Weihnachtsdeko in Königs Wusterhausen
: Instagram-Trend zu Weihnachten — überall leuchten XXL-Sterne

Die diesjährige Weihnachtsdeko wird auch in Königs Wusterhausen durch einen viralen Hit dominiert: riesige Sterne. Das sind die Folgen.
Von
Jana Scholz
Eichwalde/Schulzendorf
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Riesige Sterne leuchten dieses Jahr als Weihnachtsdekoration aus den Gärten. Baumärkte waren nicht auf diesen Instagram-Trend vorbereitet.

Weihnachten in Königs Wusterhausen: Riesige Sterne leuchten dieses Jahr als Weihnachtsdeko aus den Gärten. Baumärkte waren nicht auf diesen Instagram-Trend vorbereitet.

Jana Scholz
  • XXL-Sterne dominieren die Weihnachtsdeko in Königs Wusterhausen durch einen Instagram-Trend.
  • Baumärkte sind überfordert, da viele DIY-Videos den Bau fördern; Holzböcke sind knapp.
  • Kosten für den Bau sind gestiegen; ein Bock kostet inzwischen bis zu 16 Euro.
  • Trend könnte nachhaltiger sein: Jana Scholz nutzt Schilfrohr statt Holzböcke.
  • Nach Weihnachten stellt sich die Frage nach der Lagerung der XXL-Sterne.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Beim Spaziergang durch die Schulzendorfer Nachbarschaft wird schnell klar, dass die diesjährige Weihnachtsdeko durch einen Instagram-Trend in die Gärten kam. XXL-Sterne so weit das Auge reicht. Tausende ‚Do-It-Yourself‘-Videos können nicht lügen und die Baumärkte der Region sind mit der Nachfrage an Baumaterialien komplett überfordert.

„Holzböcke? Ham 'wa nich“, lacht der Verkäufer eines Bohnsdorfer Baumarktes. So klingt es seit Wochen rund um Königs Wusterhausen und weit bis ins Land Brandenburg hinein. Mit Holzböcken sind zum Glück nicht die in Europa verbreiteten Zecken gemeint, sondern Klemmböcke aus Holz, die Heimwerker gerne für ihre Arbeiten nutzen. Zu bekommen sind diese momentan nur schwer bis gar nicht oder aber zu wirklich erstaunlichen Preisen.

Schuld daran ist ein Instagram-Trend, der sich wie eine Lawine in der Region verbreitet hat. Offenbar waren sämtliche Baumärkte binnen weniger Tage komplett ausverkauft. Klemmböcke aus Holz waren nicht mehr zu bekommen. Grund dafür sind die Absatzmengen, die für den Bau des Trendsterns nötig sind. „Darauf waren wir nicht vorbereitet. Wir sind ein Baumarkt, kein Künstlerbedarf“, so der Baummarkt-Fachverkäufer weiter.

Auch die Autorin dieses Beitrags hat sich vom Fieber der originellen Do-it-yourself Weihnachtssterne anstecken lassen. Auf der Einkaufsliste stehen fünf der eben schon beschriebenen Klemmböcke. Dazu ein paar Winkel und Schrauben, damit die fünf Holzelemente am Ende auch eine Sternform ergeben, die Wind und Wetter trotzt. Etwas Farbe und eine lange Lichterkette, damit das Bauwerk auch ordentlich leuchtet, kommen ebenfalls dazu.

Weihnachtsdeko: Einkaufsliste für XXL-Stern

Als der selbstgebaute XXL-Stern noch nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekam, lagen die Preise für einen Bock zwischen 5 Euro und 9 Euro. Nachdem sie restlos ausverkauft waren, haben die Baumärkte die Preise schnell nachjustiert.

Doreen aus Schulzendorf sagt, dass ihr Mann pro Bock 16 Euro gezahlt hätte. Summa summarum statt etwa mit 35 schlug der Einkauf des Baumaterials schnell mit 80 Euro zu Buche. Dazu kommen noch weitere benötigte Dinge, die man am besten direkt mitnehmen sollte. Alles, was vom Bock über den Kabelbinder bis hin zur Lichterkette gebraucht wird, haben einige Baumärkte sogar für Ihre Kunden aufgeschrieben.

Was am Abend sehr schön aussieht, hat tagsüber nur wenig Charme. Dennoch sind tausende dem diesjährigen Instagram-Hype gefolgt und haben XXL-Sterne mit Baumarkt-Utensilien gebaut.

Was am Abend sehr schön aussieht, hat tagsüber nur wenig Charme. Dennoch sind Tausende dem diesjährigen Instagram-Hype gefolgt und haben XXL-Sterne mit Baumarkt-Utensilien gebaut.

Jana Scholz

Was passiert nach Weihnachten mit den Holzbock-Sternen?

Einen stolzen Preis gilt es also zu zahlen, wenn man den Trend mitmachen möchte. Aber: „Die Nachfrage bestimmt den Preis“, so lassen die Mitarbeiter in einer Hornbach-Filiale nahe Schönefeld die Nachfrage zur Preiserhöhung an sich abperlen.

Was jedoch derzeit am Abend riesengroß in den Vorgärten strahlt, wird spätestens Anfang des neuen Jahres wieder abgebaut. „Wo wir das dann alles lagern, wissen wir noch nicht“, erzählt Thorsten aus Wildau. „Meine Frau wollte unbedingt so einen Stern, damit sollte der Weihnachtsfrieden bis ins neue Jahr greifen. Was wir anschließend machen, entscheiden wir, wenn es so weit ist.“

Wie Thorsten wird es nach dem Fest einigen gehen. Das etwa 2 Meter hohe Kunstwerk hat eine Tiefe von 75 Zentimetern. Damit benötigt es einigen Platz. Aber jeder Heimwerker weiß, dass Holz mehrmals warm macht, also nicht nur im Kamin.

Weihnachtsdeko-Tipp der Autorin: ein nachhaltiger XXL-Stern

Wer bei der Jagd nach den Baumaterialien für den XXL-Stern leer ausgegangen ist oder es etwas nachhaltiger mag, könnte im eigenen Garten fündig werden. Nachdem einfach keine Böcke zu bekommen waren und die Autorin schon einen leichten Bock hatte, weil sie dennoch unbedingt einen großen Stern im Garten präsentieren wollte, wurde sie kreativ. Sie ließ ihren Mann das abgeblühte Schilf abschneiden, entblätterte es und band die langen Schilfstangen mit Juteband zu einem riesigen Stern.

Ein riesiger Stern aus Schilfrohr ziert den Garten von Jana Scholz. Weil es keine Böcke gab, wurden eigentliche Gartenabfälle zum XXL-Stern umfunktioniert.

Weihnachtsdeko in Königs Wusterhausen: Ein riesiger Stern aus Schilfrohr ziert den Garten von Jana Scholz. Weil es keine Böcke gab, wurden Gartenabfälle zum XXL-Stern umfunktioniert.

Jana Scholz

Mit einer Lichterkette strahlt der Schilfstern mindestens genauso schön wie der Instagram-Hype und ist unterm Strich sicher besser für die Umwelt. Upcycling statt Neukauf! Und nach der Weihnachtszeit wird die Lichterkette abmontiert, das Schilfrohr mit der Gartenschere klein geschnitten und bei einem Glühwein in der Feuertonne verbrannt. Dazu beugt die Bastelei auch noch Platzmangel vor. So wird sicher im kommenden Jahr der Schilfstern der neue Weihnachtstrend im Garten. Die Autorin rechnet fest damit!