Volleyball
: TSGL überrascht Spitzenreiter

Überraschung: Die Volleyballer der TSGL Schöneicher haben in heimischer Halle den Spitzenreiter der Dritten Liga Nord mit 3:0 geschlagen.
Von
Roland Hanke
Schöneiche
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Starke Aktion am Netz:Zuspieler Marcus Steck (Nummer 4) gewinnt im Zusammenspiel mit Sebastian Grösch (Nummer 18) den Ball, beobachtet von TSGL-Kapitän Lucas Grofe (rechts).

Maximilian Franz

Der Lohn für die couragierte Leistung der Gastgeber waren minutenlange stehende Ovation in der mit rund 180 Zuschauern gut gefüllten Halle an der Schöneicher Dorfaue. „Ich kann es gar nicht glauben. Die Sensation ist wahr geworden“, sagte Hallensprecher Heiko Kleister, der das Publikum während der Partie immer wieder zu lautstarker Unterstützung angetrieben hatte.

Auch TSGL–Trainer Jürgen Treppner schaute nach dem klaren Erfolg, der in nur 64 Minuten Spielzeit geschafft wurde, etwas ungläubig drein. „Damit war so nicht mit zu rechnen. Mit einem knappen Sieg oder sogar einer klaren Niederlage wäre ich mitgegangen. Doch das war überragend“, sagte er. „Wir wollten die jungen Berliner von Anfang an ständig unter Druck setzen, was uns größtenteils gelungen ist.“

In der Tat: Bereits zu Beginn des ersten Satzes erarbeiteten sich die Schöneicher schnell einen Vorsprung. Nach den ersten guten Aufgaben von Zuspieler Marcus Steck führte die TSGL bereits nach knapp zwei Minuten mit 4:0. Die Gäste machten dann selbst die ersten zwei Zähler, doch TSGL–Kapitän Lucas Grofe ließ mit einem harten Angriffsschlag keine Zweifel daran aufkommen, wer das Feld als Sieger verlassen sollte. Nachdem es nach seinen folgenden Aufschlägen 7:2 stand, sah sich VCO–Trainer Andreas Nestke zur ersten Auszeit veranlasst. Da waren gerade mal dreieinhalb Minuten gespielt.

Zwar verkürzten die Berliner zwischenzeitlich den Rückstand einige Male auf zwei Punkte, doch die Gastgeber ließen sich nicht beirren und bauten ihren Vorsprung nach elfeinhalb Minuten auf 17:12 aus, was die nächste Auszeit der Gäste nach sich zog. Doch der Vorsprung verringerte sich nicht mehr und nach 20 Minuten verwandelte Sebastian Grösch, der später als wertvollster Spieler (MVP) seines Teams ausgezeichnet wurde, den zweiten Satzball zum 25:19.

Ein ähnliches Szenario spielte sich im zweiten Durchgang ab. Nach dem der bisherige Spitzenreiter, der jetzt vom PSV Neustrelitz auf Platz 2 verdrängt wurde, anfangs die Partie ausgeglichen halten konnte und beim 5.4 selbst das erste Mal führte, setzten sich die Hausherren mit guter Blockarbeit und starkem Angriff über die Stationen 11:7, 16:11 und 22:16 wieder ab und gewannen 25:18.

Im dritten Satz schlichen sich nach dem 12:7 (11.) — wohl im Gefühl des sicheren Sieges — einige Fehler in das Spiel der Schöneicher ein, so dass der VCO II zwei Minuten später auf einmal dran war. Die Auszeit der TSGL brachte zunächst noch nicht viel — 17:17 (19.). Mit vier Punkten in Folge ebneten sich die Gastgeber den Weg zum Sieg, auch wenn es beim 23:22 noch mal eng wurde. Doch Dustin Ruf und dann noch ein erfolgreicher Block sorgten nach 24 Minuten für das viel umjubelte 25:23 und damit den nicht erwarteten 3:0–Sieg der Schöneicher.

„Das war eine sehr gute Leistung der gesamten Mannschaft gegen die schwer zu bespielenden Berliner und eine Revanche für die 0:3–Klatsche im Hinspiel. Wir bleiben oben dran und haben vielleicht die Neustrelitzer zum Meister gemacht“, erklärte TSGL–Trainer Treppner.

Sein Gegenüber vom VCO II Nestke sprach vom „schlechtesten Saisonspiel seines Team. Wir haben viele Fehler gemacht — die einzelnen Spieler und die Mannschaft. Die Schöneicher waren besser und verdienter Sieger.“

Die TSGL, die als Dritter sechs Punkte Rückstand auf Neustrelitz und drei Zähler auf den VCO II hat, muss noch zu zwei Punktspielen ran, während die vor ihr liegenden Mannschaften noch eine Partie offen haben. Die Schöneicher spielen am Sonnabend beim VfL Pinneberg und erwarten zum Saisonabschluss ab 6. April den SC Potsdam. Spielbeginn ist dann bereits um 18 Uhr. Zuvor hat die Zweite ebenfalls ein Heimspiel.