Wölfe in Brandenburg: Warnung vor Wolf in Königs Wusterhausen – was ist dran?

Ein Wolfsrudel in KW? In einem Waldstück nahe der B179 in Königs Wusterhausen wurden Warnschilder aufgehängt, mit denen auf ein Wolfsgebiet hingewiesen wird.
Jana Scholz- Facebook-Post sorgt für Aufregung in Königs Wusterhausen: Warnung vor einem Wolfsrudel nahe B179.
- Forstamtsleiter bestätigt hohe Wolfsdichte in Brandenburg, aber keine behördlichen Warnschilder.
- Wölfe meiden Menschen, keine Angriffe registriert; Verhaltenstipps im Internet.
- Schilder wurden von einem Privatmann nach Wolfssichtungen angebracht.
- Diskussion und Witzel über Wölfe in lokaler Facebook-Gruppe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Rainald Grebe in seinem Kult-Kalauer besang, dass es in Brandenburg wieder Wölfe gäbe, sorgte das für ein verhaltenes Schmunzeln unter den Zuhörern. Inzwischen ist bekannt, dass der Wolf tatsächlich in die Mark zurückgekehrt ist.
In einer Facebook-Gruppe aus Königs Wusterhausen macht gerade ein Posting die Runde, in dem vor Wölfen nahe der Stadt gewarnt wird.
Unmittelbar an der B179, die Königs Wusterhausen mit dem Ortsteil Schenkendorf verbindet, unter der Brücke der Umgehungsstraße Richtung Bestensee hängen Schilder an den Bäumen. Auf ihnen steht geschrieben: „Achtung! Wolfsgebiet! Betreten nur in Gruppen, Kinder beaufsichtigen, Hunde anleinen.“ Inmitten des Schildes, welches nicht nach einer behördlichen Warnung aussieht, ist das Konterfei eines Wolfes zu sehen. Ist das echt?
Facebook-Nutzer bestätigen Wolfssichtungen in der Gegend
Facebook-Nutzer kommentieren: „Ja, dort gibt es tatsächlich ein kleines Wolfsrudel. Ich habe diese auch schon ‚heulen‘ gehört. Ein Freund hat dort einen Wolf neulich auch fotografieren können.“ Andere wiederum witzeln unter dem Post: „Es betrifft aber nur Kinder, die eine rote Kappe aufhaben und ein Körbchen mit Kuchen und Wein zur Oma bringen!“. Unklar bleibt zunächst, wer die Warnschilder im Wald nahe dem Forsthaus aufgehängt hat.

In der Facebook-Gruppe Du kommst aus Königs Wusterhausen, wenn... wurde auf die Schilder im Wald aufmerksam gemacht. Sie lösten eine Welle von Kommentaren zu Wölfen in der Umgebung von KW aus.
Screenshot: Facebook.com/Du_kommst_aus_Königs_Wusterhausen_wenn - Jana ScholzForstamtsleiter Burkhard Nass vom Forstbetrieb Dahme Spreewald bestätigt gegenüber diesem Nachrichtenportal: Da wir in Brandenburg eine sehr hohe Wilddichte (insbesondere Rehe, Hirsche und Wildschweine) haben und diese maßgeblich für die Populationsgröße der Wölfe ist, haben wir hier auch eine relativ hohe Wolfsdichte.
Er möchte anmerken, dass man in allen Wäldern mit der zeitweiligen Anwesenheit von Wölfen rechnen könne, betont aber, dass ihm bezüglich einzelner Sichtungen keine vollständigen Informationen vorlägen.
Warnschild im Wald: Es stammt nicht von der Behörde
Auf die Frage, ob das Schild von einer Behörde stammt, antwortet der Forstamtsleiter: „Das im Wald angebrachte Schild stellt gemäß §18 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg (LWaldG) eine ungenehmigte Waldsperrung dar und ist vom Verursacher umgehend zu entfernen.“ Doch wie kommt das Schild an den Baum?
Unsere Redaktion hat sich in dem Waldstück umgesehen und das Schild gefunden. Auf dem Weg treffen wir mehrere Spaziergänger, die mit ihren Hunden eine Mittagsrunde durch den Wald drehen. Auf die Schilder in dem Waldabschnitt angesprochen berichtet eine Frauengruppe, dass die Schilder schon mehr als drei Wochen dort hingen. Sie wüssten, woher sie kämen, „wollten aber den Warnenden nicht verpfeifen“.
Sie erzählen: Ein Bekannter hätte seine Wildkamera im Wald installiert und tatsächlich Wölfe in einer Aufnahme entdeckt. Das war für ihn Anlass, die Schilder zu basteln und aufzuhängen. Vielleicht als Warnung, vielleicht soll es auch nur ein Hinweis sein. Doch gutgemeint ist nicht immer gut gemacht. Angst vor einem Wolf haben die drei Hunde-Damen nicht. „Die sind doch nachtaktiv, da schlafen mein Hund und ich“, erklärt die KWerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.
Es geht keine Gefahr vom Wolf aus
Dass man jetzt nicht in Panik verfallen und Angst vor dem (bösen) Wolf haben muss, erklärt auch Burkhard Nass: „Es gibt bisher keinen einzigen Nachweis eines Wolfsangriffs auf Menschen in Deutschland.“ Auch seien Begegnungen mit Wölfen eher unwahrscheinlich, da diese meistens den Menschen aus dem Weg gingen, bevor der sie überhaupt entdecken würde.
Sollte man dennoch einem Wolf begegnen, sollte man keinesfalls schnell weglaufen, so Nass. Regeln zum richtigen Verhalten gäbe es im Internet. Die bei Facebook beworbenen Fotos von einem Wolf im Wald nahe Königs Wusterhausen waren am Ende nicht zu bekommen – der Besitzer hätte sie wegen Platzmangels gelöscht, so lautete die Erklärung. So bleibt der Böse Wolf in den Wäldern von KW wahrscheinlich doch ein Märchen.

