte. Die eigene KI-Lösung zur Bearbeitung heißt „KAI“ und soll das Gericht entlasten. „Wir hoffen auf einen tatsächlichen Einsatz von ‚KAI‘ im ersten Halbjahr 2025“, sagt Richterin Bartsch vom Amtsgericht Königs Wusterhausen.

