AfD in Frankfurt (Oder)
: Protest gegen Veranstaltung mit Lena Kotré angekündigt

Die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré kommt zu einem „Bürgerdialog“ nach Frankfurt (Oder). Das Netzwerk „Frankfurt bleibt bunt“ ruft jetzt zeitgleich zu einer Kundgebung auf.
Von
Thomas Gutke
Frankfurt (Oder)
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Veranstaltung zum Thema „Remigration“: 22.01.2026, Brandenburg, Vetschau: Martin Sellner und Lena Kotré sitzen bei einer Pressekonferenz vor ihrem Vortrag über «Remigration». (zu dpa: «Brandenburgs AfD will Remigrationskonzept nicht ändern») Foto: Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Landtagsabgeordnete Lena Kotré - hier bei einer Veranstaltung gemeinsam mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner vor wenigen Tagen in Vetschau - kommt zu einem Bürgerdialog der AfD nach Frankfurt (Oder). Dagegen regt sich mit einer zeitgleich angekündigten Kundgebung für Zivilgesellschaft und Kultur Protest.

Frank Hammerschmidt/dpa
  • AfD plant „Bürgerdialog“ mit Lena Kotré und Wilko Möller am 5. Februar in Frankfurt (Oder).
  • Netzwerk „Frankfurt bleibt bunt“ organisiert zeitgleich Kundgebung für Demokratie und Kultur.
  • Kritik an Kotrés Treffen mit Rechtsextremist Martin Sellner am Holocaust-Gedenktag.
  • Innenminister René Wilke verurteilt Kotrés Kontakt zu rechtsextremen Ideologien scharf.
  • Kundgebung thematisiert auch geplante Kulturkürzungen in Frankfurt (Oder).

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Netzwerk „Frankfurt bleibt bunt“ hat für den 5. Februar, 18.30 Uhr, zu einer Kundgebung vor dem Bolfrashaus in Frankfurt (Oder) aufgerufen, um damit ein Zeichen für Demokratie, Zivilgesellschaft und Kultur zu setzen. Anlass ist ein „Bürgerdialog“ mit den brandenburgischen AfD-Landtagsabgeordneten Wilko Möller und Lena Kotré, der zeitgleich im Bolfrashaus stattfinden soll.

Lena Kotré war erst in der vorigen Woche – selbst in Teilen der eigenen Partei – nach einem Treffen mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner in Vetschau massiv in die Kritik geraten. Sellner gilt als einer der führenden Köpfe der Identitären Bewegung, die völkische und rassistische Positionen vertritt. Mit ihm hatte Lena Kotré über „Remigration“ diskutiert, womit Rechtsextreme die millionenfache Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte aus Deutschland meinen.

Innenminister René Wilke verurteilt Treffen von Kotré mit Sellner

Das Treffen von Kotré mit Sellner hatte am Dienstag (27.1.) – am Holocaust-Gedenktag – auch Innenminister René Wilke (SPD) mit klaren Worten verurteilt: „Ihr unverhohlener Schulterschluss mit dem rechtsextremistischen Ideologen offenbart den Kern dieser Partei“, erklärte der ehemalige Frankfurter OB in einer Pressemitteilung des Innenministeriums.

„Wer Menschen nicht als Individuen mit Rechten, sondern als bloße Masse behandelt, die es wegzuschaffen gilt, hat den Boden unserer Verfassung ganz klar verlassen“, so Wilke weiter. Dass Lena Kotré Mitglied der AfD-Landtagsfraktion und der Partei sein und bleiben dürfe, sage „alles über die AfD in Brandenburg“ – der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Kundgebung will auch auf Kulturkürzungen aufmerksam machen

Initiiert hat den „Bürgerdialog“ der AfD-Stadtverbandschef und Landtagsabgeordnete Wilko Möller, der sich selbst gerade wegen eines umstrittenen Wahlplakates vor dem Frankfurter Landgericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und dem von ihm beauftragten Werbegrafiker vor, auf dem Plakat aus dem Landtagswahlkampf 2024 einen Hitlergruß angedeutet zu haben.

Das Netzwerk „Frankfurt bleibt bunt“ will dem Bürgerdialog eine Kundgebung für Zivilgesellschaft, ehrenamtliche Arbeit und Kultur entgegensetzen und damit auch auf Probleme in Frankfurt aufmerksam machen. „In der Stadtpolitik stehen gerade enorme Kürzungen im Kulturbereich an“, heißt es unter anderem in Bezug auf geplante Einschnitte, die der Wirtschaftsplan für die Kultureigenbetriebe vorsieht. Erst am Samstag gab es deshalb eine Demo vor dem Rathaus.

Die Mehrheit der Frankfurterinnen und Frankfurter arbeite „still und bescheiden daran, dass wir gut zusammenleben können“, schreiben die Organisatoren, ein Zusammenschluss aus Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften, Wirtschaftsvertretern, Kirchen und Parteien. Sie rufen deshalb dazu auf, zu zeigen, „dass uns das Wohl Frankfurts am Herzen liegt und die AfD nicht Teil der Lösung ist“.