Volleyball
: Auftakt gegen das Schlusslicht gelungen

Mit einem 3:1-Heimsieg über Schlusslicht Oststeinbeker SV haben die Volleyballer der TSGL Schöneiche in der Dritten Liga Nord einen gelungenen Start ins neue Jahr gefeiert.
Von
Bert Körber
Schöneiche
Jetzt in der App anhören

Die Piraten gestoppt: die Schöneicher Benno Hartung und Erik Witt (rechts) mit einem erfolgreichen Block gegen den Oststeinbeker Leonard Lindloff (Nummer 10). Im Hintergrund TSGL-Kapitän Lucas Grofe.

Anja Müller

Die Mannschaft von TrainerJürgen Treppner war nach einem etwas holprigen und knapp verlorenen ersten Satz immer besser ins Spiel gekommen und ließ den weiter sieglosen Gästen aus der schleswig-holsteinischen Gemeinde östlich von Hamburg in den Durchgängen zwei bis vier im Prinzip keine Chance mehr, kletterte dank der drei Punkte auf Tabellenplatz 3.

Das Spiel gegen das Schlusslicht hatte mit zirka 15 Minuten Verspätung, weil durch ein geöffnetes Dachfenster Feuchtigkeit in die Lehrer-Paul-Bester-Halle eingedrungen war und das Aufwärmprogramm beider Mannschaften etwas durcheinander gebracht hatte. Zum Erstaunen nicht nur der wieder mehr als 150 erwartungsfrohen Zuschauer verunsicherte dies aber scheinbar eher die hochfavorisierten Hausherren, die in diesem ersten Satz von Beginn an kontinuierlich einem Rückstand hinterherliefen. Die „Ostbek-Pirates“, angeführt von ihrem erfahrenen Kapitän und späteren MVP Björn Domroese, der bei der SVG Lüneburg schon Erst-liga-Luft geschnuppert hat, spielten trotz, oder vielleicht sogar wegen der schon so gut wie aussichtslosen Tabellensituation befreit auf. Und auch wenn die TSGL zum Ende hin sogar noch selbst einen Satzball hatte, ging das knappe 28:26 für die Gäste völlig in Ordnung.

Doch Trainer Treppner schien in der Pause während des Seitenwechsels die richtigen Worte gefunden zu haben, denn vom ersten Ballwechsel des zweiten Durchgangs an war zu spüren, dass seine Mannschaft den Ernst der Lage begriffen hatte, auf keinen Fall die erste Mannschaft sein, die in dieser Saison gegen den OSV einen Punkt abgibt, geschweige denn ein Spiel verliert.

Angeführt vom gut aufgelegten Kapitän Lucas Grofe, steigerten sich alle Spieler des Gastgebers deutlich und rückten die Verhältnisse in ihrem „Wohnzimmer“ mehr und mehr zurecht. Und bis auf das Ende des dritten Abschnitts, als die TSGL die ersten drei Satzbälle vergab und Treppner damit zu seiner letzten Auszeit zwang, geriet der am Ende doch noch souveräne und absolut verdiente 3-Punkte-Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Emotionale Höhepunkte des Spiels waren ohne Zweifel die Einwechslung und spätere (verdiente) MVP-Auszeichnung vonDaniel Hähnert, der sich nach langer schwerer Krankheit mit großer Disziplin und enormem Ehrgeiz ins Team zurück gekämpft hat und von den Zuschauern enthusiastisch gefeiert wurde. Und obwohl der Genesungsprozess des 20-jährigen leider immer noch nicht endgültig abgeschlossen ist, zeigte er in den eineinhalb Sätzen, in denen er auf dem Feld stand, eindrucksvoll sein großes sportliches Potential, an dem die Schöneicher Volleyball-Familie in den kommenden Jahren sicher noch des Öfteren ihre Freude haben wird.

Nach diesem gelungen Start bereiten sich die Schöneicher auf das am Sonnabend stattfindende Verfolgerduell beim PSV Neustrelitz vor. Das Hinspiel gegen den vor der Saison hochgehandelten Meisterschaftsfavoriten aus Mecklenburg-Vorpommern konnte die TSGL in einem denkwürdigen Volleyballkrimi Mitte Oktober knapp im Tie-Break gewinnen. Und auch an die Gastspiele im Neustrelitzer „Volleyballtempel“, in dem immer eine außergewöhnliche Atmosphäre herrscht, hat man auf Schöneicher Seite eigentlich nur gute Erinnerungen.

Selbst in der durchwachsenen Vorsaison konnten die Randberliner bei den favorisierten, am Ende jedoch total frustrierten Hausherren deutlich mit 3:0 gewinnen. Aber auch wenn sich dies wahrscheinlich so nicht noch einmal wiederholen lässt, gehen die Gäste auch diesmal nicht chancenlos in das Duell beim Tabellennachbarn, der überraschend mit 0:3 bei den Berliner Preußen-Volleys verlor und auf Rang 4 zurück fiel.