Trainer René Jerratsch hatte im Vorfeld das Selbstbewusstsein des Spitzenreiters hervorgehoben, das gegenüber der jungen Mannschaft der Saalestädter ein Vorteil sein sollte. Doch Theorie und Praxis sind auch im Volleyball oft zweierlei, und so war der erste Satz durch einen schwachen Start der Schöneicher geprägt. Eine schlechte Annahme und zu wenig schlagkräftige, effektive Angriffe führten dazu, dass der USV zwischenzeitlich mit vier Punkten in Führung lag. Darüber hinaus war die Stimmung auf Gästeseite auf einem ungewohnt niedrigen Level. Ein Wechsel auf der Außenannahme brachte beim Stand von 18:21 mit Felix Henze aber den nötigen Aufwind, und so gelang es der TSGL II tatsächlich noch, den Satz zu drehen.
Im zweiten Durchgang sahen Annahme und Angriff etwas besser aus, allerdings führte die schlechte Kommunikation auf dem Feld zu unnötigen Fehlern. Erst eine feurige Auszeits-Ansprache des Trainers weckte die Schöneicher Mannschaft, die in der Crunchtime erneut das bessere Ende für sich hatte.
Satz 3 verlief auf einem hohenkämpferischen und spielerischenNiveau. Starke Schöneicher Angriffe wurden vom USV entschärft, aber auch die Gäste glänzten in der Feldabwehr, wobei sich besonders Libero Pascal Haase hervortat. Die Führung wechselte ständig, letztlich aber setzte sich der Tabellenführer erneut knapp durch. Zum wertvollsten Spieler wurde Ole Irrmisch gekürt, MVP der Hallenser war Lukas Kreißl.
Da der Tabellenzweite TSV Spandau das dramatische Verfolgerduell gegen den USC Magdeburg 2:3 (-23, 22, -23, 23, -13) verlor, beträgt der Vorsprung des Spitzenreiters jetzt wieder fünf Punkte. Am Sonntag, 15 Uhr, empfangen die Randberliner in der Lehrer-Paul-Bester-Halle den USV Potsdam. Gegen den Drittletzten der Liga sind natürlich erneut drei Zähler eingeplant. Das Hinspiel hatte die TSGL II in der Landeshauptstadt allerdings erst im Tiebreak gewonnen.