Volleyball
: Der Block macht den Unterschied

Die TSGL Schöneiche gewinnt ihr drittes Heimspiel in der Dritten Liga Nord gegen den TSV Spandau mit 3:0.
Von
Bert Körber
Schöneiche
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Die Schöneicher Sebastian Grösch (Nr. 18) und Charlie Peters (Nr. 20) versuchen, einen Angriff des Spandauers Vincent Rominger zu blocken.

Maximilian Franz

Unmittelbar vor Anpfiff am Sonnabend – und damit auf die Minute genau 30 Jahre nach den historischen Worten von SED-Politbüromitglied Günther Schabowski, die wenige Stunden später zur Öffnung der innerdeutschen Grenzen führten – informierte Hallensprecher Heiko Kleister die gut 150 Zuschauer in der Lehrer-Paul-Bester-Halle über den speziellen und passenden Bezug dieser Partie an diesem 9. November für den Schöneicher Volleyball. Denn nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer absolvierten die damaligen Spieler der BSG Landbau Schöneiche ihr erstes Freundschaftsspiel im Westen überhaupt gegen den Regionalligisten TSV 1860 im kurz zuvor noch so unerreichbaren Berlin-Spandau.

Duell auf Augenhöhe

Etliche weitere offizielle dieser Berlin-Brandenburg Derbys in den verschiedensten Ligen später, stand nun erneut das erste Aufeinandertreffen der aktuellen Saison in der Dritten Liga auf dem Spielplan. Und es entwickelte sich wie schon so oft von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe, denn der Aufsteiger und Tabellensechste zeigte wenig Respekt vor den heimstarken Gastgebern.

Bis zur Crunchtime des ersten Abschnitts konnte sich keine der beiden Mannschaften mit mehr als zwei Punkten absetzen. Aber zum Ende hin zogen die Hausherren dann die Zügel doch etwas fester an und wurden folgerichtig mit dem 25:22-Satzgewinn belohnt.

Im zweiten Durchgang führten die Gäste jedoch von Beginn an mit drei bis vier Zählern. Und spätestens beim 18:13 aus Sicht der Berliner sah es dann fast schon nach dem Satzausgleich aus. Doch TSGL-Trainer Treppner reagierte und brachte mit einem sogenannten Diagonalwechsel wieder frischen Wind ins Spiel seiner Mannschaft.

Die beiden Einwechsler und Neuzugänge – Zuspieler Tobias Horst und Diagonalangreifer Charlie Peters – fügten sich sofort nahtlos ein und hatten in der Folge auch erheblichen Anteil, dass die Gastgeber den Spieß tatsächlich noch einmal umdrehen konnten. Sie wehrten zwei Satzbälle des TSV ab, verwandelten selbst aber gleich ihren ersten zum 27:25 und damit unter dem lautstarken Jubel ihrer Fans zur 2:0-Satzführung.

Umgekehrtes Bild dann in Satz drei: Diesmal führte die TSGL kontinuierlich mit bis zu fünf Punkten, aber in seiner letzten Auszeit beim Stand von 15:19 schien der Spandauer Trainer Stephan Schulz seine Männer noch einmal wachgerüttelt zu haben. Diese kämpften nun mit dem Mute der Verzweiflung sprichwörtlich um jeden Ball. Beim 22:22 schafften sie dann zwar auch noch einmal den Ausgleich, aber ihre Aufholjagd sollte doch nicht von Erfolg gekrönt sein. Letztlich war es Tobias Horst – der zum „wertvollsten Spieler“ (MVP) seines Teams gekürt wurde – , vorbehalten, mit einem Einerblock den Deckel auf den dritten Sieg im dritten Saison-Heimspiel für sein neues Team zu machen.

Sieg geht in Ordnung

Das am Ende klare 3:0 war für die Gastgeber an diesem Abend jedoch ein wenig schmeichelhaft und spiegelt den größtenteils engen und ausgeglichenen Spielverlauf nicht gänzlich wieder. Das sah dann auch Jürgen Treppner so realistisch: „Wir haben uns gegen einen eingespielten sowie kämpferisch und taktisch gut eingestellten Gegner über weite Strecken recht schwer getan. Letztlich geht der Sieg aber in Ordnung, auch wenn er vielleicht ein wenig zu hoch ausgefallen ist. Wir haben auch in schwierigen Phasen immer an uns geglaubt. Zum Beispiel machte unser Block schon einen gewissen Unterschied aus.“

Am Sonnabend geht es für die TSGL zum nächsten Auswärtsspiel bei der VG Halstenbek-Pinneberg vor den Toren Hamburgs. Sie ist Neunter der Tabelle.

Die Mannschaften

TSGL Schöneiche: Maximilian Fromm (C), Marcus Steck, Tobias Horst (MVP), Kevin Meusel, Charlie Peters, Dustin Ruf, Tim Rüterhenke, Erik Stegen, Sebastian Grösch, Erik Witt, Justus BauwensalTSV Spandau: Jonas Herzog, Nils Kaden, Jonas Lind, Yannik Lind, Filipe Mosler (C), Marvin Rominger, Marc Scheumann, Baset Mousavi, Thomas Schmidt (MVP), Maximilian Stier, Vincent Rominger