725-Jahrfeier: Rollend durchs Jubiläumsdorf
Wann der erste Hohenwalder einst mit dem Fahrrad durch den Ort fuhr, ist nicht bekannt. Auch für die 725-Jahrfeier fand am Sonnabend keiner der Bewohner ein Foto in Familienalben. Immerhin feiert das Fahrrad auch schon seinen 202. Geburtstag. Dass es immer noch gern benutzt wird, zeigten die etwa ein Dutzend Radler, die sich auf Einladung der MOZ über zwei Ortsteilrouten zum Hohenwalder Jubiläumsfest aufmachten. Um neun Uhr ging es am Rathaus los. Die Nordtour führte über 23 Kilometer am SMC vorbei, durch Kliestow, Booßen und Lichtenberg. Roland Totzauer führte seine Gruppe bei der Südtour durch Lossow und Markendorf. Nach 21 Kilometern erreichten die Teilnehmer ebenfalls ihr Ziel.
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Pünktlich um 11 Uhr traf die letzte der beiden Gruppen in Hohenwalde ein. Mitradlerin Anja Greschke von der Stadtverwaltung zeigte sich als lebendiges Navi, schließlich kannte sie alle Abzweigungen und Wege – und reinigte gleich noch das eine oder andere Hinweisschild der Ortsteilroute. Greschke hatte bei der Idee und Umsetzung der Fahrradstrecke großen Anteil. Das Wetter auf den letzten Kilometern der Radtour als auch auf dem Geburtstagsfest in Hohenwalde war zwar eher durchwachsen. Gestört hat es aber die meisten Gäste nicht. Mit etwas Verzögerung, weil der Bus noch durch den Ort fahren musste, konnte der Festumzug schließlich mit einer langen Schlange an historischen Traktoren starten. Freilich gab es auch für den Busfahrer bei seinem Halt ein süßes Teilchen durchs Fenster gereicht.
Historische Traktoren tuckerten einer nach dem anderen an den winkenden Zuschauern und Gästen vorbei. Aber auch viele verkleidete Hohenwalder waren zu bewundern, die sich in historische Kostüme geworfen hatten. „Der Mantel ist von meinem Uropa aus dem Ersten Weltkrieg“, sagt etwa Christian Pusch, der einen Kriegsrückkehrer darstellt. Die Bierkiste in seinem Handwagen war allerdings nicht ganz zeitgenössisch, meinten auch die Moderatoren Steffen Müller und Olaf Hoffmann lachend auf ihrer Holzbühne. Mit „Hektar besteht, Liebe vergeht“, als es darum ging einen Hohenwalder Bauern unter die Haube zu bringen, sorgten beide für ausgelassene Stimmung.
Historische Kostüme
Auch Paul Jung konnte die NVA- Uniform seines Opas auftreiben, wie er erklärte. Ein Unterleutnant immerhin. „Es ist schon ein anderes Gefühl mit der Uniform“, sagt er. Eine Tanzeinlage mitten auf dem Asphalt legten Bernd und Adelheid Conrad beim Umzug hin. „Es ist doch toll, was hier geboten wird“, sagt er. Zwar wohnt das Ehepaar jetzt in Müllrose – Hohenwalde werde aber immer ihre Heimat bleiben.
Um 14 Uhr gratulierte Oberbürgermeister René Wilke zum 725-Jährigen und eröffnete die weiteren Feierlichkeiten. Zur Kaffeezeit loderten noch mal kurz die Flammen auf. Kein Grund zur Panik allerdings, so Christian Pusch, Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwalde. Es war eine Übung der Jugendfeuerwehr, indem ein Holzhaus gelöscht wird, was eigens für diese Aktion vorher aufgebaut wurde. Gefeiert wurde schließlich bis in die Nacht – erst bei Kaffee und Kuchen, dann bei Wurst und Bier.


