TSGL-Trainer Jürgen Treppner fehlten für die Partie gegen die bisher punktlosen Hauptstädter mit Tim Rüterhenke und Erik Stegen zwei Spieler krankheitsbedingt, aber er konnte erstmals seit dessen Verletzung vom 1. Spieltag wieder auf seinen Kapitän Maximilian Fromm zurückgreifen. Dieser kam zunächst bewusst nur auf der Libero-Position zum Einsatz, wo er sich im Spielverlauf immer wieder mit Justus Bauwens abwechselte und so wertvolle Spielpraxis sammeln konnte. Außerdem stand erstmals auch Neuzugang Wito Krüger im Kader, der einstmals zusammen mit Zuspieler Marcus Steck beim SV Lindow-Gransee in der 2. Bundesliga aktiv war, aus beruflichen Gründen aber einige Jahre Volleyball-Auszeit genommen hatte.
Horst von Beginn an dabei
Treppner beorderte jedoch zunächst einen anderen Schön-eicher Neuzugang in den Start-Sechser: Zuspieler Tobias Horst, der in der letzten Saison noch für die Gastgeber auf dem Feld gestanden hatte, durfte erstmals von Beginn an ran. Er nutzte diese Chance gegen seine ehemalige Mannschaft eindrucksvoll.
In den ersten beiden Sätzen überrollten Horst und seine neuen Teamkameraden den Gegner förmlich. Vor allem seine Mittelblocker Erik Witt – später zum wertvollsten Spieler der TSGL gewählt – und Sebastian Grösch, sowie Diagonalangreifer Kevin Meusel wurden von Horst immer wieder geschickt in Szene gesetzt und erzielten Punkt um Punkt. Der starke Schöneicher Block tat sein übriges, denn er brachte die Berliner Angreifer ein ums andere Mal schier zur Verzweiflung.
Krüger gibt Debüt für TSGL
Ab Ende des zweiten Satzes kam dann auch Wito Krüger zu seinem Debüt im TSGL-Trikot. Und auch wenn man ihm die jahrelange Spiel- und Trainingspause in einigen Aktionen noch anmerkte, so zeigte er dennoch sein großes Talent. Er dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit im weiteren Saisonverlauf zu einer echten Verstärkung, sowohl spielerisch als auch als Teamplayer, werden.
Im dritten Durchgang begegneten sich beide Mannschaften dann auf Augenhöhe, denn die Schöneicher waren sich ihrer Sache wohl schon etwas zu sicher. Sie liefen teilweise einem Drei-Punkte-Rückstand hinterher, konnten aber wieder ausgleichen und verwandelten ihren ersten Matchball zum 26:24.
Nun Heimspiel gegen Spandau
Am Sonnabend, dem geschichtsträchtigen 9. November, folgt für die Randberliner nun das nächste Heimspiel gegen den Tabellensechsten TSV Spandau 1860. Und einen passenderen Gegner für diesen Tag hätte es aus TSGL-Sicht nicht geben können. Denn nur wenige Tage nach dem Mauerfall vor 30 Jahren absolvierten die Volleyballer der damaligen BSG Landbau Schöneiche um Spielertrainer Michael Kahlert ihre erste Freundschaftspartie im "Westen" gegen eben jene Spandauer. Und nun, fast auf die Minute genau 30 Jahre nach den historischen Worten von Günther Schabowski, wird in Schöneiche ein inzwischen normales Drittligaspiel im vereinten Deutschland angepfiffen. Dieses hätte es ohne die Ereignisse von damals so vielleicht nie gegeben.

Mannschaftsaufstellung


TSGL Schöneiche: Marcus Steck (C), Tobias Horst, Kevin Meusel, Charlie Peters, Darryl Ruf, Wito Krüger, Dustin Ruf, Erik Witt (MVP), Sebastian Grösch, Justus Bauwens, Maximilian Fromm